Entwarnung am Freitagvormittag

Anwohner-Dilemma um Gasleck in Pelkum nach Entwarnung beendet

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Mit diesem Schlauch wird das Gas von der Unglücksstelle weggeleitet.

Pelkum - Weil in Pelkum bei Erdwärme-Arbeiten am Mittwoch eine Methangasblase in 80 Metern Tiefe angebohrt wurde, wurden hunderte Anwohner evakuiert und Straßen gesperrt. Entwarnung gab es erst am Freitagvormittag.

Die wichtigsten Fakten in Kürze:

  • In der Straße "Im Westfeld" in Hamm-Pelkum tritt seit Mittwochnachmittag Methangas aus.
  • Bei einer Erdwärme-Bohrung in 80 Metern Tiefe wurde ein Schacht angebohrt.
  • Mehrere hundert Anwohner wurden wegen Explosionsgefahr evakuiert.
  • Am Freitag dürfen auch die letzten Betroffenen zurück in die Wohnungen.
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    Unser News-Ticker zum Nachlesen:

    11.15 Uhr: Mit der erlösenden Nachricht beenden wir unseren News-Ticker aus Pelkum. Wir hoffen, Sie haben sich gut informiert gefühlt und bedanken und für die große Aufmerksamkeit seit Mittwochnachmittag.

    11 Uhr: Endlich dürfen auch die letzten Anwohner wieder in ihre Häuser und Wohnungen zurück. Grund: Die Gas-Messwerte sind auf ein zufriedenstellendes Niveau gesunken. Betroffen waren zuletzt noch sieben Immobilien im nahen Umfeld der Unglücksstelle. Die Betroffenen werden telefonisch benachrichtigt und sollen sich im Zweifel bei der Einsatzleitung melden. Die Kamener Straße bleibt voraussichtlich noch bis Samstag gesperrt - solange bis die Quelle versiegt ist. Die Umleitung erfolgt über die Kerstheider Straße und die Alte Landwehrstraße und umgekehrt. Das Gas wird aktuell bekanntlich über die Straße auf ein Maisfeld geführt. Die Polizei hat einen Sicherheitsdienst beauftragt, der das Bohrloch und die nähere Umgebung absichern soll.

    Mit diesem Gerät werden die Häuser ausgemessen.

    8.53 Uhr: Feuerwehr-Chef Ludger Schmidt hat sich zur weiteren Vorgehensweise geäußert. Im Laufe des Vormittags werden an verschiedenen Stellen des evakuierten Bereiches Messungen vorgenommen - in der Hoffnung, dass die Werte so gut sind, dass die Bewohner der aktuell noch betroffenen sieben Häuser spätestens mittags zurück können. "Wir stehen mit den Bewohnern in Kontakt", sagt Schmidt.

    8.48 Uhr: Das Gas tritt mittlerweile nicht mehr an der ursprünglichen Stelle "Im Westfeld" aus, sondern 80 bis 100 Meter entfernt im benachbarten Maisfeld. Fachkräfte haben am Donnerstagabend eine Schlauchleitung verlegt. Deshalb ist die Kamener Straße derzeit auch noch gesperrt.

    7.11 Uhr: Die Polizei war in der Nacht vor Ort. Es war ruhig. Die Straßensperrungen bleiben bestehen.

    7.07 Uhr: Nach Auskunft der Feuerwehr sollen die Messwerte im Laufe des Vormittags vorliegen. Erst dann dürfte eine Entscheidung fallen, ob die Sperrung aufgehoben wird.

    7.04 Uhr: So geht es heute weiter: Um 8 Uhr treffen sich laut Feuerwehr Hamm die Verantwortlichen und Experten vor Ort. Der Messtrupp wird die neuen Gaskonzentrationswerte ermitteln.

    Freitag, 6.59 Uhr: Gasleck in Pelkum, dritter Tag. Die Lage stellt sich am Freitagmorgen so dar wie am Donnerstagabend. Der Bereich um die Austrittsstelle des Gases ist weiterhin gesperrt.

    Endlich - die ersten Anwohner dürfen zurück in die Wohnungen!

    Unser News-Ticker am Donnerstag:

    18.40 Uhr: In den nächsten Stunden sei mit keinen Veränderungen zu rechnen, twittert die Polizei. Die Beamten seien vor Ort - für Fragen und um eventuelle Plünderungen zu verhindern.

    18 Uhr: Große Erleichterung bei den meisten Anwohnern: Das Gas soll in Höhe des Kommunalfriedhofs abgeleitet werden. Der Evakuierungsraum ist gegen 18 Uhr aufgehoben worden. Sie dürfen zurück in ihre Häuser. Nur sieben Häuser, die im direkten Umfeld des Bohrlochs, bleiben evakuiert. 15 bis 20 Personen sind betroffen. Die kommen bei Familie und Freunde unter. Die Kamener Straße Richtung Kamen bleibt gesperrt.

    17 Uhr: Mehr als zwei Stunden nach unserem letzten Update gibt es kaum Neuigkeiten zu vermelden. Der Stand der Dinge sieht so aus:

    • Nach wie vor strömt Gas aus dem Bohrloch. Die Konzentration habe nicht nachgelassen, aber das Volumen, sagt die Feuerwehr.
    • Um 18 Uhr sollen in der Bürgerhalle weitere Infos mitgeteilt werden.
    • Möglicherweise müssen ein paar Anwohner aus der engeren Nachbarschaft die Nacht anderswo verbringen.

    14.45 Uhr: Laut Feuerwehr strömt weiterhin Gas aus der Bohrstelle aus, wenn auch nicht mehr in allzu hoher Konzentration. Das ist der Grund, warum ein Teil der Anwohner nach wie vor nicht zurück in die Wohnungen darf.

    14.28 Uhr: Die erste Anwohner können in Kürze zurück in ihre Wohnungen, Die Feuerwehr hängt aktuell Listen mit den entsprechenden Adressen auf. Betroffene sind etwa die Hälfte der Evakuierten, und zwar im nördlichen Bereich. In den anderen Bereichen soll noch durchgemessen werden. In der Bürgerhalle brandete spontan Jubel auf.

    Hier die Adressen:

    14.23 Uhr: In wenigen Minuten will die Feuerwehr in der Bürgerhalle einen neuen Sachstand verkünden.

    Mit dieser Information erklärten die Einsatzkräfte am Donnerstag ihr Vorgehen. (Klicken Sie rechts oben in das Bild, um das komplette Motiv zu sehen.)

    14.20 Uhr: Aus dem Gefahrenradius wurde tatsächlich deutlich mehr als die bisher bekannten 120 Anwohner evakuiert. Laut DRK stehen allein auf den Adresslisten weit mehr als 200 Namen.

    Anwohner in der Bürgerhalle hinterlassen ihre Kontaktinformationen.

    14.10 Uhr: Nach Informationen von WA.de wurde die Feuerwehr am Mittwochnachmittag nicht vom Bautrupp, sondern gegen 15.30 Uhr von Nachbarn gerufen. Die Bauarbeiter, die die Bohrung durchgeführt hatten, hätten zuvor den Bereich abgesperrt rund eine Stunde lang versucht, das Problem selbst zu beheben, berichteten mehrere direkte Nachbarn des ursächlich betroffenen Rohbaus. Sie äußerten die Befürchtung, dass der angestochene Hohlraum in gut 80 Metern Tiefe mittel- bis langfristig Bauschäden an den Häusern verursachen könne.

    13.30 Uhr: Der weiter nachlassende Gasdruck könnte für einige Anwohner eine erfreuliche Nachricht bedeuten. WA-Informationen zufolge könnten nun doch innerhalb der nächsten Stunde bereits einige Bewohner der äußeren Häuser zurückkehren. Diese Info ist allerdings (noch) ohne Gewähr.

    Blick auf die Bohrstelle, die zur Unglücksstelle wurde.

    13.12 Uhr: Das Thema Geothermie/Erdwärme - Auslöser des Unglücks in Pelkum - wird in Hamm erstmal auf Eis gelegt. Rechtsdezernent Mösgen nennt das Prinzip zwar "eine prima Sache - aber wir müssen das jetzt gründlich prüfen". Nach wie vor sei unklar, ob die angestochene Gasblase eine Folge des Bergbau oder eines anderes Phänomens ist. Bis das geklärt sei, würden in Hamm keine neuen Anträge genehmigt.

    13.05 Uhr: Kurios: Um 3 Uhr nachts legte in direkter Nachbarschaft der Unglücksstelle der Rasenmäher-Roboter programmgemäß los. Für die Feuerwehr ein Schock: Die Elektronik stellt ein der Nähe von Gas eine echte Gefahr dar. Kurzerhand mussten die Blauröcke das Gerät also persönlich aus dem Verkehr ziehen...

    13 Uhr: Ein paar Antworten auf wichtige Fragen:

    • Die Häuser werden weiter mit Strom versorgt; es wird also kein Kühlschrank zu warm.
    • Von eventuellen Gewittern am Nachmittag gehe trotz des Gasaustritts keine Gefahr aus.
    • Alle Hunde wurden gestern schon aus den Wohnungen geholt. Verbliebene Tiere wie Kaninchen, Katzen und Vögel sollen die Besitzer zeitnah in Begleitung von Hilfskräften aus den Wohnungen holen dürfen. 

    Aktuell wird die Erreichbarkeit der Anwohner abgefragt und festgehalten.

    Die Infoveranstaltung hat viele Interessierte angelockt.

    12.45 Uhr: Der Darstellung zufolge tritt an der Unglücksstelle weiter Gas aus, wenn die Konzentration auch abnehme. Vom Verlauf der Abnahme hänge die Hochrechnung ab, wer wann gegebenenfalls wieder zurück nach Hause darf. "Bis Bewegung in die Sache kommt", könne es noch ein paar Stunden dauern. Man könne aktuell keine definitive Antwort geben, wann die Anwohner zurück dürften. Derzeit ist die Polizei noch damit beschäftigt, dass Terrain zu sichern: Keiner darf in den gesperrten Bereich hinein.

    Gegen 18 Uhr soll es eine weitere Infoveranstaltung für die Anwohner geben.

    12.40 Uhr: Nach der 20-minütigen Ansprache von Feuerwehrchef Ludger Schmidt und Rechtsamtsleiter Jörg Mösgen sind zwei Dinge grundsätzlich möglich: Anwohner aus dem weiteren Umfeld können unter Umständen am Nachmittag wieder zurück in ihre Wohnungen, einige andere müssen möglicherweise noch eine Nacht außerhalb dran hängen. Mösgen: "Wir wollen, dass Ihnen an Leib und Leben nichts passiert, alles andere ist sekundär." Klargestellt werden soll damit auch, dass Schadensersatzansprüche erst in den kommenden Tagen Vorrang bekommen können.

    12.30 Uhr: Die Versammlung ist beendet. Für die Sprecher gab es Applaus. Inhaltliche Infos kommen hier in den kommenden Minuten.

    12.15 Uhr: Unter großen Interesse läuft die Infoveranstaltung. Feuerwehrchef Ludger Schmidt informiert die Anwesenden detailliert über das weitere Procedere. Am frühen Nachmittag werden demnach die Messungen an den betroffenen Wohnbereichen beginnen; diese würden nach und nach abgearbeitet. Grundsätzlich sei ein Rückgang der ausgeströmten Gasmenge verzeichnet worden.

    11.25 Uhr: In der Versammlung soll gemeinsam mit den Anwohnern der Ablauf für die Wohnungs-Begehungen im Tagesverlauf festgelegt werden. Schon am Mittwochabend hatten sich die Verantwortlichen zuversichtlich gezeigt, dass die Menschen bis heute Abend wieder zurück könnten. Daran hat sich nach WA-Informationen grundsätzlich nichts geändert.

    Auch am Donnerstagvormittag sind an der Kamener Straße noch viele Einsatzfahrzeuge zu sehen.

    11.10 Uhr: Gegen 12 Uhr wird es die versprochene Infoveranstaltung für betroffene Anwohner in der Bürgerhalle geben. Das hat eine Sprecher der Hammer Feuerwehr gegenüber WA.de bestätigt. Wegen der anstehenden Lagebesprechung könne sich der Beginn zwar um einige Minuten verzögern, doch stattfinden werde die Veranstaltung auf jeden Fall. Wir werden an dieser Stelle zeitnah darüber berichten.

    10.30 Uhr: Um 11 Uhr werden die Bochumer Experten erneut an der Unglücksstelle erwartet, um Messungen durchzuführen. Danach soll in einer internen Besprechung der Verantwortlichen das weitere Vorgehen diskutiert werden. Der Anwohner-Informationszeitpunkt um 12 Uhr ist zwar anvisiert, kann sich aber noch verschieben. Nach wie vor strömt nach Feuerwehrangaben Gas in explosiver Konzentration aus.

    Gas tritt aus: Großalarm für die Feuerwehr in Hamm-Pelkum

    8.58 Uhr: Nicht nur der WA berichtet über das Gasleck in Pelkum: Für heute werden auch etliche überregionale Medienvertreter erwartet, die Hamm in die Schlagzeilen bringen. Die Journalisten müssen sich allerdings auch außerhalb des Sperrgebietes aufhalten und können aktuell nicht an das Bohrloch direkt am Rohbau in der Straße "Im Westfeld" heran, um Bewegtbilder zu drehen. Das dürfte sich erst ändern, wenn sich der Gasaustritt weiter reduziert. Die Polizei Hamm ist vor Ort mit einer Vertreterin aus der Pressestelle präsent, wobei die sogenannte Pressehoheit für Auskünfte aber bei der Feuerwehr liegt.

    Einsatzkräfte am Mittwochabend auf der Kamener Straße, kurz hinterm Selbachpark.

    8.33 Uhr: Wenn Sie sich übrigens wie wir auch fragen, wie es konkret an der Einsatzstelle aussehen könnte: Ein Foto von dort, das beispielsweise das Bohrgestänge im Bohrloch aus nächster Nähe zeigt, gibt es selbst bei der Feuerwehr nicht. Der Grund liegt auf der Hand: Der Gebrauch sämtlicher Geräte, die elektrische Impulse nutzen, ist vor Ort strikt verboten. Auf Twitter kursiert seit Mittwochabend lediglich diese Ansicht:

    8.25 Uhr: Positive ganz aktuelle Nachricht vom Einsatzort in Pelkum: "Vom Geräusch her sieht es jetzt so aus, dass der Druck des Gases etwas nachlässt. Damit ist zwar immer noch keine Aussage zur weiteren Dauer des Gasaustritts möglich, aber es ist ein Zeichen in die richtige Richtung", sagte Hamms Feuerwehr-Leiter Ludger Schmidt dem WA.

    7.57 Uhr: Der Feuerwehr-Chef unmissverständlich: "Zuallererst muss das Bohrloch sicher sein!" Die Feuerwehr bereite sich auf eben jenen Moment akribisch vor, damit dann zügig die Arbeiten bis hin zu einer finalen Entwarnung beginnen können. Schon einige Meter vom Bohrloch entfernt gibt es kein zündfähiges Gas-Luft-Gemisch mehr, das ist die gute Nachricht.

    7.53 Uhr: Konkret wird es übrigens so sein, dass in den Eigenheimen beispielsweise in Garagen, Carports oder auch unter dem Dach nachgemessen wird, ob es dort eine Gaskonzentration gibt. "Es muss sich aktuell aber niemand Sorgen um sein Haus machen. Denn das Gas verflüchtigt sich schnell und sammelt sich nirgendwo", wie Ludger Schmidt sagte.

    7.50 Uhr: In dem Bohrloch steckt aktuell noch immer ein Rohrgestänge aus Metall und Hartplastik. Dieses hat einen Durchmesser von 14,5 Zentimetern - viel größer ist also auch das Loch nicht. Diese gilt es zu verfüllen, sobald kein Gas mehr austritt. Würde jetzt versucht, dass Gestänge unter Einsatz von technischem Gerät komplett aus dem Loch zu entfernen, könnte es durch Funkenflug dazu kommen, dass eine dauerhafte Flamme entsteht. "Das will niemand", betonte Feuerwehrchef Ludger Schmidt, der in der Hauptwache den Einsatz koordiniert.

    7.48 Uhr: Ob das Gasvorkommen durch den Bergbau entstanden ist oder ob es sich gar um ein natürlich Vorkommen handelt, kann niemand sagen. 

    7.41 Uhr: Hamms Feuerwehr-Leiter Ludger Schmidt machte im Gespräch mit dem WA soeben noch einmal ganz deutlich, dass aktuell niemand eine verlässliche Aussage dazu treffen könne, wann die Anwohner konkret zurück nach Hause können. "Hoffentlich dauert es nicht bis in den Abend hinein oder sogar noch einen Tag. Aber Intensität und Menge des Gasaustritts sind nach Aussagen der Fachfirma für Geothermie außergewöhnlich. Das Gesamtvolumen ist schwer einzuschätzen. Gas strömt weiter aus, wir führen regelmäßig Messungen im Umfeld und direkt am Bohrloch durch. Das Gas verflüchtigt sich nach dem Austritt sehr schnell und sammelt sich nirgendwo, insofern ist die Lage aktuell statisch entspannt. Wir tragen jetzt Messgeräte zusammen, bereiten uns vor, damit wir arbeiten können, sobald der Gasaustritt stoppt."

    7.30 Uhr: Einige Anwohner werden sich um ihre Hausstiere sorgen. Katzen und Hunde konnten nicht mehr aus den Eigenheimen geholt werden.

    7.26 Uhr: Noch bis in den späten Abend hinein hatte es Beratungen dazu gegeben, ob die Anwohner nicht doch im eigenen Bett hätten schlafen können. Dieser Entwarnungs-Gedanke wurde aber schließlich verworfen, weil eben niemand garantieren konnte, dass nicht doch noch irgendwo in der Umgebung explosionsfähige Gaskonzentrationen vorhanden sind. Deshalb fiel dann die Entscheidung, ab 12 Uhr am Donnerstag gemeinsam mit den Anwohnern die Wohnungen und Häuser aufzusuchen und Messungen durchzuführen. Um jedes Risiko zu minimieren, müssen - wie bereits geschildert - erst alle Messungen abgeschlossen sein, ehe auch nur ein Anwohner zurück nach Hause darf. Sicherheit steht also völlig zurecht an erster Stelle!

    7.24 Uhr: Geologen und anderen Experten beraten die Stadtverwaltung und die Feuerwehr Hamm. Sie können Aussagen darüber treffen, wie groß der angebohrte Hohlraum ist, aus dem Methangas austritt.

    7.20 Uhr: Profis, die sich auf den Umgang mit derlei Schadenslagen wie der in Hamm-Pelkum auskennen, sind übrigens rar gesät. "Es gibt nur eine bestimmte kleine Gruppe, die über den Sachverstand und die technische Ausrüstung verfügt. Das ist ähnlich wie etwa beim Kampfmittelbeseitigungsdienst." Diese Experten der Deutschen Montan Technologie (DMT) werden entscheiden, wie mit dem Bohrloch verfahren werden soll. Das Loch wird mutmaßlich mit einem Flüssigbeton verfüllt werden, sobald kein Gas mehr austritt. 

    7.19 Uhr: Laut Jörg Mösgen sind von den 120 betroffenen, in diesem Gebiet gemeldeten Anwohner die meisten für die Nacht privat untergekommen. Etwas mehr als ein Dutzend sei allerdings in Zusammenarbeit mit dem DRK in Hotels gebracht worden.

    7.13 Uhr: Auch für Hamms Rechtsdezernent Jörg Mösgen war es eine kurze Nacht. Er bestätigte noch einmal, dass ab 12 Uhr im äußeren Ring des evakuierten Gebietes damit begonnen werden soll, die 120 Anwohner in ihre Wohnungen und Häuser zu begleiten. Hier wird dann die Gskonzentration gemessen. "Vorher müssen wir sondieren, wie es am Bohrloch aussieht. Eine Freigabe wird es aber erst dann geben können, wenn sämtliche Wohnungen und Häuser durchgemessen worden sind. Wer nah dran wohnt, ist spät dran - das Ganze passiert von außen nach innen. Die Gaskonzentration muss überall nachgemessen werden, selbst wenn am Bohrloch gar kein Gas mehr austreten würde. Denn es könnten irgendwo noch immer bestimmte Gaskonzentrationen vorhanden sein, die explosiv sind. Dafür kann niemand die Verantwortung übernehmen, ohne das überprüft zu haben."

    7.01 Uhr: Die Feuerwehr Hamm war nach Informationen aus dem Einsatzführungsdienst die Nacht über mit etwa 20 Kräften vor Ort. Wichtigste Erkenntnis laut eines Sprechers: "Es tritt immer noch Gas aus, es gibt immer noch eine gewisse explosionsfähige Atmosphäre rund um das Bohrloch. Aber es ist deutlich weniger." In Kürze werden die Kollegen abgelöst, im Rahmen einer Besprechung wird der aktuelle Stand der Dinge erörtert. Unterstützt wird die Feuerwehr Hamm beispielsweise durch einen Messzug aus dem Kreis Soest und auch durch die Feuerwehr Ahlen, die bestimmtes technisches Gerät zur Verfügung gestellt hat.

    6.51 Uhr: Die Hammer Polizei spricht von einer ruhigen Nacht im betroffenen Gebiet. "Die Federführung und Hauptarbeit rund um diese Schadenslage liegt natürlich weiterhin bei Feuerwehr und Stadt Hamm. Wir kümmern uns um die Absperrungen und den Verkehr. Es gab keinerlei Vorfälle, keine Einbrüche. Das durch starke Präsenz sicherzustellen war unsere Hauptaufgabe diese Nacht. Wir stehen aber nicht etwa nur etwa außen um das betroffene Gebiet herum, sondern waren auch mit zivilen Kräften zu Fuß unterwegs, die als Polizei nicht zu erkennen waren", erläuterte Polizeihauptkommissar Christopher Grauwinkel, Pressesprecher der Hammer Polizei, im WA-Gespräch.

    6.43 Uhr: Etwa 120 bis 130 Anwohner durften die Nacht nicht im heimischen Bett verbringen. Sie mussten stattdessen bei Verwandten oder Freunden unterkommen. Haustiere durften offenbar auch nicht aus den Wohnungen und Häusern geholt werden.

    6.33 Uhr: Die Situation am Donnerstagmorgen stellt sich unverändert dar: Die Gaskonzentration sinkt, die Explosionsgefahr ist entsprechend geringer geworden. Der Hammer Rechtsdezernent Jörg Mösgen geht nach bisherigen Erkenntnissen davon aus, dass der ausführenden Firma bei der Bohrung kein Fehler unterlaufen ist - vielmehr sei es ein übliches Risiko, dass Gasblasen wie die in Pelkum angebohrt werden könnten. Experten der Deutschen Montan Technologie (DMT) sind involviert.

    Unser News-Ticker von Mittwoch zum Nachlesen:

    23 Uhr: Zwei wichtige Nachrichten am späten Abend: Die Gaskonzentration im Gefährdungsbereich hat im Vergleich zum Nachmittag abgenommen. Wichtig für alle Betroffenen: Sie sollen morgen, am Donnerstag, um 12 Uhr am Mittag in die Bürgerhalle kommen und ihre Haus-, beziehungsweise Wohnungsschlüssel mitbringen. Mit diesen werden die Experten dann jede Wohnung aufsuchen und messen, ob noch eine erhöhte Gaskonzentration nachweisbar ist. Demnach wird keiner der Betroffenen vor 12 Uhr am Donnerstag zurück in seine Wohnung können!

    22.25 Uhr: "Die Einsatzkräfte bereiten sich auf eine lange Nacht vor", heißt es seitens der Polizei. In den nächsten Stunden seien keine neuen Erkenntnisse und Veränderungen mehr zu erwarten. Sobald es Neuigkeiten gibt, werden sie es an dieser Stelle lesen.

    Fotos

    22 Uhr: Die Polizei vermutet, dass der Einsatz "noch die ganze Nacht" dauern wird.

    21.20 Uhr: Jetzt gibt es zumindest in einem Punkt Gewissheit: Die Anwohner werden heute und in der Nacht nicht mehr zurück in ihre Wohnungen dürfen. Die Betroffenen wurden nun gebeten, in sich zu gehen, zu überlegen, ob sie möglicherweise bei Verwandten unterkommen können. Gleichzeitig werden in der Bürgerhalle nun Schlafmöglichkeiten geschaffen. Zudem wird geprüft, ob eine Turnhalle zur Verfügung stehe. Hier gäbe es Duschmöglichkeiten.

    Um dringend notwendige Medikamente zu besorgen geht derzeit ein Arzt durch die Reihen der Betroffenen und stellt Rezepte aus. Die Feuerwehr kümmert sich dann um die Besorgung der Medikamente. Da es ausgeschlossen ist, in die Wohnungen zurückzukehren sind Haustiere bis auf weiteres auf sich allein gestellt. Aber zumindest eine Sorge kann den Anwohnern genommen werden: Damit Plünderer nicht die Gunst der Stunde nutzen können, überwacht die Polizei den Bereich besonders aufmerksam.

    Der Moment, in dem die Anwohner informiert wurden.

    20.30 Uhr: Übrigens: Nach WA-Informationen passierte das Unglück am Mittwochnachmittag im Rahmen einer Baumaßnahme. Handwerker führten eine geothermische Bohrung durch, als plötzlich eine Flüssigkeit aus dem Bohrloch gespritzt kam. In der Folge stellte sich heraus, dass es sich um besagtes Grubengas handelte.

    20.25 Uhr: Insgesamt sind mehr als 100 Hilfskräfte im Einsatz: neben 60 bis 70 Feuerwehrleute gut 20 Polizisten und Mitarbeiter von DRK, KOD und Co.

    Dem Experten aus Bochum wird auch ein Geologe der Stadt Hamm zur Seite gestellt.

    20.10 Uhr: Nach Angaben von Rechtsdezernent Jörg Mösgen besteht mit Blick auf die Konzentration des Methangases keine akute Explosionsgefahr. Das bedeute aber nicht, dass es Entwarnung gebe - man wolle nämlich kein Risiko eingehen. Die Stadt steht weiter in Kontakt mit den Experten und will die Leute vor Ort weiter auf dem laufenden halten. Mösgen selbst ist darauf eingestellt, in Pelkum zu übernachten.

    20 Uhr: Nach offiziellen Angaben wurden 120 Personen aus dem Gefahrenbereich evakuiert. Mehr als 20 Einsatzkräfte der Polizei sind vor Ort im Einsatz.

    19.50 Uhr: Die Experten aus Bochum sind eingetroffen und verschaffen sich nun an der Unglücksstelle ein Bild von der Situation. Bis auf weiteres gehen die Verantwortlichen davon aus, dass das Ganze noch eine längere Zeit dauern wird. Hoffentlich wissen wir alle in einer halben Stunde mehr.

    19.35 Uhr: Den Angaben der Feuerwehr zufolge tritt an der Unglücksstelle weiterhin Gas aus. Allem Anschein nach sei es ein explosives Gemisch. Man wolle nun versuchen, die Gasblase durch den Einsatz von Wasser in der Grube nach unten zu drücken. Die nächste Information wird vom Experten persönlich gegen 20.15 Uhr erwartet.

    19.25 Uhr: Inzwischen hat das DRK hat Verpflegung für die Gestrandeten angeschafft. Diese dürfen nämlich bis auf weiteres nicht in ihre Häuser zurück. Dringend benötigte Medikamente sollen gemeldet werden, um sie herbei zu schaffen. Zudem sollen Feldbetten organisiert werden, um eventuell nötigen Überachtungsmöglichkeiten zu schaffen. Die Stimmung unter den Betroffenen ist trotz allem den Umständen entsprechend in Ordnung.

    19.10 Uhr: Die Bürger in der Halle sollen in wenigen Minuten über den aktuellen Stand der Dinge informiert werden.

    Aktuell ermittelt die Feuerwehr an der Gasstelle verschiedene Messwerte. Diese sollen dem erwarteten Experten von der DMT aufs Handy übermittelt werden, um eine erste vorsichtige Ferndiagnose möglich zu machen.

    19.05 Uhr: Die Anwohner in der Bürgerhalle werden langsam unruhig. Die meisten haben alles zurückgelassen - auch Haustiere. Viele fühlen sich von den Verantwortlichen nicht gut informiert.

    Volles Haus an der Bürgerhalle. Über 150 Evakuierte drinnen und draußen.

    18.48 Uhr:  Aus dem Kreis Soest sind Einheiten aus dem Westkreis zur überörtlichen Hilfe nach Hamm alarmiert worden. Die Feuerwehren aus Soest, Werl und Wickede sind mit acht Fahrzeugen ausgerückt.

    18.25 Uhr: Spezialisten von der "DMT" (Deutsche Montantechnologie) aus Bochum sind unterwegs nach Pelkum. Sie werden gegen 19.30 Uhr erwartet, sollen die Lage analysieren und das weitere Vorgehen bestimmen. Alles zwischen Nachtschicht und Entwarnung sei möglich, heißt es vor Ort.

    Fest steht inzwischen, dass die Ursache in einer Erdwärmebohrung in 80 Metern Tiefe zu suchen ist. Dabei hat die entstandene Gasblase das in die Grube gepumpte Wasser wieder nach oben gedrückt.

    18.10 Uhr: Jetzt warnt auch die Katastrophen-App "Nina" vor der Blase mit "explosiven Gasen". Folgende Straßen seien wegen Explosionsgefahr geräumt worden: Im Westfeld, Auf dem Brink, Meerweg und Op de Wohrt. Die Zeitdauer der Räumung sei noch nicht absehbar. Alle Zuwegungen sind abgesperrt. Zudem sind Teile der Kamener Straße und der Alten Landwehrstraße betroffen.

    18 Uhr: 60 Anwohner sind inzwischen in der Bürgerhalle eingetroffen. Die Situation ist verhältnismäßig entspannt. Laut unserem Reporter ist ein riesiges Polizeiaufgebot vor Ort.

    17.45 Uhr: Jetzt ist klar: Im Umkreis von 250 Metern müssen alle Anwohner aus ihren Häusern und Wohnungen. In der Bürgerhalle Pelkum wird eine Auffangstelle eingerichtet, in der die Betroffenen vom DRK versorgt werden. Im betroffenen Bereich wurde der Strom abgeschaltet.

    17.40 Uhr: Laut Einsatzleitung der Feuerwehr handelt es sich um eine Naturgasblasenbildung; verantwortlich ist vermutlich ausgetretenes Grubengas. Bei Bauarbeiten soll die spätere Austrittsstelle angebohrt worden sein. Im Gegensatz zu einer Stadtwerkeleitung kann die defekte Stelle nicht einfach versiegelt werden.

    Es wurden weitere Spezialkräfte aus dem Kreis Soest angefordert - ein ABC-Messzug - sowie Geologen vom Bergbauamt, die die Situation an der Gas-Stelle analysieren sollen.

    Der Stand um 17.30 Uhr:

    In Richtung Selbachpark/Kamen müssen alle Fußgänger und Radfahrer Umwege in Kauf nehmen. In Richtung Bönen gibt es keine Probleme. Ortskundige sollten das berücksichtigen.

    Viele Fahrzeuge von Polizei und Feuerwehr sind vor Ort, ebenso der Katastrophenschutz. Weitere Einsatzkräfte wurden vor Ort erwartet.

    Tatsächlich herrschte zu Ursache und Auswirkungen am späten Mittwochnachmittag ziemliches Rätselraten. Vor Ort wird spekuliert, dass sich die gesamte Aktion noch Stunden hinziehen könnte.

    Wegen der Sperrung können die Busse der Linie 3 aktuell nur bis zur Haltestelle "Kleine Werlstraße" fahren. Das teilten die Stadtwerke mit.

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