Lärm-Sorgen verhindern Umsetzung auf Heinrich Robert

Traum von großer Event-Fläche in Hamm geplatzt

+

Pelkum/Herringen – Eine große Eventfläche für bis zu 10.000 Besucher, wie sie im ersten Rahmenplan zur Entwicklung der Zeche Heinrich Robert vorgesehen war, ist vom Tisch.

Das teilte Stefan Aumann vom Stadtplanungsamt am Rande der jüngsten Bezirksvertretersitzung in Pelkum mit. Vor allem schallschutztechnische Gründe sprächen gegen das Projekt. In Abstimmung mit den Investoren sei allerdings eine abgespeckte Version auf dem Kokereigelände denkbar.

Der Rahmenplan Heinrich Robert stammt vom Oktober 2016 und wurde in den vergangenen Monaten weiterentwickelt. Auch die beiden Privatinvestoren, Jürgen Tempelmann und die RAG Montan Immobilien, hätten sich in den dynamischen Prozess eingebracht, so Aumann. Bis Ende des Jahres werden die Beteiligten weitere Ideen sammeln und diese als Entwicklungsziele im überarbeiteten Rahmenplan ablichten.

Dieser sieht für den großen Parkplatz im Nordosten, also dort, wo die große Eventfläche hinkommen sollte, eine Mischfläche Wohnen/Gewerbe vor, wobei der Schwerpunkt beim Gewerbe liegen soll. Reine Wohnbauflächen sind östlich der Goerallee sowie im südwestlichen Bereich (ehemaliges Gesundheitshaus) vorgesehen. Wie Aumann sagte, wolle man hier aber näher als bislang geplant an die Bestandsgebäude ranrücken.

Symbolischer Start für CreativRevier Heinrich Robert

Das wiederum hat, wie er auf Nachfrage von CDU-Chef Anton Harling erklärte, Auswirkungen auf den Ideenwettbewerb der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung NRW (DASL). Die hatte 2015 unter dem Motto „NEUES.wohnen am ALTEN.bergwerk ost“ einen Ideenwettbewerb für junge Hochschulabsolventen ausgelobt. Sie sollten das Gelände des ehemaligen Gesundheitshauses überplanen. Durch die Verlängerung des Baugebiets gibt es hier aber neue Entwicklungsmöglichkeiten, sodass der Siegerentwurf erst einmal „in der Schublade verschwindet“.

Landschaftsbauwerk auf Kokereigelände

In Höhe des Netto-Marktes an der Kamener Straße soll laut Aumann ein Mischgebiet entstehen. Hier könnten Einzelhandel wie zum Beispiel ein Drogeriemarkt, aber auch Büros, Ärzte oder soziale Einrichtungen angesiedelt werden. Von der Kamener Straße aus soll es hier zudem eine Zufahrt zum Verwaltungsgebäude geben. Eine weitere Anbindung des Zechengeländes ist aus Richtung Fangstraße geplant. Hier und an der Kamener Straße kann sich Aumann die Schaffung eines Kreisverkehrs vorstellen.

Auf dem ehemaligen Kokereigelände ist ein Landschaftsbauwerk geplant, das wie ein „künstlicher Deckel“ auf dem kontaminierten Boden liegt. Bis zu 140.000 Kubikmeter Boden – das Material stammt von den umliegenden Wällen – könnten hier verbaut werden. Die Nutzung könnte, so Aumann, in Richtung Bewegung/Kunst gehen.

Bei den Bestandsgebäuden gibt es mehrere Nutzungsmöglichkeiten, angefangen von der Kunst- und Kreativwirtschaft über Gastronomie, Veranstaltungen und Dienstleistungen bis hin zu einem Hotel.

Entwässerung als große Herausforderung

Eine große Herausforderung wird laut Aumann die Entwässerung des Geländes. Als gestalterisches Element könnte hier ein Wasserbecken im Bereich von Schacht Heinrich umgesetzt werden, stellte er eine der vielen neuen Ideen vor, die in verschiedenen Gesprächen vorgetragen wurden. I

hre Arbeit inzwischen aufgenommen hat auch die Entwicklungsagentur CreativRevier Heinrich Robert. In Vertretung von Geschäftsführer Martin Löckmann informierte Ruth Weber von der Wirtschaftsförderung Hamm über den aktuellen Stand. Demnach wird aktuell die Ausschreibung für die Fachplanung vorbereitet.

Angelaufen ist auch das Bewerbungsverfahren für die drei neuen Stellen im CreativRevier. Und auch das Bauantragsverfahren sowie die Voranfragen für die Nachnutzung von Direktion, Lichthof und Kaue wurden eingeleitet, ebenso das Planverfahren für Teilbereiche des riesigen Geländes. Und: „Der Objektschutz bleibt bestehen“, teilte Weber mit.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare