Helfer packen ehrenamtlich mit an

Fischsterben in Hamm? Sportfischer gehen dagegen vor

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Dirk Bergmeier, Fischereiberater der Stadt, ist sehr zufrieden mit dem renovierten Teich im Selbachpark.

Auch in diesem Sommer wurde am Selbachpark-Teich kräftig angepackt: Die Sportfischer haben die grauen Betonwände bepflanzt. Damit tun sie nicht nur etwas für die Optik, sondern auch für die Ökologie.

Pelkum – Es ist ruhig am Teich im Selbachpark. Die Fontäne ruht, die Kaskaden laufen nicht über. Verschiedene Vögel suchen Schutz zwischen den Wasserpflanzen, Fische schwimmen durch die Becken, Libellen fliegen über das Gewässer. Dirk Bergmeier, Fischereiberater der Stadt, ist zufrieden mit dem Anblick: Dieses Jahr haben sie an den Wänden die Wasserpflanzen angebracht.

Vor etwa zwei Jahren beschlossen die Stadt und der Sportfischerverein den Selbachpark-Teich zu verschönern und mehr aus ihm zu machen als die drei grauen Betonbecken. „Die Blumenkästen aus Draht haben wir von der Stadt bekommen. Die Pflanzen haben wir mit ehrenamtlicher Menpower umgetopft“, berichtet er. 30 bis 40 Mann haben mitgeholfen. Dabei lobt er die Zusammenarbeit mit der Stadt. Es funktioniere stets über den kurzen Dienstweg.

Der Teich im Selbachpark: Die Waage halten ist wichtig

In einem heißen Sommer wie diesem seien die Sportfischer fast wöchentlich am Selbachpark-Teich zugange. Denn ständige Kontrolle ist wichtig: Vom unteren Becken, das voll ist von Nährstoffen, wird das Wasser – und so auch die Nährstoffe – nach oben gepumpt. Dadurch sprießt die Vegetation im oberen Becken, was dem Verein allerdings einige Arbeit verursacht: Denn Wasserpflanzen ziehen den Sauerstoff aus dem Wasser.

Neu bepflanzt und umgetopft: Die Sportfischer haben am Teich im Selbachpark ganze Arbeit geleistet.

Fischsterben bei Untätigkeit

Sauerstoff, den die Fische zum Überleben brauchen. Ziehen die Pflanzen zu viel Sauerstoff, würden die Fische sterben. Unter drei Milligramm Sauerstoff pro Liter sei es schwierig für die Fische, erklärt Bergmeier. Deswegen zählt zu den Aufgaben der Sportfischer die ständige Umsiedlung von Wasserpflanzen. „Würden wir nichts machen, gäbe es auch hier ein Fischsterben. Ob wir das allerdings immer verhindern können, weiß ich nicht“, so der Fischereiberater. Der Verein arbeite aber an einem Konzept für Hamm, wie im Notfall gehandelt werden solle.

Die offizielle Seite der Sportfischer

Diese Arbeit sichert die Artenvielfalt: Bergmeier berichtet, dass im Selbachpark-Teich die stark gefährdete heimische Karausche schwimmt sowie die Rotfeder oder die Schleie. Ist der Bestand groß genug, solle die Renaturierung erfolgen: „Wir setzen die Fische dann wieder punktuell in heimische Gewässer ein, damit sie sich verbreiten können“, erklärt Bergmeier.

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Der ehemalige Gewässerwart des Vereins ist stolz auf die Leistung der Sportfischer: „Es wird hier zwar nie so werden wie ein Naturteich. Aber Stück für Stück tasten wir uns ran.“ Auch die nächste Aktion ist schon geplant: Im kommenden Jahr rücken die Mitglieder mit Baggern an, um die Pflanzen großflächig umzusiedeln. Auch kommen in die neu angebrachten Blumentöpfe nicht nur grüne Wasserpflanzen, sondern auch blühende: „So tun wir nicht nur etwas für die Ökologie, sondern auch für die Optik“, freut sich Bergmeier.

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