Situation weiter verschlechtert

Schranken-Frust: Nerven liegen blank in Selmigerheide

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Mehr Züge, längere Schließzeiten: Wer den Bahnübergang Selmigerheide überqueren will, braucht noch mehr Geduld als sonst.

Selmigerheide - Bei Anwohnern und Autofahrern in der Selmigerheide liegen die Nerven blank. In Spitzenzeiten waren die Schranken des Bahnübergangs Wiescherhöfener Straße dort bereits 40 Minuten unten. Und nun hat sich die Situation weiter verschlechtert.

Ein Anwohner schätzt, dass noch einmal fünf Minuten draufgekommen sind. Dafür gibt es mehrere Gründe: Zum einen fahren mehr Züge auf der Strecke, weil zwei umliegende Bahnstrecken gesperrt beziehungsweise nur eingeschränkt zu nutzen sind. Deshalb wurde der Zugverkehr dieser Strecken teilweise auf die Strecke Hamm–Dortmund verlegt. Nun passieren mehr Züge den Bahnübergang Wiescherhöfener Straße als sonst.

Dass jetzt zwischen Hamm und Dortmund mehr Züge verkehren, liegt vor allem am Zustand des Bahndamms entlang der eingleisigen Strecke Lünen–Münster. In Teilabschnitten müssen die Nahverkehrszüge hier langsamer fahren, sämtliche Fern- und Güterzüge wurden von dieser sogar auf andere Strecken verlegt, unter anderem auf die Hammer Verbindung. Die Bahn will diese Verkehrsführung bis zum Sommer beibehalten.

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Grund für die Einschränkungen auf der Strecke Lünen–Münster sind Arbeiten am Bahndamm, ausgelöst durch den trockenen Sommer. Zwar wurde die Stabilisierung des Damms bei Werne, Lünen und Münster Ende 2018 abgeschlossen. Damit ist das Problem aber nicht behoben.

Auch südlich von Werne sowie zwischen Ascheberg und Davensberg wurden Schäden am Bahndamm – insgesamt 4,5 Kilometer – ausgemacht, von denen die Bahn erst im März sagen kann, wann und wie sie beseitigt werden sollen. Durch die lange Trockenperiode im Sommer waren nach Angaben des Unternehmens Risse am Bahndamm aufgetreten, was zu Verschiebungen der Gleise geführt hatte.

Behinderungen gibt es derzeit auch auf der Güterzug- strecke Hamm-Osterfeld. Wegen der Arbeiten zur Bahnübergangsbeseitigung in Bergkamen–Oberaden ist sie in diesem Abschnitt seit Sonntag gesperrt, die Umleitung erfolgt über die Strecke Hamm–Dortmund. Hier ist jedoch Entspannung in Sicht: Laut Bahn soll die Vollsperrung am Freitag wieder aufgehoben werden.

Der Zeitplan:

Bis die vier höhengleichen Bahnübergänge in der Selmigerheide – Wiescherhöfener Straße, Provinzialstraße, Friedhofsweg, Kirchspiel – beseitigt sind, wird es noch mindestens sechs Jahre dauern. Ersetzt werden sollen sie durch eine Überführung für Fußgänger und Radfahrer am Friedhofsweg sowie durch einen Tunnel in Höhe der Provinzialstraße.

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