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Rummel-Gefühl für Zuhause: So läuft der „Kirmes-Store“ im Hammer Westen

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Von: Stefan Gehre

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Sascha Himmelmann und Joshua Karalus
Süßes und Herzhaftes: Sascha Himmelmann (links) und Joshua Karalus bieten an der Rathenaustraße/Ecke Auf dem Felde Kirmes-Leckereien und klassische Imbiss-Gerichte an. © privat

Die Corona-bedingten Einschränkungen haben Joshua Karalus und Sascha Himmelmann vor einem Jahr auf die Idee gebracht, in Hamm einen „Kirmes-Store“ zu eröffnen. Sie beschreiben ihn mit dem Bild eines „Pizza-Service für Schokofrüchte“. Und - hat es gefruchtet?

Hamm-Westen – Mit Schokolade überzogene Früchte, gebrannte Nüsse, Zuckerwatte, Lebkuchenherzen, Popcorn oder Paradiesäpfel: Für viele Besucher von Jahrmärkten, Volksfesten und anderen Großveranstaltungen sind die süßen Sünden ein Muss – auch für Himmelmann und Karalus. Pandemie-bedingt – es gab in Hamm in den vergangenen zwei Jahren nur wenige Feste – mussten Kirmes-Fans darauf jedoch weitgehend verzichten. Und das war für die beiden Freunde der Anstoß; „Wir haben überlegt, die Menschen in Hamm und Umgebung mit Leckereien zu beliefern, die sie von der Kirmes kennen.“

Start war am 11. März 2021. Zunächst habe man die Waren, so Himmelmann, bei Bäckermeister Kapschak produziert und von dort ausgeliefert. Sehr zu seiner und der Freude seines Mitstreiters schlug das Konzept ihres Lieferdienstes ein. Nur zwei Monate später verlagerten Himmelmann und Karalus die Produktion in ein leer stehendes Ladenlokal an der Rathenaustraße/Ecke Auf dem Felde im Hammer Westen.

Mit Schokolade überzogene Früchtespieße sind der Renner.
Süße Sünde: Mit Schokolade überzogene Früchtespieße sind der Renner. © privat

Das hatte in der Vergangenheit schon etliche Pächter gesehen, darunter ein Kosmetikstudio, ein Dönerladen sowie ein Brötchenservice. Jetzt werden in ihm die Schokofrüchte und andere Dinge hergestellt. Die Lebkuchenherzen beziehe man allerdings von außerhalb, so Himmelmann.

Aus einem Zwei-Mann-Betrieb – Geschäftsführer Karalus hat produziert, Himmelmann hat als „Mädchen für alles“ ausgefahren – ist inzwischen ein Fünf-Mann-Betrieb geworden. Man habe auch drei Fahrer, berichtet Himmelmann. Geöffnet habe der Kirmes-Store freitags, samstags und sonntags von 16 bis 21 Uhr. Mit im Boot habe man auch den Lieferdienst Lieferando.

Mit dem Kirmes-Store eine Nische besetzt

Wie Himmelmann weiter ausführt, habe man mittlerweile viele Stammkunden. „Zum Beispiel einen Mann aus Bockum-Hövel, der regelmäßig Erdbeer-Schokospieße bestellt und sie dann unter seinen Nachbarn verteilt.“ Andere bestellten ganze Platten mit Früchtespießen oder gemischte Platten. „Süßes Fingerfood sozusagen“, erklärt Karalus. Überhaupt: Die Spieße, insbesondere mit Erdbeeren und Bananen, liefen am besten, so die beiden Geschäftspartner.

Dass ihr Geschäft mit den – künftig wieder erlaubten – Festen einbricht, glauben die beiden nicht. „Ich denke, dass wir mit dem Kirmes-Store eine Nische besetzt haben“, so Himmelmann.

So soll Hamms Kirmes-Jahr 2022 werden

Das Kirmes-Jahr 2022 soll in Hamm ein ganz anderes werden als die Kirmes-Jahre 2021 und 2020 – nämlich ein normales. Denn „normal“ wäre in diesen Zeiten schon enorm viel. Für diese Hoffnung blenden die Schausteller vieles andere weitgehend aus - aus Selbstschutz. Wir haben mit ihnen gesprochen (hier klicken).

Vor gut einem halben Jahr haben sich die beiden noch ein weiteres Standbein geschaffen: Direkt vor ihrem Kirmes-Store steht ein Imbisswagen, der „Hammer School Bus Diner“. Dem einen oder anderen dürfte dabei der US-amerikanische Schulbus einfallen, den Brigitte Kalle, ehemalige Inhaberin vom „Haus Refus“, in einen Burgerladen hatte umbauen lassen. Der steht mittlerweile am Hafen, aber sein kleiner Bruder, ein als Schulbus lackierter Transporter, dient jetzt als die „etwas andere Pommesbude“, wie es auf den Flyern dazu heißt. Auch sie laufe gut, wie Himmelmann sagt. Die Gäste kämen unter anderem aus dem nahe gelegenen Gewerbegebiet sowie aus Lohauserholz. „Auch weil es dort keinen Imbiss mehr gibt.“

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