Pelkumer Betriebe leiden unter Dauerbaustelle

Frust im Kult-Imbiss: Kleine Dramen an der Kamener Straße

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Von Absperrungen umgeben: Nur schwer zu erreichen ist in diesen Tagen Roesmann’s Imbiss-Ecke. Trotz erheblicher Umsatzeinbußen durch die Dauer-Baustelle hat die Inhaberin durchgehalten.

Pelkum - Marita Roesmann, Inhaberin der Pelkumer Kult-Pommesbude an der Kamener Straße/Ecke Am Damm, macht derzeit schwere Zeiten durch. Bedingt durch die Dauer-Baustelle auf der Kamener Straße ist der Absatz „dramatisch eingebrochen“.

Seit 43 Jahren gibt es den Imbiss. Und zu Beginn der Bauarbeiten im Januar 2016 lief es auch noch gut, war von baustellenbedingten Beeinträchtigungen wenig zu spüren. „Ab August gingen die Einnahmen dann aber immer weiter zurück.“ 2017 sei der Imbiss bereits ein Zuschussbetrieb gewesen. Nur dank ihrer Mieteinnahmen, die sie in ihren Betrieb gesteckt habe, habe sie diesen überhaupt noch aufrechterhalten können. „Auch 2018 läuft bislang schlecht.“ Die Auswirkungen der Baustelle haben auch schon andere Betriebe zu spüren bekommen.

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Auch Schanzenbach und Kapschak leiden

Der nur wenige Meter von Marita Roesmanns Pommesbude entfernt gelegene Imbissbetrieb „Schanzenbach Grill & Snack“ hat schon seit Monaten geschlossen. Auch Bäckermeister Ludger Kapschak weiß von den Problemen ein Lied zu singen. Er hatte während der Monate, als die Baustelle direkt vor seinem Geschäft lag, hohe Umsatzeinbußen zu verzeichnen. Eine Folge war, dass die Öffnungszeiten seiner Pelkumer Filiale stark gekürzt wurden.

Blick auf die "Schanzenbach"-Filiale im Juli 2017.

Doch im Gegensatz zu Kapschak und Schanzenbach verfügt Marita Roesmann nur über eine Filiale. Und da fallen Umsatzeinbrüche umso schwerer ins Gewicht. Dennoch: Trotz der langen Durststrecke habe sie nie ernsthaft ans Aufgeben gedacht, sagt Roesmann. Grund seien zum einen ihre Stammkunden und zum anderen natürlich ihre sechs Angestellten gewesen. Denn die hätten sich dann einen neuen Job suchen müssen. Und für die Wiedereröffnung nach Ende der Bauarbeiten hätte sie sich neues Personal suchen müssen.

Absperrungen von allen Seiten

Dass Kanal- und Straßenbaumaßnahmen wie die auf der Kamener Straße erforderlich sind und Beeinträchtigungen mit sich bringen, ist natürlich auch Roesmann bewusst. Kopfschütteln rufen in ihr aber die monatelangen Verzögerungen hervor. Und: Etwas mehr Rücksicht auf die Geschäfte hätte sie schon erwartet.

Seit einigen Tagen sei es besonders schlimm. Die Zufahrt zu ihrem Imbiss sei als solche kaum noch zu erkennen. Es gebe auch keine Möglichkeit mehr, vor ihrem Imbiss zu parken. Das sei aber insbesondere abends ein Problem. Viele ältere Kunden trauten sich nicht, etwas weiter entfernt zu parken und den unbeleuchteten Weg zu ihrem Imbiss zu gehen.

Um ihren Betrieb gebe es derzeit drei Absperrungen. Hier hätte sie sich etwas mehr Fingerspitzengefühl von den Verantwortlichen gewünscht. „Sie sollten uns die Situation nicht noch schwerer machen, als sie ohnehin schon ist“, klagt Roesmann.

Baustelle soll in einigen Wochen weg sein

Viel Unterstützung erfährt die Unternehmerin in den sozialen Netzwerken. Auf Facebook hatte eine ihrer Mitarbeiterinnen die aktuelle Situation geschildert – und viel Verständnis für die Sorgen erhalten.

Immerhin: Ein Ende der Durststrecke ist in Sicht. Bis Mitte April sollen die Nebenanlagen und die Fahrbahn in Höhe des Imbisses fertig sein. Die Gesamtmaßnahme „Kamener Straße“ soll Anfang Mai beendet sein und der Verkehr endlich wieder störungsfrei laufen.

 

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