Posse geht weiter: Gehweg an Moltkestraße schon wieder aufgerissen - die Gründe

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"Nicht schon wieder", werden sich die Anwohner der Moltkestraße zuletzt gedacht haben. Sie blickten in den zurückliegenden Monaten fast immer auf eine Baustelle, wenn sie aus ihrem Fenster sahen.

Die Anwohner der Moltkestraße üben sich mittlerweile in Sarkasmus: Nicht einmal ein Jahr nach der monatelangen Kanal- und Straßenbaumaßnahme vor ihrer Haustür wird ein Teil des Gehwegs bereits zum zweiten Mal aufgerissen.

Pelkum - Grund ist auch diesmal die Verlegung eines Kabels. Nur: „Hätte man das nicht alles in einem Zug machen können?“, fragen sie sich.

Schon bei der großen Maßnahme, die im Spätsommer 2019 abgeschlossen werden konnte, war es „zu Verzögerungen und einigen Patzern“ gekommen. Kaum waren die Bauarbeiter abgezogen, wurde fast der komplette nördliche Gehweg wieder aufgerissen, was auch der Stadt sauer aufgestoßen war. Die hatte nämlich die Telekom darum gebeten, im Zuge der Kanal- und Straßensanierung ebenfalls ihre Kabel oder zumindest Leerrohre zu verlegen – vergeblich. Im Oktober entschied sich das Unternehmen dann doch dazu, aktiv zu werden und ein neues Kupferkabel für Telefon und Internet einzubringen.

Anwohner sind irritiert

Dass damals im Zuge der bereits angekündigten Beseitigung der „Weißen Flecken“ kein Glasfaserkabel verlegt wurde, irritierte die Anwohner. „Nicht auszudenken, wenn in absehbarer Zeit doch noch ein Glasfaserkabel verlegt wird und dafür der Bürgersteig erneut aufgerissen werden muss“, unkten sie damals. Und genau so ist es gekommen: Seit Anfang der Woche wird unter anderem auf der Moltkestraße ein Glasfaserkabel verlegt – allerdings nicht durch die Telekom, sondern durch eine Bietergemeinschaft von Stadtwerken und Helinet, die die „Weißen Flecken“ in Hamm beseitigt.

„Nur gut, dass im Vorfeld nie über die Verlegung eines Glasfaserkabels gesprochen wurde, weder von Seiten der Betreiber geschweige denn von den Anliegern. Es kommt ja auch so plötzlich, dass es ,Weiße Flecken‘ in Hamm gibt“, so der Kommentar eines Anwohners zu den Arbeiten.

Helinet-Sprecher kann Ärger verstehen

Martin Köster, Sprecher der Helinet, konnte den Ärger nachvollziehen. Den Vertrag, die „Weißen Flecken“ zu beseitigen, hatten die Bietergemeinschaft auf der einen und die Stadt Hamm auf der anderen Seite zwar bereits im März 2019 unterzeichnet. Da der aber noch von der Bundesnetzagentur und den Fördergebern geprüft werden musste, kam die endgültige Förderzusage Monate später. Und erst Ende 2019 konnten die Haushalte, die ans Glasfasernetz angeschlossen werden sollen, informiert werden. Insofern habe man nicht eher tätig werden und Kabel verlegen können, so Köster.

Glasfaserkabel nicht für Anwohner

Selbst in den Genuss, den Anschluss ans Glasfasernetz gefördert zu bekommen, kommen die Anwohner der Moltkestraße derzeit übrigens nicht. „Zumindest im ersten Schritt ist sie nicht förderfähig.“

Bei dem dort zu verlegenden Glasfaserkabel handele es sich um eine Hauptleitung, so Köster, der aber nicht ausschließen will, dass die Moltkestraße – und auch andere bislang nicht förderfähige Straßen – in einem zweiten Schritt dabei sind. Ziel sollte es sein, eines Tages das gesamte Stadtgebiet mit Glasfaser zu versorgen.

Gehweg über längere Strecke freigelegt?

Laut Schreiben wird es während der Arbeiten bis zum 20. Mai nur zur „kleinen Beeinträchtigungen“ kommen. Das bestätigte auch Stadtwerkesprecherin Cornelia Helm. Nach Möglichkeit werden die unterirdisch verlaufenden Leerrohre beziehungsweise Kabel im Spülbohrverfahren verlegt.

Dazu müsse der Gehweg nur etwa alle 100 bis 150 Meter an einer Stelle aufgerissen werden. Allerdings könne es aufgrund der örtlichen Gegebenheiten an der einen oder anderen Stelle vorkommen, dass Gehwege über eine längere Strecke freigelegt werden müssen.

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