In Pelkum

Mitten in der Nacht: Schon wieder Gegenstände gegen Auto geworfen - Serientäter aktiv?

Polizei-Fahrzeug
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Symbolbild.

[Update] Schon wieder haben in Hamm Unbekannte Gegenstände gegen ein fahrendes Auto geworfen. Der Fall weist Parallelen zu einem Vorfall in der vergangenen Woche auf.

Hamm - Binnen 23 Stunden haben Unbekannte in Pelkum erneut ein vorbeifahrendes Auto beworfen. Die jüngste Tat, die ebenfalls einen „gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr“ darstellt, ereignete sich am Samstag gegen 2.10 Uhr.

Ein Autofahrer war stadtauswärts auf der Kamener Straße unterwegs, als unweit der Straße „Am Kirchgraben“ sein VW von einem Gegenstand getroffen und beschädigt wurde. Um was es sich dabei handelte, konnte er nicht sagen. Allerdings konnte er beobachten, wie zeitgleich zwei Personen über einen Verbindungsweg in Richtung Holtkamp liefen. Beide sind circa 1,80 Meter groß, haben dunkle Haare und eine schlanke Statur. Es könnte sich um eine Frau und einen Mann gehandelt haben.

Aufgrund der räumlichen und zeitlichen Nähe sowie der Vorgehensweise konnte die eine Polizeisprecherin auf WA-Anfrage nicht ausschließen, dass das Duo an einer ähnlichen Tat keine 24 Stunden zuvor beteiligt war.

Unsere ursprüngliche Berichterstattung:

Wie die Polizei berichtet, warfen Unbekannte am frühen Freitagmorgen, gegen 3.15 Uhr, an der Kamener Straße eine Bierflasche und einen Stein auf zwei vorbeifahrende Autos.

Ein Mazda-Fahrer war demnach in Richtung Innenstadt unterwegs. In Höhe der Straße Kobbenskamp traf plötzlich eine Bierflasche das Fahrzeug an der Beifahrerseite.

Zeitgleich war ein VW-Fahrer in entgegengesetzter Richtung unterwegs, als ein Stein wiederum sein Fahrzeug traf.

Nur Sachschaden: Fahrer mit Glück im Unglück

Beide Fahrer erschraken sich zwar, behielten aber die Kontrolle über ihre Wagen. Verletzt wurde deshalb zum Glück niemand. Es entstand aber ein Sachschaden von rund 1.000 Euro, wie die Polizei schätzt.

Zeugen werden jetzt gebeten, sich unter der Telefonnummer 02381 916-0 mit Hinweisen an die Ermittler zu wenden.

Polizei: Kein Kavaliersdelikt!

Der gefährliche Eingriff in den Straßenverkehr ist kein Kavaliersdelikt und kann, je nach Tathergang, eine Geld- oder sogar eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren bedeuten. Neben dem Bewerfen von Autos gehören dazu unter anderem auch das Werfen von schweren Gegenständen von Brücken, das Zerstören von Verkehrsschildern und anderen Verkehrszeichen, das Blenden von Autofahrern mittels Laserpointer, das Aufstellen von Hindernissen oder das Entfernen von Gullydeckeln.

Gerade diese Taten waren in den vergangenen Jahren auch in Hamm immer wieder ein Thema. Am 3. Januar hatte ein Unbekannter einen Gullydeckel vom Gehweg der Straße Pankratiusplatz in Bockum-Hövel aus vor ein fahrendes Auto geworfen. Ende 2019 waren im östlichen Stadtgebiet mehrere Autoscheiben mit Gullydeckeln eingeschlagen worden. Und vor zwei Jahren hatten Unbekannte am Saalkampweg in Uentrop drei Gullydeckel an der Kanalbrücke entfernt.

Immer wieder werden Gegenstände geworfen

Dass solche Dummheiten auch viel schwerwiegendere Folgen haben können, zeigen zahlreiche Beispiele.

In Geseke wurde bei einem SEK-Einsatz vor zehn Tagen ein 21-Jähriger festgenommen, der gleich mehrfach Gegenstände - darunter eine schwere Betonplatte - von Brücken auf Autobahnen geworfen haben soll.

Zuerst soll er am 28. April zugeschlagen haben, eine 25-jährige Frau hat nur mit viel Glück überlebt: Der Mann soll eine schwere Betonplatte von einer Brücke auf die A44 geworfen haben. Die Frau war mit einem Transporter von Geseke in Richtung Kassel unterwegs. Sie blieb äußerlich unverletzt, erlitt jedoch einen Schock, als die Betonplatte auf den Transporter krachte.

Der 21-jährige schlug offenbar kurz darauf wieder zu: Am 4. Mai auf der L 776 und in der Nacht zum 5. Mai auf der A 33. In beiden Fällen wurden Gegenstände auf die Fahrbahn geworfen, allerdings weder Fahrzeuge getroffen noch Menschen verletzt, heißt es in der gemeinsamen Pressemitteilung der Polizei und der Staatsanwaltschaft Paderborn.

Versuchter Mord auf A1

Nach wie vor sucht die Polizei auch Zeugen für einen versuchten Mord auf der A1 in Ascheberg. Opfer eines mutmaßlichen Steinewerfers sind ein 26-jähriger Vater aus Bockhorn und seine beiden Kinder im Alter von einem und drei Jahren. Sie waren mit einem Renault in Richtung Dortmund unterwegs, als an der Brücke Rinkeroder Weg/Kreisstraße 40 ein noch nicht ausfindig gemachter, etwa faustgroßer Gegenstand auf das Auto krachte und das gläserne Panoramadach zersplittern ließ.

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