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Mehr als die bunte Tüte: Steiner’s Kramlädchen eröffnet

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Von: Markus Liesegang

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Stefan Steiner ist mit seinem Kiosk an die Große Werlstraße gezogen.
Lakritz und Weingummi gibt’s bei ihm getrennt: mit und ohne Gelatine. Stefan Steiner ist mit seinem Kiosk an die Große Werlstraße gezogen. © Liesegang

Lakritz und Weingummi gibt’s bei ihm getrennt: mit und ohne Gelatine. Stefan Steiner ist mit seinem Kiosk an die Große Werlstraße gezogen.

Pelkum - Schon einmal hat die Familie Steiner einen Kiosk eröffnet. Zunächst hatten sie ab 2021 einen im Wohnhaus an der Kupferstraße auf dem Daberg, jetzt betreibt das Ehepaar „Steiner’s Kramlädchen“ an der Großen Werlstraße 68.

„Hier war früher eine Wäscherei“, erzählt Stefan Steiner, der am Mittwoch hinter dem Tresen steht, „der Laden stand aber wohl fünf Jahre leer“. Für ihn und seine Frau ein Glücksfall: „85 Quadratmeter haben wir hier zur Verfügung, können also ein größeres Angebot vorhalten“, sagt der Einzelhandelskaufmann.

Außerdem habe die Große Werlstraße wesentlich mehr Frequenz zu bieten als die Durchgangsstraße nach Weetfeld und mit den angeschlossenen Wohngebieten. „In der Kupferstraße ist das völlig anders. Es ist ein reines Wohngebiet. Dort passten die Umsätze nicht.“

Süßes mit und ohne Gelantine

Die Größe in Pelkum macht es möglich, dass die Steiners nicht nur die klassische bunte Tüte anbieten. „Lakritze und Weingummi übrigens strikt getrennt in mit und ohne Gelatine, letzteres für vegan lebende Menschen und Moslems“, erklärt Stefan Steiner.

Auch für Menschen, deren Kühlschrank leer ist, bietet Steiner Nachschub. Das Frühstück könne man bei ihm auch zusammenkaufen. Außerdem denke die Familie daran, das Angebot um Grillwürstchen zu erweitern. „Wir sind im Gespräch mit einem Fleischer aus dem Westen“, verrät der gebürtige Berliner. Aufstrich gibt es bei ihm ebenfalls und theoretisch auch Zutaten für den Kuchen, sollte die Verwandtschaft sich überraschend ansagen. „Ich habe aktuell aber wie alle das Problem, Mehl zu bekommen“, sagt Steiner.

Die Kupferstraße ist ein reines Wohngebiet. Dort passten die Umsätze nicht.

Stefan Steiner

Auch seien seine Einkaufspreise wie überall im Handel gestiegen. „Der Durstlöscher kostet zum Beispiel 20 Cent mehr. Das muss ich zum Teil weitergeben, um meinen Schnitt zu machen.“ Fixkosten habe er ja schließlich auch.

Schleim und Dino-Eier

Der Marktmacht der Discounter ein paar hundert Meter weiter, sieht Steiner gelassen entgegen. „Wir versuchen, uns an deren Preisen zu orientieren. Außerdem schätzen es unsere Kunden, wenn sie an der Ecke etwas bekommen, sich also den Weg sparen können.“

Ungewöhnlich ist die große Auswahl an Spielzeug, die der 45-Jährige und seine Frau anbieten. „Ich habe meine Ausbildung in einer Spielzeugabteilung gemacht“, verrät Steiner. „Schleim geht immer, momentan sind diese Dinoeier gefragt, Renner sind auch diese Styropor-Flieger – bei Kindern und Teenies.“ Der Umsatz passt inzwischen wieder. Ihren Kiosk öffnen die Steiners von 7 bis 20.30 Uhr.

Chance für die Söhne?

Stefan Steiner und seine Frau Claudia wollen den Kiosk immer weiter zu einem „Tante-Emma-Laden“ ausbauen. Und ihn langfristig als Familienbetrieb etablieren. „Ich habe zwei Söhne mit leichten Behinderungen, die die Alfred-Delp-Schule besuchen“, erklärt der vierfache Vater. „Vielleicht ist der Gedanke naiv. Aber es wäre schön, wenn die beiden hier mitarbeiten könnten, anstatt in einer Werkstatt wie die der Lebenshilfe zu arbeiten.“ Tochter Jana, die am Cornelia-de-Lange-Syndrom leidet, brachte die Familie ins Kiosk-Geschäft: Die Vierjährige brauche viel Zuwendung, so dass Mutter Claudia ihren Beruf aufgeben musste und zu Hause blieb.

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