Lokal wohl endgültig geschlossen

Besitzer ist Zukunft "egal": Kaum Hoffnung für Haus Refus

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Ob es eine Nachnutzung als Gaststätte oder Restaurant geben wird, ist noch ungewiss. Auch für die Vereine fällt dieser Treffpunkt dann weg.

Selmigerheide – Nach dem „Haus Bürger“ und der „Mausefalle“ steht der dritte – und auch letzte – Traditionsbetrieb im Raum Selmigerheide/Weetfeld vor dem Aus: Auch das „Haus Refus“ hat seit Kurzem geschlossen.

Ob es überhaupt noch einmal als Gastronomiebetrieb eröffnen wird, ist – so der Stand heute – unwahrscheinlich. Zwar bietet der Eigentümer, Safak Darcan, die Lokalität weiterhin zur Pacht an. Er selbst hat jedoch große Zweifel, dass er noch einen Pächter mit einem Konzept findet, das ihn überzeugt. In der Vergangenheit habe es zwar, so Darcan, einige Anfragen gegeben. Aber auch ihm als Laien sei schnell klar gewesen, dass mit den ihm vorgelegten Konzepten der „Laden schnell vor die Wand gefahren wird“.

Der Eigentümer klingt frustriert: Mittlerweile sei es ihm auch egal, was mit „Haus Refus“ passiere: „Vielleicht entstehen dort demnächst Wohnungen, vielleicht zieht auch eine Arztpraxis ein. Vielleicht steht es aber auch einige Jahre leer.“ Er suche nach einer langfristigen Lösung, die für ihn als Eigentümer „das Beste ist“.

Darcan: "Alles versucht, den Laden am Laufen zu halten"

Dass er noch einmal selbst den Betrieb übernimmt, so wie nach der Privatinsolvenz des vorherigen Pächters Ende 2017 geschehen, kommt für Darcan „nicht infrage“. Er sei jetzt beruflich viel im Raum München unterwegs und habe einfach keine Zeit mehr, sich auch noch um das „Haus Refus“ zu kümmern. „Und ich bin auch nicht vom Fach“, so Darcan, der nach eigenem Bekunden „alles versucht hat, den Laden am Laufen zu halten“. In den vergangenen Monaten seien jedoch zu wenig Gäste gekommen.

Doch wie geht es jetzt insbesondere für die Vereine weiter, die sich regelmäßig im „Haus Refus“ getroffen und dort auch größere Veranstaltungen wie den Heimatabend der Arbeitsgemeinschaft der Vereine Wiescherhöfen und Weetfeld abgehalten haben? Deren Vorsitzender, Manfred Scheffler, zeigte sich von der Entwicklung enttäuscht, zumal am „Haus Refus“ kein Hinweis angebracht worden sei, dass der Betrieb geschlossen habe. „Sogar die Speisekarte hängt dort noch“, so der Vorsitzende, der „wenig Hoffnung“ hat, dass sich noch ein Interessent findet, der „Haus Refus“ weiterführt.

Vereine weichen ins Gemeindehaus aus

Er gehe daher davon aus, dass die Heimatabende in den kommenden Jahren im Gemeindehaus der Friedenskirche stattfinden. „Dort ist der einzige größere Saal, den wir noch haben.“ Kleine Veranstaltungen wie die Jahreshauptversammlungen der Arge könnten reihum bei den Mitgliedsvereinen stattfinden, die eigene kleine Räumlichkeiten haben. Seiner Meinung nach sollte aber auch über den Tellerrand geblickt werden. Mit dem Vereinsheim Lohauserholz und der Bürgerhalle Pelkum gebe es nicht weit entfernt zwei größere Veranstaltungsräume.

Aber nicht nur den Vereinen wird „Haus Refus“ fehlen, wie der Vorsitzende der Schützengesellschaft Wiescherhöfen-Weetfeld, Hubertus Petermann, bemerkte. „In der Selmigerheide gibt es auch keinen Treffpunkt mehr für Stammtische, Knobelgruppen oder Familienfeiern.“ Und für den Beerdigungskaffee müsse man jetzt auf andere Stadtteile ausweichen. „Die Gaststätten waren immer ein beliebter Treffpunkt der Vereine, um im Gespräch zu bleiben wie zum Beispiel am Volkstrauertag – das fehlt“, so Petermann.

Hoffen auf kompetenten und kritikfähigen Wirt

Die frühere Eigentümerin habe das Lokal mit Liebe aufgebaut. Und nun sei es so heruntergewirtschaftet worden. „Es braucht jetzt einen neuen fachlich kompetenten Wirt, der auch kritikfähig ist. Den sollten die ansässigen Vereine dann unterstützen. Es ist allerdings durchaus schwierig im Dorf zu überzeugen, wenn erst einmal Negatives herumgeht.“

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