Lebenretterin Lucille: Katze schlägt bei Küchenbrand früh Alarm und rettet damit zwölf Menschen

Besser als ein Brandmelder: Kirsten Jasper und Marco Brucki mit Kater Lui, aktuell zu Hause bei einem Freund in der Moltkestraße) sind froh über das feinfühlige Gespür von Katze Lucille, die bei dem Brand an der Großen Werlstraße Alarm geschlagen hatte.
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Besser als ein Brandmelder: Kirsten Jasper und Marco Brucki (mit Kater Lui, aktuell zu Hause bei einem Freund in der Moltkestraße) sind froh über das feinfühlige Gespür von Katze Lucille, die bei dem Brand an der Großen Werlstraße Alarm geschlagen hatte.

Die Bewohner der Großen Werlstraße 77 haben eine neue Heldin: Sie ist zwei Jahre alt, hört auf den Namen „Lucille“ und ist eine Katze. Vor allem ihr haben es die acht Mietparteien in dem Haus zu verdanken, dass aus einem Unglück keine Katastrophe wurde und der Brand in dem Mehrfamilienhaus am 15.August vergleichsweise glimpflich ausgegangen ist.

Wiescherhöfen – Marco Brucki und seine Verlobte Kirsten Jasper schliefen schon, als Lucille gegen 1.15 Uhr plötzlich laut anfing zu miauen. Brucki wurde wach und wusste, dass etwas nicht stimmte. Nicht nur, dass ihn das Miauen seiner Katze an ein lautes Kindergeschrei erinnerte: Im vorigen Jahr hatte er es von Lucille schon einmal vernommen. „Damals hatte ein Nachbar eine Hecke abgefackelt. Der Qualm war rauf bis in unsere Dachgeschosswohnung gezogen.“ Lucille habe sich daraufhin lautstark bemerkbar gemacht. „Ähnlich wie diesmal“, erzählt der Wiescherhöfener.

Brucki weckte seine Verlobte und schaute nach dem Rechten. „In der Küche, deren Tür zum Glück zu war, flackerte es bereits. Wir wussten sofort: Nichts wie raus!“ Als erstes habe man die Feuerwehr gerufen und sich angezogen. „Lucille und ihr ein Jahre alter ,Bruder‘ Lui hatten sich mittlerweile versteckt. Da der Strom in unserer Wohnung ausgefallen war, mussten wir sie mithilfe unserer Handy-Taschenlampe suchen.“

Katze warnt vor Feuer

Schließlich habe man sie gefunden, sie gepackt und sei mit den Katzen auf dem Arm aus der Wohnung gerannt. Auf dem Weg nach unten habe man bei den Nachbarn geklopft und sie über das Feuer im Haus informiert. Bis zum Eintreffen der Feuerwehr habe man vorm Haus weiter auf die Klingeln gedrückt. „Dank der frühen Warnung von Lucille konnten alle zwölf Bewohner – so schien es zumindest – das Haus verlassen.“

Mittlerweile war die Feuerwehr eingetroffen und brachte das Feuer schnell unter Kontrolle, sodass Schlimmeres verhindert werden konnte. Doch plötzlich wurde Marco Brucki bleich: „Ich sah, wie Feuerwehrleute mit einer Trage ins Haus rannten. Unser direkter Nachbar befand sich noch in seiner Wohnung.“

Glücklicherweise habe die Feuerwehr ihn wecken und unverletzt ins Freie bringen können. „Sie glauben nicht, wie erleichtert wir waren“, sagt Brucki, der die beiden Katzen unterdessen in sein Auto gebracht hatte.

Lebensretterin Lucille: Sie warnte die zwölf Bewohner des Mehrfamilienhauses vor dem Feuer.

Großes Lob für Einsatzkräfte und Helfern

Ausdrücklich möchten er und seine Verlobte sich bei den Einsatzkräften von Polizei und Feuerwehr bedanken. Nicht nur, dass sie binnen weniger Minuten am Einsatzort waren. „Während der gesamten Zeit haben sie sich hervorragend um uns gekümmert und auf dem Laufenden gehalten.“

Ihr Dank gilt aber auch weiteren Helfern: Freunden, Nachbarn und der Familie, die sie nach dem Brand versorgt hätten. Allen gehe es den Umständen entsprechend gut, vom ersten Schock habe man sich inzwischen erholt. „Nur unsere Küche ist natürlich nicht mehr zu gebrauchen.“

Doch die größte Heldin ist und bleibt Lucille, die, wie Brucki berichtet, besser zu hören war als der Brandmelder. Er und Kirsten Jasper beschreiben ihre Katze als „äußerst feinfühlig“. Schon auf kleinste Geräusche im Flur reagiere sie, sagt der Wiescherhöfener, der auch schon früher Katzen hatte. Allerdings hätten die Ereignisse sie auch stark mitgenommen. „Sie ist sehr scheu und versteckt sich viel unterm Sofa“, berichten sie.

Kein Personenschaden durch Warnrufe der Katze

Und woher kommt der für eine Katze eher ungewöhnliche Name? Den habe man aus der Fernsehserie „The Walking Dead“. Eine der handelnden Personen in der TV-Serie habe einen Baseballschläger namens Lucille, schmunzelt Jasper.

Da der Brandgeruch in ihrer Wohnung noch nicht verschwunden ist, haben die beiden Lucille und Lui bei Freunden in der Moltkestraße untergebracht. „Wir selbst schlafen aber wieder in unserer Wohnung.“

Ob Lucille schon ein Geschenk bekommen hat? „Noch nicht“, sagt Brucki. Aber den 15.August werde man in den kommenden Jahren sicher in besonderer Weise begehen und an Lucilles Heldentat erinnern. „Wir verdanken diesem Tier unser Leben.“

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