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Keine Abrissgenehmigung: Gnadenfrist für „Golfschläger“

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Von: Peter Körtling

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Schacht Lerche soll abgerissen werden
Seit einem Jahr wartet die RAG darauf, Schacht Lerche, wegen seiner markanten Form auch „Golfschläger“ genannt, abreißen zu dürfen. © Robert Szkudlarek/Digitalbild

Seit mehr als einem Jahr möchte die RAG Montan Immobilien zur Tat schreiten und den Schacht Lerche endlich abreißen. Doch wartet die Gesellschaft immer noch auf die Genehmigung darauf.

Lerche - Schacht Lerche war ursprünglich der Schacht VII der Zeche Königsborn. Der Teufbeginn war 1971. Im Jahr darauf erreichte der Schacht in 452 Meter Tiefe das Karbon. Er ging 1973 in Betrieb, diente zunächst der Entsorgung der verbrauchten Wetter des Monopol-III-Feldes. So sollte er den Fortbestand der Zeche Königsborn sichern.

1978 wurde Königsborn VII mit der Zeche Heinrich Robert zusammengeschlossen. Bis 1998 führte der Schacht die Abwetter aus der Schachtanlage. Im Rahmen der Zusammenlegung von Heinrich Robert, Monopol und Haus Aden zum Bergwerk Ost bekam der Schacht eine neue Aufgabe: Für 280 Millionen Euro wurde er in einen Material-, Wetter- und Seilfahrtschacht umgebaut.

Der elegante Förderturm („der Golfschläger“) steht seit 2001 in Lerche. Er war 1985 für den Schacht Haus Aden VII gebaut und nach dessen Stilllegung nach Hamm überführt. Bis zur Stilllegung des Bergwerks Ost wurden hier etwa 800 Bergleute täglich in einem Großkorb und einem kleineren Korb unter Tage befördert. Mit einer Tiefe von 1 400 Metern und einem Schachtdurchmesser von etwa acht Metern ist Schacht Lerche einer der tiefsten Schächte im Ruhrbergbau.

Denkmalschützer konnten sich nicht durchsetzen

Aufgrund seiner Bedeutung wollten die Denkmalschützer des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) den hervorstechenden Turm, der inzwischen zur „Route der Industriekultur“ gehört, unter Denkmalschutz stellen und dadurch dauerhaft erhalten. Dass der Schacht nicht unter Schutz gestellt wurde, liegt auch daran, dass weite Teil der Zeche Heinrich Robert erhalten bleiben. Das war ebenfalls ein Anliegen des LWL. Nun sorgt ein Kompromiss dafür, dass der Abriss möglich wird: Statt des kompletten Erhalts soll eine umfangreiche Dokumentation über den Schacht und seine Geschichte erstellt werden. Die RAG hat ihrerseits die entsprechenden Informationen geliefert.

Nun liege die weitere Verzögerung daran, dass noch nicht alle erforderlichen Unterlagen von der Unteren Denkmalbehörde vorlägen, sagte Stadtsprecher Tobias Köbberling. Der Abrissantrag sei aber gestellt und werde vom Bauordnungsamt bearbeitet. Sobald der LWL die Unterlagen habe und sein Einverständnis gebe, werde man die Abrissgenehmigung erteilen.

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