Unterstützung für Vorschlag des SK „Germania“ Herringen 

Lost Place: Idee für einstiges Radrenn- und Motorsportstadion in Herringen

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Das Barbarastadion wird schon lange nicht mehr genutzt. Hier könnte eine Sport-Kita entstehen.

Herringen - Ein Lost Place ist das alte Barbara-Stadion. Was daraus werden könnte, ist noch eine Vision. Zumindest aber die SPD Herringen hat Gefallen an der Idee des SK „Germania“ Herringen gefunden.

Das Barbara-Stadion wird längst nicht mehr für sportliche Zwecke genutzt. Und so kam die Idee beim SK „Germania“ Herringen auf, auf dem Gelände eine Sport-Kita zu errichten. SPD-Ratsherr Ralf-Dieter Lenz hat diesbezüglich bereits bei der Verwaltung vorgefühlt. „Zeitnah“ soll es dort ein Gespräch mit Vertretern des Sportvereins geben, um zum Beispiel über die Möglichkeiten der Finanzierung einer vom SK betriebenen Sport-Kita und den Bedarf im Sozialraum zu sprechen. 

In Anwesenheit des Vereinsvorsitzenden, Michael Brand, und einiger Mitglieder der SPD Herringen zeigte sich Lenz zuversichtlich, dass es den gibt – trotz einer weiteren neuen Kita, die in Kürze auf dem ehemaligen Gelände des Kanu-Vereins an der Lünener Straße entstehen soll. 

Bewegung liegt im Trend

Was ihn und die Herringer Genossen optimistisch stimmt? Da ist zum einen die Entwicklung neuer Baugebiete. Zum anderen liege, wie Lenz sagte, die Bewegung absolut im Trend. „Eltern nehmen auch weitere Wege in Kauf, um ihre Kinder in eine Sport-Kita zu bringen“, geht er davon aus, dass eine solche Einrichtung auch über Herringen hinaus wirken wird.

Rad-, Roll- und Motorsportstadion

Das Barbara-Stadion wurde am 7. August 1954 als Rad-, Roll- und Motorsportstadion dem Radsportverein SK „Germania“ Herringen übergeben. Namensgeberin war die Schutzpatronin der Bergleute, die hl. Barbara. Denn es waren größtenteils Bergleute, die das Stadion in jahrelanger Selbsthilfe geschaffen haben. Treibende Kraft beim Bau war der damalige Vereinsvorsitzende, Fritz Brune. Ursprünglich sollte das Stadion auf einer Fläche im Sundern angelegt werden, was jedoch am Veto der Forstbehörde scheiterte. 

Im Herbst 1951 stellte die Zeche Heinrich Robert ein Gelände an der Dortmunder Straße zur Verfügung. Der erste Spatenstich erfolgte im November 1951. Insgesamt wurden von den freiwilligen Helfern 16.000 Arbeitsstunden geleistet. Nur beim Auftragen der 200 Meter langen Betonfahrbahn wurde eine Baufirma mit ins Boot geholt. Außerdem wurde eine Rollschuhlauffläche angelegt. Rund 4.500 Zuschauer fasste das Stadion, in dem auch Boxkämpfe und Handballspiele ausgetragen wurden, damals. An Sport ist aber längst nicht mehr zu denken. Seit Jahren liegt das Stadion brach und verwittert zusehends.

Weiterer Sanierungsbedarf in Glückaufhalle

Die Genossen waren sich einig, dass ein solches Projekt aber eher mittelfristig zu sehen ist. Anders sieht dies bei dem zweiten Thema aus, das während des Ortstermins in der Heimat des SK „Germania“, der Glückaufhalle, angesprochen wurde. Diese wurde zwar vor einigen Jahren für 1,9 Millionen Euro saniert. Doch entgegen der ursprünglichen Planung blieben der Hallenboden und die Tribüne – ihre Erneuerung sollte rund 850 000 Euro kosten – außen vor.

Ihr Zustand habe sich in den vergangenen Jahren verschlechtert, wie Brand erklärte. Der Hallenboden sei an vielen Stellen uneben. Er müsse, um weiterhin Sport ausüben zu können, in absehbarer Zeit erneuert werden. Für den Rollhockey-Sport wäre ein Parkettboden ideal, was aber mit dem Schulsport wohl nicht zu vereinbaren sei. Daher müsse ein Kompromiss her. 

Verein sei Aushängeschild

Es wäre wichtig, wenn der Verein an der Planung beteiligt würde, so der Vorsitzende. Für die Genossen steht das außer Frage. Sie hatten bereits 2013 auf die Schieflage des Hallenbodens hingewiesen. Sie betonten, dass man den Verein in seinem Bestreben, ihn und auch die Tribüne zeitnah zu erneuern, unterstützen werde. Mit Blick auf die nicht mehr erforderlichen Neuanpflanzungen im „Isenbecker Hof“ regte Ratsherr Franz Tillmann an, einen Teil des dort eingesparten Geldes in die Glückaufhalle zu investieren. Lenz verwies darauf, dass der SK „Germania“ als einziger Hammer Sportverein auf internationale Ebene spiele und er ein Aushängeschild des Hammer Sports sei. Es sei wichtig, ihm und seinen Gästen vernünftige Rahmenbedingungen zu bieten. 

Im November beispielsweise gastieren die Profi-Rollhockeyspieler des FC Barcelona in der Champions League in Herringen. Dann werden wieder über 500 Zuschauer in der Halle sein. Bei den „normalen“ Bundesligaspielen sind es 250 bis 300. Damit bewegt sich der SK Germania auf Augenhöhe mit den Fußballern von Westfalia Rhynern und der HSV. Mehr Zuschauer ziehen in Hamm nur die Handballer des ASV und die Hammer Eisbären (Eishockey)

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