Auf einmal war da eine Wasserleitung

Fast ausweglos: Pelkum von Baustellen umzingelt

+

Pelkum - Die Geduld der Autofahrer im Stadtbezirk Pelkum wird weiter aufs Heftigste strapaziert. Das wurde auf der jüngsten Bezirksvertretersitzung – mal wieder – deutlich. Ausnahmsweise ging’s vornehmlich aber nicht um die Kamener Straße. Stein des Anstoßes war vielmehr die Baustelle auf der Weetfelder Straße in Höhe der Einmündung Wasserfall, die die Bürger „völlig unerwartet“ traf.

Es habe keinerlei Informationen gegeben, ärgerte sich SPD-Fraktionschef Friedrich Gosewinkel. Und vor allem: „Wer hat die Baustelle in Auftrag gegeben und wie lange dauert sie?“ Ins gleiche Horn stieß seine Parteifreundin Gerlinde Schöpper: „Die Bürger sind empört. Es kann nicht sein, dass solch eine Baustelle ohne vorherige Bekanntmachung eingerichtet wird.“ Zudem seien die Umleitungsschilder absolut unverständlich. Auch Bezirksvorsteher Udo Schulte sprach von einer „Sauerei“. Für Anton Harling, Chef der CDU-Bezirksfraktion, ist das Problem nicht neu. Offensichtlich gebe es in der Verwaltung keinen, der den Hut auf habe und die Baustellen in der Stadt koordiniere. 

Anlass für seine Einlassungen war aber weniger die neue Aufreger-Baustelle auf der Weetfelder Straße, sondern die Baustellensituation in Lohauserholz. Hier gibt es gleich drei größere Baumaßnahmen (Östingstraße, Stadionstraße, Lohauserholzstraße). Die CDU-Fraktion fragt sich, ob es nicht möglich sei, die Belästigungen für Verkehrsteilnehmer und Anwohner durch ein frühzeitiges und gezieltes Baustellenmanagement „deutlich zu reduzieren“. Das unterstrich auch Lars Menneke (CDU): „Die Bezirksvertretung muss über anstehende Baumaßnahmen rechtzeitig informiert werden.“

Neuer Stauraumkanal für die Weetfelder Straße

Mittlerweile steht fest, wer die Baustelle auf der Weetfelder Straße eingerichtet hat. Es handelt sich um eine Baumaßnahme des Lippeverbandes, die auch noch in der kommenden Woche zu Einschränkungen führen wird. Denn so lange wird die Weetfelder Straße ab der Einmündung Wasserfall für den Linienverkehr der Stadtwerke nicht befahrbar sein. Wie Ilias Abawi, Sprecher des Lippeverbandes, sagte, müsse ein Kanal an den neuen Stauraumkanal angeschlossen werden, der wiederum zum neuen Pumpwerk in Höhe der Firma Riba führt. Bei Aufnahme der Straße sei man auf eine Trinkwasserleitung gestoßen, die man nach Sichtung der Unterlagen an dieser Stelle nicht erwartet habe. Um die Maßnahme durchführen zu können, müssten die Stadtwerke diese Leitung verlegen.

Diverse weitere Baustellen 

Stark eingeschränkt wird die Erreichbarkeit des Stadtbezirks Pelkum aber nicht nur durch die Baustellen auf der Weetfelder Straße und im Hölzken. Gearbeitet wurde in den vergangenen Tagen auch auf der Wiescherhöfener Straße in Höhe des Bahnübergangs an der Strecke Dortmund – Unna und an der Banningstraße/Ecke Otto-Brenner-Straße. Die Folge auch hier: Umleitungen beziehungsweise lange Staus. Die gibt es auf der Kamener Straße im Bereich der Ortsdurchfahrt Pelkum schon seit Monaten.

Es hagelt Kritik

Allerdings ist hier ein Ende in Sicht: Nach Angaben der Stadt sollen die Einschränkungen bis zum Ende der Woche behoben sein. Das trifft auch auf die Mängelbeseitigung im erst Ende 2016 fertiggestellten Kreisverkehr Kamener Straße/Kleine Werlstraße zu. Gerade hier hagelte es in den vergangenen Tagen aber Kritik, unter anderem von Michael Zeisler. „Kaum erstellt, wird der Kreisverkehr schon wieder aufgerissen“, schreibt er. Abgesehen von der extremen Zeitüberschreitung sei die Maßnahme aus privatwirtschaftlicher Sicht nicht nachvollziehbar. Mit Blick auf die Gesamtmaßnahme, die seit Anfang 2016 läuft und die sich um neun Monate verzögert hat, fällt sein Urteil vernichtend aus. Seiner Meinung nach haben hier „etliche die Augen verschlossen und schlicht gepennt“. Dabei gehe es ihm noch nicht einmal um die direkten kapitalen Schäden, als vielmehr um die Nerven der Bürger, die tagtäglich auf die Verkehrsanbindung angewiesen sind und über Monate mehr Zeit investieren durften.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.