Rossmann wartet ab: Diskussion um Drogeriemarkt-Standort

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Pelkum - Bei der Ansiedlung des Drogeriemarktes gibt es unterschiedliche Auffassungen über den Standort. Die Stadtverwaltung favorisiert das Gelände Zeche Heinrich Robert, die Bezirksvertreter hingegen den Standort Edeka/Aldi/Volksbank. Für die Drogeriemarktkette Rossmann habe letzteres Priorität. 

Rossmann wollte auf dem Gelände von Haus Bußmann an der Kamener Straße, nur wenige Meter vom Standort Edeka/Aldi/Volksbank entfernt, eigentlich schon längst eine Filiale eröffnet haben – bis ihr der Denkmalschutz einen Strich durch die Rechnung machte.

Da sich Rossmann aber gerne im Stadtbezirk Pelkum ansiedeln möchte, ging die Suche nach einem Standort von vorne los. Und den hat zumindest die Verwaltung gefunden. Wie Olaf Dersen, Mitarbeiter im Stadtplanungsamt, erklärte, würde man einen Drogeriemarkt gerne auf dem Zechengelände in direkter Nachbarschaft zum Netto-Markt ansiedeln. 

Priorität habe für Rossmann allerdings eine Ansiedlung im Bereich Aldi/Edeka/Volksbank. Weiteren Einzelhandel werde man an dieser Stelle aber nicht genehmigen, so Dersen. Zum einen sei dieser Einzelhandelsstandort auch ohne einen Drogeriemarkt stark genug. Zum anderen wolle man für ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem westlichen und dem östlichen Teil der Kamener Straße sorgen. 

CDU-Fraktionschef Anton Harling verwies darauf, dass die Verwaltung die Ansiedlung einer Rossmann-Filiale auf dem Bußmann-Gelände, also in direkter Nachbarschaft zu Edeka und Aldi, ja auch genehmigt habe. Zudem sei beim Zechengelände noch völlig offen, wann eine Ansiedlung erfolgen kann, so Harling, der jetzt befürchtet, dass Rossmann eines Tages ganz abspringen könnte und Pelkum gar keinen Drogeriemarkt bekommt. 

„Wie groß ist aus Ihrer Sicht das Risiko, dass Rossmann sich zurückzieht?“, wollte Harling wissen. Dersen konnte diese Frage nicht beantworten. Man sei weiter im Gespräch. „Eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen“, sagte er. 

Drogeriemarkt-Ansiedlung von allen gewünscht

Auch aus Sicht von Friedrich Gosewinkel, Chef der SPD-Fraktion, ist die Situation derzeit nicht einfach. „Wir sitzen zwischen den Stühlen“, sagte er. Da sei zum einen die Entwicklung des Zechengeländes, die der SPD sehr am Herzen liege. Zum anderen sei da aber auch die Bevölkerung, die unbedingt einen Drogeriemarkt haben möchte. 

Nach Einschätzung der Verwaltung muss der aber nicht unbedingt zum Rossmann-Konzern gehören. Es gebe auch andere große Ketten. Wie Dersen sagte, habe Rossmann den Standort Heinrich Robert zwar nicht ausgeschlossen. Priorität habe aber ein anderer. 

Über eine Drogeriemarkt-Ansiedlung, egal an welcher Stelle, würden sich auch die potenziellen Nachbarn freuen, zumal die für die Zukunft einige Veränderungen planen. Wie Bezirksvorsteher Udo Schulte auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte, plane Netto eine Erweiterung seines Marktes an der Kamener Straße. Und auch Aldi denke offensichtlich über eine Vergrößerung nach. Der will die Verwaltung keinen Riegel vorschieben. Eine Vergrößerung der bestehenden Märkte sei aus Sicht der Stadt möglich – nur eben kein zusätzlicher Einzelhandel im Bereich Edeka/Aldi/Volksbank, stellte Dersen klar.

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