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Dino-Park in Hamm: T-Rex und Co. sollen Halden erobern

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Von: Stefan Gehre

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Yakup Yalcinkaya hat als Chefdesigner im Dino-Park in Münchehagen gearbeitet.
Yakup Yalcinkaya hat als Chefdesigner im Dino-Park in Münchehagen gearbeitet. © Yalcinkaya

Werden schon bald T-Rex und Co. auf den Bergehalden „Kissinger Höhe“ oder „Humbert“ zu bestaunen sein? Für den Künstler Yakup Yalcinkaya, der mit seinem Projekt „Urzeit Revier Hamm“ den weltweit größten Dino-Park schaffen möchte, sind sie die idealen Standorte.

Hamm - „Ein bereits vorhandenes Wegenetz, eine gute Anbindung, die Nähe zum Kamener Kreuz und eine natürliche Umgebung, die ich erhalten möchte, sind beste Voraussetzungen für das Projekt“, gerät der 57-Jährige beim Gang über die „Kissinger Höhe“ ins Schwärmen. Erforderlich seien auch Büros, eine Werkstatt, gastronomische Angebote, Verkaufsshops und ähnliche Dinge. Einige Container könnten zum Beispiel am Zechenweg aufgestellt werden, so Yalcinkaya, der zwölf Jahre als Chef-Designer im weltweit größten Dino-Park in Münchehagen – dort sind über 300 Tiere ausgestellt – gearbeitet hat.

Doch was sagt der Regionalverband Ruhr (RVR) als Eigentümer der beiden Halden zu der Idee? Offiziell ist Yalcinkaya noch nicht an ihn herangetreten. Er arbeite derzeit an einem Modell, das er dem Verband und auch der Stadt zeitnah präsentieren werde, so der Künstler. RVR-Sprecher Jens Hapke erklärte auf Anfrage, dass man Ideen zur Nutzung von Bergehalden grundsätzlich offen gegenüberstehe. „Wir müssen natürlich prüfen, ob sie in unser Konzept passen“, sagte er, ohne auf den konkreten Einzelfall eingehen zu können.

Doch wie ist die Situation auf den beiden für Yalcinkaya infrage kommenden Halden? Ist eine Nutzung als „Urzeit Revier Hamm“ überhaupt möglich?

Kissinger Höhe

Die „Kissinger Höhe“ wurde 2001 vom RVR erworben. Auf ihr befinden sich unter anderem ein weitverzweigtes Wegenetz für Walker, Jogger und Spaziergänger, ein Barfuß- und ein Bergbaulehrpfad, eines von fünf Haldenzeichen sowie „Cottmanns Hütte“. Angesichts dieser Nutzungen und dem aktuellen Freizeitwert „Naherholung“ dürfte es schwierig werden, hier einen Dino-Park anzusiedeln, zumal Yalcinkaya gerne die „ganze Halde nutzen möchte“.

Am Aufstieg zur Halde könnte sich Yakup Yalcinkaya den Einstieg ins „Urzeit Revier Hamm“ vorstellen.
Zu Besuch auf der „Kissinger Höhe“: Am Aufstieg zur Halde könnte sich Yakup Yalcinkaya den Einstieg ins „Urzeit Revier Hamm“ vorstellen. © Gehre

Halde Humbert

Sie ist deutlich kleiner als die „Kissinger Höhe“ und befindet sich erst seit Anfang dieses Jahres im Eigentum des Regionalverbands. Der kann sich hier, wie aus dem aktuellen Haldennutzungskonzept hervorgeht, aber durchaus eine touristische Nutzung vorstellen. Hier wird allerdings auch die Frage sein, wie sich das alles mit dem angrenzenden CreativRevier Heinrich Robert vereinbaren lässt.

Auch was das „Urzeit Revier Hamm“ selbst angeht sind noch viele Fragen offen, angefangen von der Erschließung und den Parkplätzen bis hin zu den Kosten. Yalcinkaya ist aber überzeugt, dass sich das Projekt umsetzen und finanzieren lässt. An den Wochenenden rechne er mit bis zu 10 000 Besuchern.

Mehrere Hundert Figuren sollen Weg nach Hamm finden

Nach und nach sollen mehrere Hundert Figuren im „Urzeit Revier Hamm“ ihre Heimat finden, angefangen von Dinosauriern über Fabelwesen wie Drachen und King Kong bis hin zu lebenden Tieren wie Laufvögeln. „Wussten Sie, dass der Strauß und der T-Rex genetisch verwandt sind?“, fragt der Künstler. Das alles und noch viel mehr zu 500 Millionen Jahren Erdgeschichte möchte er in dem Park erläutern. Auch der wissenschaftliche Aspekt werde nicht zu kurz kommen. Zudem wolle er Bogenschießen und Speerwerfen anbieten – „um zu zeigen, wie die Menschen in der Steinzeit gejagt haben.“

Durch das „Urzeit Revier“ könnte Hamm, so der Künstler, überregional bekannt werden, sein Image aufbessern und auch finanziell davon profizieren. „Minimaler Einsatz, maximale Wirkung“, so der 57-Jährige, der auf die Faktoren Sport, Spiel, Spaß, Spannung und Bildung setzt.

Jetzt muss er „nur“ noch die maßgeblichen Stellen von seinem Projekt überzeugen, allen voran den RVR, die Stadt und potenzielle Geldgeber. „Und vielleicht sitzt auch eine Landesförderung drin.“

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