Auf Heinrich Robert

"Danke, Kumpel": Rührender Bergbau-Abschied trotz Kritik 

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Viele ehemalige Bergleute waren noch einmal in Bergmannskittel zu der Veranstaltung erschienen.

Pelkum - Viele Tränen, nicht weniger Kritik: Die Verabschiedung des Bergbaus in Hamm verfolgten Kumpel und Besucher mit gemischten Gefühlen.

Die unter dem Titel „Danke, Kumpel“ durchgeführte Veranstaltung ließ am Samstagnachmittag auf dem ehemaligen Bergwerk Heinrich Robert niemanden kalt: Die 1 600 Besucher trafen viele lange aus den Augen verlorene Kumpel wieder und die Rührung war während des offiziellen Programms deutlich zu spüren. Es gab aber auch viel Kritik der Besucher an der Organisation.

Das Bühnenprogramm gestaltete sich erwartet emotional: Der Ruhrkohle-Chor sang gekonnt bekannte Weisen, die Band Virus D beeindruckte mit „malochebezogenen“ Texten und bei dem 20-minütigen Auszug aus dem Film „Danke, Kumpel“ beherrschte Rührung den Platz zwischen dem Hammerkopfturm und der früheren Verwaltungszentrale. Der Einzug einer großen Abordnung von Knappen – in Bergmannskitteln und Arbeitskluft, mit Fahnen und Helmlampen – war schließlich der emotionale Höhepunkt.

Politische Betrachtung und persönliche Erinnerungen

Während der Talkrunde wechselten sich politische Betrachtungen und persönliche Erinnerungen ab. Mit Markus Masuth, dem Vorsitzenden der RAG Montan Immobilien GmbH, Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann, Petra Reinbold-Knape vom Hauptvorstand der Gewerkschaft IG BCE, dem IG BCE-Bezirksleiter Lothar Wobedo und der Vorsitzenden des Betriebsrats des Servicebereiches Technik- und Logistikdienste Anja Schmidt war die Runde hochkarätig besetzt. Sie erinnerte an die Arbeitswelt des Bergmanns, das Ende des Bergbaus sowie an den Strukturwandel insgesamt, der noch lange nicht abgeschlossen sei.

Danke Kumpel auf Bergwerk Ost in Hamm 

Als Symbol für die Kulturgeschichte des Bergbaus übergab Masuth schließlich ein besonderes Geschenk an die Stadt: die große, stählerne Statue eines Bergmanns. Diese Figur werde zunächst einen Platz im Rathaus finden, sagte Hunsteger-Petermann, bevor sie im neuen Kreativ-Revier, das auf dem Gelände des früheren Bergwerks Ost entsteht, endgültig aufgestellt wird.

"Vermisse hier viele, die auch gerne gekommen wären"

Für die 1 600 Besucher stand, neben den Erinnerungen, vor allem das Wiedersehen mit vielen früheren Kumpel im Mittelpunkt: Der frühere Reviersteiger über Tage, Herbert Engeldinger, und Betriebsrat Jupp Schnatmann waren mit „ihrem“ Lehrhauer Heiner Hollin gekommen, um sich zu verabschieden. „Ich bin natürlich sehr wehmütig und vermisse hier viele, die auch gerne gekommen wären“, sagte Hollin.

Auch Dieter Dolenz, der zuletzt 13 Jahre im Bergwerk Ost gearbeitet hatte, zeigte Unverständnis: „Ich hätte neben meiner Frau auch gerne meine Tochter mitgebracht, aber es gab ja nur zwei Karten pro Kumpel“, klagte Dolenz. „Es wären sicherlich bis zu 5 000 Besucher gekommen, und das hätte das große Gelände des Bergwerks Ost sicherlich hergegeben“, sagte der Bergmann. Die Bestellungen außerdem nur über das Internet anzunehmen, sei, gerade für Ältere, eine weitere Hürde.

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