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Neue Bilder, neue Pläne: In Hamm wächst mit dem „CreativRevier“ ein neuer Stadtteil

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Von: Stefan Gehre

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Ob Dächer, Park- oder Freiflächen: Im CreativRevier Heinrich Robert sollen zahlreiche PV- und PVT-Anlagen entstehen, die zusammen eine Fläche von rund 60000 Quadratmetern einnehmen würden.
Ob Dächer, Park- oder Freiflächen: Im CreativRevier Heinrich Robert sollen zahlreiche PV- und PVT-Anlagen entstehen, die zusammen eine Fläche von rund 60.000 Quadratmetern einnehmen würden. © Entwürfe: post welters + partner mbB Architekten & Stadtplaner/ Wolfram Gothe (Büro Architektur & Zeichnung München)

Die Pläne zur Entwicklung des „CreativReviers“ Heinrich Robert wurden in den vergangenen Monaten weiterentwickelt und neue Ideen eingebaut. Jetzt wurden sie der Öffentlichkeit präsentiert.

Pelkum/Herringen – Mit großen Photovoltaikanlagen möchte das „CreativRevier“ Heinrich Robert seinen Beitrag zur Energiewende leisten. Es soll klimaneutral betrieben werden. Dazu gehören ein großer Wärmespeicher sowie ein zentrales Parkdeck. Erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurden die neuen Ansichten am Freitagnachmittag auf einer Bürgerinformation im „CreativRevier“.

Bebauungspläne fürs „CreativRevier“ auf der Zielgeraden

An vier Thementischen – städtebauliche Planung, Umwelt, Verkehr und Entwässerung, Investoren – konnten sich die Besucher über die Planungen informieren. Die befänden sich, wie Oberbürgermeister Marc Herter mit Blick auf die vier Bebauungspläne sagte, auf der Zielgeraden. „Sie sind die Grundvoraussetzung, dass gebaut werden darf“, so Herter.

Infos aus erster Hand: Zahlreiche Bürger informierten sich über die Pläne fürs CreativRevier. Vor allem die Wohnformen, das Energiekonzept und die geplanten Ansiedlungen stießen auf Interesse.
Infos aus erster Hand: Zahlreiche Bürger informierten sich über die Pläne fürs CreativRevier. Vor allem die Wohnformen, das Energiekonzept und die geplanten Ansiedlungen stießen auf Interesse. © © Andreas Rother

Nach derzeitigem Stand sollen die Bebauungspläne Anfang 2023 noch einmal öffentlich ausgelegt werden. Heinz-Martin Muhle, Leiter des Stadtplanungsamts, geht davon aus, dass der jeweilige Satzungsbeschluss Mitte 2023 gefasst werden kann und die Bebauungspläne dadurch Rechtskraft erlangen. Planungsrechtlich wäre das Thema damit durch und es könnte – sofern die entsprechenden Bereiche aus der Bergaufsicht entlassen sind – gebaut werden.

CreativRevier: Ten Brinke verhandelt mit Einzelhändlern

Gefragte Gesprächspartner an diesem Nachmittag waren neben den Mitarbeitern der Verwaltung und der beteiligten Architekturbüros Gebäudeeigentümer Jürgen Tempelmann, Sven Klagge von der Ten Brinke Projektentwicklung sowie Marco Negwer von der RAG Montan Immobilien. Denn eins ist klar: Ohne Investoren kann ein Gelände von dieser Größe, immerhin rund 55 Hektar, nicht entwickelt werden.

Während Tempelmann in den kommenden Jahren vor allem die historischen Bestandsgebäude mit Leben füllen will, möchte die RAG MI die Wohnquartiere im Westen des Geländes entwickeln. Ten Brinke wiederum hat das Gewerbegebiet im Norden, die Wohnquartiere im Nordosten sowie das Dienstleistungs- und Einzelhandelszentrum im Süden an der Kamener Straße ins Visier genommen. „Hier liegt aktuell unser Fokus drauf“, so Klagge.

12 bis 15 potenzielle Mieter aus verschiedenen Branchen

Laut Klagge führt Ten Brinke aktuell Gespräche mit zwölf bis 15 potenziellen Mietern unter anderem aus den Bereichen Textil/Schuhe, Lebensmittel, Drogerie und Fahrrad, die sich eine Ansiedlung im „CreativRevier“ vorstellen können. Ten Brinke würde die Läden bauen und dann vermieten. „Sobald der Bebauungsplan Rechtskraft erlangt hat, würden wir gerne loslegen.“

Visionen: Dort, wo heute noch die abgängige Schmiede
 steht, ist ein neues Gebäude geplant. Der Boulevard vor
 den Bestandsgebäuden und dem Zechenpark soll autofrei bleiben.
Visionen: Dort, wo heute noch die abgängige Schmiede steht, ist ein neues Gebäude geplant. Der Boulevard vor den Bestandsgebäuden und dem Zechenpark soll autofrei bleiben. © Postwolters

Für Ten Brinke ist es übrigens nicht das erste Engagement im Westen Hamms. Von dem Unternehmen mit Sitz in den Niederlanden wurden auch Teile des Lippe-Carrées in Herringen sowie der Netto-Markt in der Selmigerheide errichtet.

„CreativRevier“: Photovoltaik und Solarthermie auf 60.000 Quadratmetern

Eine zentrale Rolle bei der Entwicklung des „CreativReviers“ spielt das Energiekonzept. Auf Dächern, Parkplätzen, dem Sicherungsbauwerk sowie am Hammer Energieturm (Hammerkopfturm) sollen PV- beziehungsweise PVT-Module zur Erzeugung von Strom und Wärme installiert werden. Tempelmann sprach von einer insgesamt 60 000 Quadratmeter großen Fläche, die zur Energiegewinnung genutzt werden soll.

Daneben spielen aber auch Wärmekollektoren und Wasserstoff im Energiekonzept des gesamten „CreativReviers“ eine wichtige Rolle. Gespeichert werden soll die Energie in Batterien im HET sowie in einem noch zu errichtenden Wärmespeicher nördlich der bestehenden Minegas-Anlage zur Gewinnung von Grubengas. Mithilfe des Wärmespeichers könnte der Kernbereich, das „CreativQuartier“, über den Herbst und Winter mit Wärme versorgt werden.

Durch die geplanten Anlagen soll mehr Strom erzeugt werden, als das gesamte „CreativRevier“ benötigt. Ob das auch bei der Wärme gelingt, bleibt noch abzuwarten. Wie Tempelmann sagte, arbeite man beim Energiekonzept eng mit den Stadtwerken Hamm zusammen. Das gesamte „CreativRevier“ solle klimaneutral betrieben und innovative Energiekonzepte erprobt werden.

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