Missstimmung im Hammer Westen

Anwohner kräftig genervt von Kaufland-Krach

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Nach dem Umbau der Kaufland-Filiale hat sich das Lärmaufkommen, so einige Anlieger, erhöht.

Daberg/Hamm-Westen -  Die Anwohner der Neptunstraße sind von ihrem großen Nachbarn genervt – und zwar richtig.

Dass es im Zuge der umfangreichen Umbauarbeiten beim Nachbarn fast die ganze Zeit über zu Lärmbelästigungen kam, haben sie – wenn auch zähneknirschend – noch hingenommen. Dass diese aber auch nach Beendigung der Arbeiten unvermittelt weitergingen, brachte das Fass zum Überlaufen. Mittlerweile hat Kaufland reagiert und gegenüber unserer Zeitung angekündigt, die eine oder andere Lärmquelle abzustellen. 

Das wäre vor allem im Interesse von Sebastian Junge, Rainer Quooß und Helmut Baucks, die am Ende der Neptunstraße wohnen und die besonders betroffen sind. Junge hat die Belästigungen, die vom Kaufland-Gelände im Hammer Westen ausgehen, in Bild und Ton festgehalten. 

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Insbesondere geht es ihm und seinen Nachbarn um die Anlieferung. Nicht nur, dass dort jetzt mehr Verkehr herrsche. „Der Umbau hatte auch zur Folge, dass der Lärm nur noch die Möglichkeit hat, auf die anliegenden Nachbarhäuser zu treffen.“

"Summen ganztägig hörbar"

Das betrifft unter anderem die Papppresse, deren Summen „ganztägig hörbar ist“. Außerdem sei, so Junge, durch den Umbau eine Art Außenlager entstanden. „Mitarbeiter unterhalten sich sehr laut, Paletten werden teilweise geworfen und nicht getragen“, ärgert er sich. Junge und Quooß berichten zudem davon, dass selbst an Feiertagen gearbeitet werde, zuletzt am 1. Mai. An diesem Tag seien dort offensichtlich Granitfliesen geschnitten worden. Selbst nachts komme es immer wieder zu Lärmbelästigungen. „Muss es sein, dass Mitarbeiter des Wachdienstes ständig das Rolltor bewegen?“, fragen Junge und Quooß. 

Was die Anlieferung durch Lkw selbst betrifft, so werden laut ihrer Einschätzung immerhin die Ruhezeiten weitgehend eingehalten. Und Trotzdem: Nach 6 Uhr – ausgenommen Sonn- und Feiertags – sei an Schlaf kaum noch zu denken, was vor allem seinen Kindern zu schaffen mache, so Junge. „Ab 6 Uhr morgens hat man das Gefühl, live auf der Laderampe mit dabei zu sein.“ Und auch noch weit nach 22 Uhr sei das Personal damit beschäftigt, Ware von draußen nach drinnen zu fahren.  

Kaufland bedauert Problem

Um die Situation erträglicher zu gestalten, haben sich die Betroffenen direkt an Kaufland und an die Stadt gewandt. Zur Lösung des Lärmproblems könnte, wie sie finden, die Erhöhung der Lärmschutzwand, die Kaufland vor einigen Jahren errichtet hatte, beitragen. Denn: „Allein durch die Sortiments-Erweiterung und den damit verbundenen erhöhten Anlieferverkehr ist mehr Lärm entstanden.“ Die beim Bau der Wand errechneten Werte seien nicht mehr aktuell. 

Gegenüber dem WA bedauerte eine Kaufland-Sprecherin, dass es zu der beschriebenen Lärmproblematik an der modernisierten Kaufland-Filiale kam. „Natürlich ist uns ein gutes Zusammenleben mit den Anwohnern sehr wichtig.“ Ein Außentermin mit der Baubehörde der Stadt Hamm habe bereits stattgefunden. Eine der Abfallpressen werde, wie sie sagte, nach innen verlegt. „Und alle Mitarbeiter wurden entsprechend sensibilisiert.“ Eine Erhöhung der Lärmschutzwand, so wie von den Anwohnern gefordert, ist hingegen aktuell nicht vorgesehen. „Wir gehen davon aus, dass die bereits ergriffenen Maßnahmen Abhilfe schaffen.“ Hausleiter Michael Kass stehe Anwohnern und Kunden gerne als Ansprechpartner zur Verfügung.

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