Frust-Bahnschranken: Neue Unterführung und Brücke werden teurer 

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Auch der Bahnübergang am Friedhofsweg soll beseitigt und ersetzt werden.

Selmigerheide - Die Bahnübergangsbeseitigung in der Selmigerheide ist so gut wie einen Schritt weiter. Es dauert zwar noch lange, bis Unterführung und Brücke gebaut werden können, aber das Planungsverfahren kann zumindest so gut wie begonnen werden. Was die jetzt zur Beratung anstehende  Machbarkeitsstudie aber zeigt: Die zunächst veranschlagten zehn Millionen Euro werden nicht ausreichen.

Die Bezirksvertretung Pelkum hat auf ihrer Sitzung am Dienstag die Machbarkeitsstudie zur Bahnübergangsbeseitigung in der Selmigerheide zur Kenntnis genommen und mehrheitlich empfohlen, das dafür erforderliche Planungsverfahren einzuleiten. Entscheiden muss am 14. Mai der Haupt- und Finanzausschuss. Im Kernpunkt geht es, wie bereits mehrfach berichtet, um die Schließung der Bahnübergänge Friedhofsweg, Kirchspiel, Provinzialstraße und Wiescherhöfener Straße. Sie sollen durch eine Fuß- und Radwegbrücke in Höhe des Friedhofswegs und durch eine Straßenunterführung südwestlich der Provinzialstraße mit Querspange zur Wiescherhöfener Straße ersetzt werden. 

Bei den beteiligten Behörden – insbesondere die Bahn und der Landesbetrieb Straßen.NRW – sowie den Bürgern waren diese Pläne überwiegend auf positive Resonanz gestoßen. Mit der jetzt vorliegenden Vorlage wird der Grundsatzbeschluss gefasst, auf Basis der Machbarkeitsstudie die weiteren Planungsschritte einzuleiten. „Hierzu zählen insbesondere die Detailplanung für die einzelnen Übergänge, die Schaffung des erforderlichen Planungs- und Baurechts sowie die Sicherstellung der Finanzierung.“

Es wird "deutlich" teurer als zehn Millionen Euro

Mit Blick auf die Kosten hat die Verwaltung frühere Aussagen hierzu inzwischen relativiert. Ausgehend von den allgemeinen Regelkostensätzen des Bundesverkehrsministeriums war zunächst von Baukosten in Höhe von circa zehn Millionen Euro die Rede. „In der Realität dürften die Kosten, unter anderem aufgrund der gestiegenen Baupreise,deutlich höher liegen. Eine Realkostenschätzung erfolgt im nächsten Arbeitsschritt“, so die Verwaltung. Die Kosten werden zu jeweils einem Drittel vom Bund, der Bahn und der Stadt getragen. „Seitens der DB wurde eine Mittelbereitstellung für 2025 in Aussicht gestellt.“

Abbindung und Lärmschutz

Intensiv in der Bevölkerung diskutiert wurden zuletzt die Offenhaltung beziehungsweise Abbindung der Doenchstraße, Lärmschutzmaßnahmen für die Bürger, die Höhe der Anliegerbeiträge sowie eine mögliche Steigerung des Durchgangsverkehrs. Weder die Gutachter, noch die Stadt erwarten hier eine „signifikante Verkehrszunahme in der Selmigerheide“.

Belastungen

Die neue Unterführung dürfte von 6.800 Fahrzeugen/Tag passiert werden, die Querspange zur Wiescherhöfener Straße von 6.200 Fahrzeugen/Tag. Die aktuelle Belastung der Wiescherhöfener Straße liegt bei 6.000 (Höhe Wilhelm-Nabe-Straße) beziehungsweise 5.200 (westlich Bahnübergang) Fahrzeugen/Tag. 

Wie wichtig eine Fuß- und Radwegbrücke in Höhe des Friedhofswegs ist, zeigen hier die aktuellen Zahlen: Täglich wird sie von80 Fußgängern und 160 Radfahrern genutzt. Hinzu kommen 35 Landwirte, die künftig die neue Unterführung nutzen werden. 

Doenchstraße an neue Querspange anbinden?

Offen lässt die Verwaltung die Frage, ob die Doenchstraße an die neue Querspange angebunden wird oder nicht. Bei einer Offenhaltung würde dort das Verkehrsaufkommen von heute 400 auf 1.600 Fahrzeuge am Tag ansteigen. „Daraus ergibt sich jedoch nicht zwingend die vom Gutachter empfohlene Abbindung. Es sollten jedoch mindestens verkehrsberuhigende Maßnahmen zur Verringerung des Durchgangsverkehrs erwogen werden.“

Das „positive Ergebnis der Machbarkeitsstudie und die engagierte Mitwirkung der DB“ stimmen die Stadt zuversichtlich, dass durch die Beseitigung der höhengleichen Bahnübergänge bis Ende des nächsten Jahrzehnts die „Insellage der Selmigerheide aufgehoben werden kann“.

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