Bis zu 120 Wohneinheiten

Rasant gegen den Mangel - neue Investoren treten beim Baugebiet „Wieland-Carrée“ aufs Gaspedal

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Ein neues Baugebiet soll am ehemaligen Sportplatz zwischen Friedhofsweg und Weetfelder Straße entstehen.

Wiescherhöfen – Potenzielles Bauland im Stadtbezirk Pelkum ist rar. Daher möchte die Stadt mithilfe eines Investors ein Baugebiet entwickeln, um das es zuletzt still geworden war: östlich der Wielandstraße.

Östlich der Wielandstraße, zwischen Friedhofsweg und Wiescherhöfener Straße/Große Werlstraße, könnten – je nach Wohnform – 110 bis 120 Wohneinheiten entstehen. Diese Zahl nannte Stadtsprecher Lukas Huster auf Anfrage. „Das Bebauungskonzept beinhaltet eine Mischung verschiedener Wohnformen und lässt auch zukünftig noch Wahlmöglichkeiten.“ Doch wie konkret ist das alles, schließlich hatte es mit der letztmaligen Aufstellung des Bebauungsplans zu Beginn des Jahrtausends schon mehrere Versuche gegeben, dort Bauland zu entwickeln? 

Da der damalige Investor mit den Eigentümern der Grundstücke keine Einigung erzielen konnte, wurde das Verfahren 2008 eingestellt – und ruhte bis Anfang 2018. Wie es in einer Mitteilungsvorlage der Stadtverwaltung heißt, wurden mit einer „Änderung der Grundstückseigentumsverhältnisse im Frühjahr 2018 neue Gespräche zur Entwicklung des Baugebiets geführt“. Initiator der Gespräche und potenzieller Investor für das Plangebiet ist Volkan Günes zusammen mit dem Architekturbüro Bauart (Dortmund).

Bürgerversammlung im November

„Das Verfahren soll nun nach Prüfung der städtebaulichen Rahmenbedingungen wieder aufgenommen werden. Ziel ist weiterhin die wohnbauliche Entwicklung“, so die Stadt. 

Wie ernst es ihr und vor allem Volkan Günes ist, wird unter anderem daran deutlich, dass es noch im Herbst eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit mit dem aktuellen Entwurfskonzept, basierend auf den Grundzügen des 2006 öffentlich ausgelegten Bebauungsplans, geben soll. Als Termin für die Bürgerversammlung hat die Verwaltung den November ins Auge gefasst. Dort sollen die Pläne für das „Wieland-Carrée“ vorgestellt werden.

Ziel: Vermarktungsstart 2020 

Aber auch Volkan Günes ist bereits tätig geworden. Wie der Geschäftsführer des Autohauses Excellence Cars an der Kamener Straße in Pelkum sagte, habe er nach langen Verhandlungen einen Großteil der Grundstücke erworben. Zudem hat er, wie es in der Mitteilungsvorlage heißt, Gutachterbüros beauftragt, die sich mit den Inhalten zur Erschließung und Entwässerung sowie mit der Umweltprüfung und dem Artenschutz beschäftigen. Sein Ziel sei es, wie er sagt, 2020 in die Vermarktung einzusteigen. 

Volkan Günes ist zuversichtlich, die Grundstücke schnell an den Mann zu bringen – trotz der nicht allzuweit entfernten Bahnlinie. Alle Wohnungen und Häuser sollen frei finanziert werden.

Hundeauslauffläche muss weichen 

Teil des zu überplanenden Bereichs östlich der Wielandstraße ist der alte TuS-Sportplatz am Friedhofsweg, der bis 2008 als solcher genutzt wurde. In den vergangenen Jahren entstand dort eine Hundeauslauffläche für den Stadtbezirk Pelkum. Für die nunmehr anstehende bauliche Entwicklung und die damit verbundene Schaffung von Wohnraum ist die Verlegung der Hundeauslauffläche an einen anderen Standort im Stadtgebiet zwingend erforderlich. „Im Rahmen des Bauleitplanverfahrens wird es hierzu eine Untersuchung und Vorschläge für die Verlagerung geben.“ 

Bestandsschutz genießen hingegen die Bebauung im Süden und der Spielplatz im Nordwesten des Plangebiets. Der Friedhof liegt außerhalb davon, ist also nicht betroffen.

So soll es weitergehen:

Nach der Bürgerversammlung sind laut Stadt folgende Schritte geplant: So ist die erneute Beteiligung der Behörden und Träger öffentlicher Belange „zwingend erforderlich“. Den Offenlegungsbeschluss vorausgesetzt, soll der Bebauungsplan mit seinen darin beschriebenen Zielen im Frühjahr 2020 öffentlich ausgelegt werden.

Parallel soll ein förmliches Umlegungsverfahren eingeleitet werden. Ein solches Verfahren ist im Baugesetzbuch geregelt und wird durch den Umlegungsausschuss begleitet. Im Umlegungsverfahren wird – einfach ausgedrückt – die Bereitstellung der Erschließungsflächen auf alle Beteiligten gleichmäßig verteilt. Unter anderem im Neubaugebiet Michaelsstraße hatte es eine Umlegung gegeben.

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