Gerettet: Bahnhof Pelkum wird Pflegebüro und Gastronomie 

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Der Efeu ist mittlerweile verschwunden, die Fassade wird saniert. Der neue Eigentümer des Pelkumer Bahnhofs will dort ein Pflegebüro einrichten, später soll auch wieder eine Gastronomie folgen.

Pelkum - In den seit Ende 2014 verwaisten Bahnhof Pelkum zieht neues Leben ein. Mitte des Jahres werde man im Hauptgebäude ein mobiles Pflegebüro eröffnen, sagte der neue Eigentümer, der namentlich allerdings nicht genannt werden möchte. 2020 wolle er dann auch einen Gastronomiebetrieb eröffnen.

Der Hammer hatte den Bahnhof Pelkum bereits im vorigen Jahr erworben. Eine seiner ersten Aufgaben war es, das über 100 Jahre alte Gebäude vom Efeu zu befreien. Nicht nur, dass der einen Großteil des Bahnhofs hinter einer grünen Wand hatte verschwinden lassen. An einigen Stellen hatte sich der Efeu schon seinen Weg durchs Dach und die Fassade ins Innere gebahnt. „Es sah schlimm aus“, erinnert sich der Eigentümer. 

Das Gebäude sei wie eine Wundertüte gewesen. „An vielen Stellen wusste ich nicht, was mich erwartet.“ Das Problem mit dem Efeu hat sich mittlerweile erledigt. Der Bahnhof als solcher ist wieder zu sehen, die Wurzeln wurden gekappt. Insgesamt sei es aber höchste Eisenbahn gewesen. „In zwei, drei Jahren wäre das Gebäude wohl nicht mehr zu retten gewesen“, so der Eigentümer. 

Noch Anfang vergangenen Jahres sah der Bahnhof wie ein verwunschenes Schloss aus.

Zusammen mit Bekannten und Freunden hat er einen Großteil des Hauptgebäudes mittlerweile renoviert. Wände wurden gestrichen, neue Leitungen gezogen. Zudem wurde das Heizsystem auf Gas umgestellt. Die Fenster habe man, so der Hammer, nicht erneuern müssen. Abgesehen von einigen Löchern hätten sie sich noch in einem guten Zustand befunden. Das konnte man vom Dach allerdings nicht behaupten: Es muss daher erneuert werden. Mittlerweile ist es komplett abgedeckt. Zudem hat der Eigentümer damit begonnen, die Außenfassade zu reinigen und Schäden zu beseitigen. „In Kürze werden wir sie auch neu streichen.“ 

Abriss war für Eigentümer kein Thema

Ihm sei es wichtig gewesen, dass das Gebäude erhalten bleibt. Einen Abriss habe er nie in Betracht gezogen. Für seine Zwecke sei es hervorragend geeignet, ganz abgesehen von der günstigen Lage an der Kamener Straße.

Mitte des Jahres voraussichtlich fertig

Einen genauen Termin für den Einzug des Pflegebüros, das das komplette Hauptgebäude – hier waren zuletzt ein Leuchtenstudio und ein Solarium untergebracht – beziehen wird, konnte er noch nicht nennen. Um Kosten zu sparen, müssten viele Eigenleistungen erbracht werden. Mitte 2018 werde man aber fertig sein.

"Café und Bar Celona" oder "Olive"

 „Schritt für Schritt“ möchte er danach im Bahnhof Pelkum auch wieder eine Gastronomie aufziehen. Großartige Veränderungen im Restaurant seien nicht geplant. „Ich möchte den Charme des Gebäudes erhalten. Dazu gehört vor allem das Mobiliar.“ Es sei aber daran gedacht, die eine oder andere Steinmauer zu ziehen und einen Wintergarten anzulegen. Und oben werde man einige Dachfenster einbauen. Das genaue Konzept für die Gastronomie müsse noch erarbeitet werden. Ihm schwebe aber so etwas wie das „Café und Bar Celona“ in Münster oder die „Olive“ in Hamm vor.

Ganz im Sinne des Handlungskonzeptes

Das privatwirtschaftliche Engagement an dieser Stelle ist übrigens genau das, was sich die Stadt auch von anderen Immobilieneigentümern wünscht. Das wird auch im Integrierten Handlungskonzept Heinrich Robert und Pelkum/Wiescherhöfen deutlich, in dem die Sanierung des Bahnhof Pelkum als eine von rund 60 Maßnahmen aufgeführt ist.

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