Pläne der Bahn schaffen Voraussetzungen

Traum vom Haltepunkt Selmigerheide könnte wahr werden

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An dieser Stelle am Friedhofsweg in Wiescherhöfen soll demnächst ein drittes Gleis für Personenzüge eingerichtet werden. Dann könnte der Traum vom Haltepunkt Selmigerheide wahr werden.

Selmigerheide - Es ist eine Politik der kleinen Schritte: Mit der Ankündigung der Bahn, den Personenverkehr zwischen dem Abzweig Selmig und Hamm künftig über drei statt wie bisher zwei Gleise laufen zu lassen, ist der Bau des Haltepunkts Selmigerheide ein Stückchen näher gerückt. Carsten Gniot, Verkehrsplaner bei der Stadt Hamm, weiß aber auch, dass es bis zu einer Realisierung noch ein weiter Weg ist.

Die Deutsche Bahn hat den rund 16 Millionen Euro teuren Ausbau für ein Förderprogramm des Landes angemeldet. Mit dem Geld soll zwischen Selmigerheide und Hamm eines der vier Gütergleise für den Personenverkehr ertüchtigt werden. Kosten: 7,2 Millionen Euro. Weitere 8,8 Millionen Euro sollen in Weichen investiert werden, damit mehr Bahnsteige angefahren werden und Züge gleichzeitig in den Hammer Bahnhof einfahren können. „Eine tolle Idee und um einiges günstiger als das Verlegen eines neuen Gleises“, urteilte Gniot, der sich die Pläne demnächst näher erläutern lassen will. 

Dabei werde er auch den Haltepunkt Selmigerheide am Friedhofsweg zur Sprache bringen. Denn der ist, wie der Hammer Verkehrsplaner sagte, in dem Maßnahmenpaket der Bahn nicht enthalten. „Wir möchten aber, dass er eines Tages realisiert wird“, sagte er und verwies auf zurückliegende Beschlüsse des Rates zum Nahverkehrskonzept. Das Hauptproblem dürften die Kosten sein. Denn: Der Bahnsteig müsste in das System von sechs vorhandenen Gleisen integriert werden. Gleichzeitig müsste garantiert werden, dass andere Züge, die nicht in der Selmigerheide halten, durch haltende Personenzüge nicht aufgehalten werden, sagte Gniot. Deshalb seien auch Bauarbeiten im Bereich der Durchfahrtsgleise erforderlich. „Und dann muss man den Bahnsteig ja auch noch erreichen, zum Beispiel über eine Brücke.“

Aktuelle Kostenschätzung gibt es nicht

Weitere Infrastrukturmaßnahmen seien eineBushaltestelle sowie ausreichend Parkplätze. Die Kosten für den Haltepunkt Selmigerheide dürften nach Einschätzung Gniots „deutlich höher liegen“ als die für den Haltepunkt Westtünnen, der nur in eine Bahnstrecke mit zwei Gleisen integriert werden muss. Aktuelle Zahlen zu den Kosten gebe es hierfür noch nicht, so Gniot. Er erinnerte an frühere Berechnungen. Dort war von rund drei Millionen Euro die Rede. Derartige Kosten werden in der Regel zu 80 Prozent vom Land und vom Bund getragen, die verbliebenen 20 Prozent von der Bahn. Da sie beim Haltepunkt in Westtünnen „überschaubar“ sind, wird die Stadt diesen Anteil übernehmen. Aber ob das dann auch auf den vermutlich deutlich teureren Haltepunkt Selmigerheide zutrifft?

Machbarkeit gegeben

Dennoch: Hinsichtlich dessen Realisierung sei man, so Gniot, einen Schritt weiter. Bürger wie Manfred Behrens würden sich freuen, wenn die Stadt mit Nachdruck an dem Thema arbeiten würde. Laut Planungsamt hängt die Machbarkeit eines Haltepunkts Selmigerheide vom Ausbau der Bahnstrecke Dortmund-Hamm ab. Und genau das soll jetzt passieren. „Im Zuge des genannten Ausbaus ist die Machbarkeit eines Haltepunktes gegeben“, so Behrens. Er sollte daher erstellt werden. 

Günstig für Pendler

Durch den Haltepunkt würden sich die Fahrzeiten von der Selmigerheide in die Innenstadt deutlich verkürzen. Der Bus benötige dafür 28 Minuten, ein Zug wäre in fünf Minuten am Bahnhof, rechnet Behrens vor. Mit der Bahn wären Pendler auch in 15 Minuten in Dortmund oder in 50 Minuten in Bielefeld. „Pendelverkehre mit Pkw würden reichlich wegfallen. 2018 würde die Fahrgastprognose aus dem Haltepunkt bei über 1.000 Fahrgästen liegen.“

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