Hammer Gärtner will mit aphrodisierender "Damiana" wieder durchstarten

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Gärtnermeister Alfred Liebig hat in seinen Gewächshäusern Damiana-Pflanzen – eine uralte mexikanische Heilpflanze, die in Deutschland noch unbekannt ist.

Pelkum - In hiesigen Breiten ist die Heilpflanze „Damiana“ wenig verbreitet, da ihre Pflege etwas Fingerspitzengefühl verlangt. Einer, der das hat, ist der Pelkumer Alfred Liebig. Er weiß um die - unter anderem - anregende Wirkung von Damiana und vermag damit umzugehen...

Schon die Ureinwohner Mexikos nutzten sie als Heilpflanze gegen verschiedene Beschwerden. In hiesigen Breiten ist „Damiana“ wenig verbreitet, da ihre Pflege etwas Fingerspitzengefühl verlangt. Einer, der das hat, ist Alfred Liebig: Der Gärtnermeister vom gleichnamigen Jungpflanzen-Betrieb im Pelkumer Kirchspiel ist nach eigenen Angaben der erste in Deutschland, der Damiana im großen Stil angebaut hat.

Auf die Idee dazu sei er vor etwa drei Jahren gekommen, erzählt der Pelkumer. Damals habe er in einer Anzeige gelesen, dass Damiana auch bei sexueller Schwäche helfen könne. Er habe recherchiert und noch mehr über diese aphrodisierende Pflanze und ihre Wirkung erfahren. „Und da habe ich mich dazu entschieden, Damiana in meinem Betrieb anzubauen – zunächst einmal in einem kleinen Rahmen.“

„Nach zwei Monaten war ich rauchfrei“

Dazu besorgte sich Liebig zehn Samen, um mehr über die Pflanze und ihre Anforderungen zu erfahren. „Zum Beispiel, was die Bewässerung und ihre Kälteempfindlichkeit angeht.“ Zudem habe er die heilende Wirkung der Pflanze selbst ausprobiert. „Nach zwei Monaten war ich rauchfrei“, sagt Liebig. Damiana könne zu Tee oder Likör verarbeitet werden. Und die betörende Wirkung, auf die schon die alten Mexikaner geschworen haben? Darüber hüllen Liebig und seine Lebensgefährtin Petra Bugay lächelnd den Mantel des Schweigens...

Mittlerweile wachsen rund 12.000 Jungpflanzen in den Gewächshäusern im Kirchspiel. Von hier aus will Liebig sie in den kommenden Wochen deutschlandweit verschicken, unter anderem über die Firma Dehner, die rund 120 Gartencenter betreibt. Auch auf Pflanzenbörsen habe er sie schon angeboten. Denn: „Damiana sagt man nicht nur eine heilende Wirkung nach, sondern mit ihren gelben Blüten sieht sie auch noch schön aus.“ Sie sei also auch als Zierpflanze geeignet, die zwischen Mai und Oktober blüht.

Wertvolle Nahrungsquelle für Bienen

Mit ihrer Hilfe hofft der Gärtnermeister, endlich auch wieder bessere Zeiten zu sehen. 2009 musste er den mittlerweile über 50 Jahre alten Familienbetrieb verkaufen. „Wir sind nur noch Pächter.“ In der heutigen Zeit sei es wichtig, auch neue Wege zu beschreiten und auch ein gewisses Risiko zu gehen.

Alfred Liebig und Petra Bugay haben mit Damiana noch viel vor. So haben sie zum Beispiel erst kürzlich entdeckt, dass die Pflanze eine wertvolle Nahrungsquelle für Bienen ist. „Und das bei geschlossener Blüte.“ Sie scheide den Nektar am Vegetationspunkt aus. Und da stelle sich für ihn natürlich die Frage, ob die heilende Wirkung auch auf den Honig übertragen wird. „Um das herauszufinden, habe ich zehn Pflanzen an die Landwirtschaftskammer geschickt“, so Liebig, der sich gut vorstellen kann, je nach Ergebnis, künftig auch eine Bienenzucht zu betreiben.

Ausstellung auf der Landesgartenschau

Und nicht nur das: Liebig möchte auch Damiana-Pflanzen mit Blüten in anderen Farben züchten. Und die wolle er sich dann patentieren lassen, so der Pelkumer, der daher Kontakt zur Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen in Quedlinburg aufgenommen hat.

Doch das ist noch Zukunftsmusik: Nachdem Liebig seine Damiana bereits bei der Internationalen Gartenausstellung 2017 in Berlin erfolgreich präsentierte, wird er sie im September auch auf der Landesgartenschau in Bad Lippspringe ausstellen. Im Winter wird er dann, um das Gewächshaus nicht heizen zu müssen, die kälteempfindlichen Mutterpflanzen ins Haus bringen, um im Frühjahr wieder viele neue Jungpflanzen anzubauen.

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