Bürgerversammlung geplant

„Wie an der Autobahn“: Anwohner von Lkw-Verkehr genervt

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Die Beschilderung ist wie auf der Weetfelder Straße eindeutig: Für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen ist die Durchfahrt verboten.

Ob Beschwerden der Anwohner, regelmäßige Stellungnahmen der Bürgergemeinschaft (BG) Weetfeld oder Initiativen von Parteien zur Verkehrssituation rund um den Inlogparc: Sie haben noch nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Der Schwerlastverkehr sei seit der DPD-Ansiedlung sogar deutlich angestiegen, sagt Frank Timpeltey, Anwohner der Weetfelder Straße.

Selmigerheide/Weetfeld – Um noch mehr Druck insbesondere auf die Stadt und die Betriebe im Inlogparc auszuüben, will Timpeltey nicht länger tatenlos zusehen. In Abstimmung mit der BG Weetfeld schwebt ihm eine Bürgerversammlung im Gemeindehaus Friedenskirche vor, bei der er konkrete Maßnahmen mit den Anwohnern besprechen will. Das könnten beispielsweise, so Timpeltey, (Protest-)Beschilderungen auf den Grundstücken, private Initiativen oder das Anzeigen von Lkw-Fahrern sein, die verbotenerweise durchs Dorf in Richtung Inlogparc fahren.

Dabei sollte eigentlich alles geregelt sein. Schwere Lkw über 3,5 Tonnen dürfen die südliche Weetfelder Straße, den Osterbönener Weg, die Wilhelm-Lange-Straße, die Große Werlstraße und die Provinzialstraße nicht befahren. Die Realität sieht aber offenbar anders aus. So berichtet Timpeltey davon, dass die Lkw vor allem morgens zwischen 5 und 6.30 Uhr und danach kontinuierlich den ganzen Tag über die Weetfelder Straße fahren. Er habe teilweise das Gefühl, an einer Autobahn zu wohnen. Die Vibrationen seien im ganzen Haus zu spüren. Hinzu kämen noch viele Sprinter und Kleinlaster, die wie die Ameisen durchs Dorf schwirrten.

Angst um Sicherheit von Fußgängern

Doch es ist nicht nur der Lärm, der Timpeltey und seinen Nachbarn die Sorgenfalten auf die Stirn treibt. Er sorge sich auch um die Sicherheit der Fußgänger und Radfahrer sowie um die Kanäle, die unter der Fahrbahn verlaufen. Der Anwohner möchte daher wissen, ob die Straße für derartige Verkehre überhaupt ausgelegt ist und wer für eine mögliche Sanierung aufkommen muss. „Die Antwort ist wahrscheinlich so banal wie logisch: Wir Anwohner mit großer Wahrscheinlichkeit.“

Die Spuren der Lkw, die in den Osterbönener Weg fahren und dann wenden müssen, sind deutlich zu erkennen.

Zumindest teilweise konnte Stadtsprecher Tom Herberg die Schilderungen des Anwohners bestätigen. Vor einigen Wochen habe man in Höhe der Lkw-Sperre am Osterbönener Weg einen neuen Poller eingebaut. Der habe anfangs nicht einwandfrei funktioniert. Dadurch habe es in der Tat ein erhöhtes Aufkommen von Lkw gegeben. Mittlerweile seien die Kinderkrankheiten behoben und das Lkw-Aufkommen zurückgegangen. Schäden an den Kanälen, bedingt durch den Lkw-Verkehr, seien nicht zu erwarten. Ein Großteil der Kanäle stamme aus den später 1970er-Jahren und müsse in zehn bis 15 Jahren sowieso erneuert werden.

Zählung als Konsequenz

Aktuelle Zählungen, wie viele Lkw den Osterbönener Weg – und damit auch andere Straßen – befahren, gibt es nicht. 2017 hatte die Stadt an einigen Tagen bis zu 100 Lkw gezählt. Um Klarheit zu bekommen, will sie demnächst aber wieder eine Zählung durchführen.

Ob die aber etwas bringt? Die betroffenen Anwohner jedenfalls wollen endlich Taten und keine schweren Lkw mehr in ihren Straßen sehen. Sie fühlen sich in dieser Frage von der Stadt, aber auch von der Polizei im Stich gelassen. „Ich darf an dieser Stelle gerne darauf hinweisen, dass die Stadt, wenige Tage nach Änderung des Parkkonzeptes auf der Weetfelder Straße, sehr wohl in der Lage war, bei den Anwohnern an einem Samstag Knöllchen zu verteilen.“ Klarer könne man sein Desinteresse und seine Ignoranz gegenüber den Problemen der Anwohner kaum zum Ausdruck bringen.

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