Unhaltbare Zustände

Parken in der "Geisterbahn": Garage unterm Kino bleibt ein gefährlicher Ekelort

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Im Parkhaus unter dem Kino treiben sich täglich ungebetene Gäste herum.

Prügel, Diebstahl, Drogentreff: Trotz Reinigung und Personal vor Ort bleibt das Parkhaus unter dem Kino eine Schmuddelecke. Zuständig dafür fühlt sich niemand so richtig.

Hamm – Zwei Monate sind vergangen, seit im Parkhaus unter dem Cinemaxx-Kino Hochdruckreiniger und anderes Spezialgerät bei einer Grundreinigung zum Einsatz kamen.

Das Ergebnis damals ist heute der sprichwörtliche Schnee von gestern. Und der wird bekanntlich auch immer unansehnlicher, je länger er liegt. An den Zuständen hat sich nichts geändert: Übernachtungsgäste, Müll, Drogenbestecke, Fäkalien. Über die Zuständigkeit herrscht Uneinigkeit.

Parkhaus am Kino: Goldbeck handlungsunfähig?

Dominik Haferburg, Mitarbeiter im Leitungsteam von Goldbeck Parking Services GmbH, betont: „Goldbeck ist lediglich Dienstleister für den Eigentümer und hat daher begrenzte Befugnisse. 

Goldbeck ist nicht Pächter der Parkgarage und kann beispielsweise kein Hausrecht ausüben und Hausverbote aussprechen.“ Ansprache ja, aber rechtliche Handhabe nein, so Haferburg.

Vielmehr sei das Unternehmen zuständig für die Sicherstellung des Parkbetriebes und die Beseitigung des „Grobmülls“. Täglich sei ein Mitarbeiter vor Ort. Zu welchen Zeiten wollte Haferburg aus taktischen Gründen nicht sagen.

Zuständigkeitsgeschiebe mit Nieuwdorp

Aber wer soll dann das Hausrecht ausüben? Klare Sache, so der Goldbeck-Mitarbeiter: Hubert Nieuwdorp als Eigentümer. Doch Niewdorp sitzt als Kinobetreiber in Soest beziehungsweise Lippstadt. In der kommenden Woche sei ein Gespräch mit Goldbeck anberaumt, bei dem es auch um dieses Thema gehe, sagt Nieuwdorp. Er ist der Auffassung, dass das Goldbeck-Personal sehr wohl das Hausrecht ausüben könne. Er spielt den Ball also zurück.

Leidtragende des Zuständigkeitsgeschiebes sind die Nutzer, die Geld für diesen „Service“ bezahlen. Viele meiden das Treppenhaus, viele gehen abends nur bei laufender Handyverbindung zum Auto, manche haben sich vor Corona längst ein anderes Kino gesucht, weil sie unter diesen Umständen nicht parken wollen.

Sicherheitsdienst wird es nicht geben

Einen Sicherheitsdienst schlossen sowohl Nieuwdorp als auch Goldbeck aus Kostengründen aus. Möglicherweise hätten mit Security Einsätze wie der der Polizei am 11. Mai um 17 Uhr gar nicht stattfinden müssen. Die Beamten sprachen fünf Platzverweise gegen Personen aus, die sich unberechtigterweise im Parkhaus aufgehalten hatten. Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs sind erst möglich, wenn der Betreiber oder Eigentümer schon einmal Hausverbote ausgesprochen hat. Aber wer soll das hier tun?

Brennpunkt Parkhaus: Übel ist's nicht nur unterm Kino

Und vielleicht hätte sich ein Trio am 10. Mai eine andere Örtlichkeit für sein nächtliches Treffen ausgesucht. Einer 40-jährigen Frau ohne festen Wohnsitz wurde dabei ins Gesicht geschlagen.

Ein 69-Jähriger erlebte in dem Parkhaus ebenfalls eine böse Überraschung. Er erwischte einen Dieb auf frischer Tat - auf seinem Fahrersitz. 

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