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Essbarer Stadtbezirk? Wohl nicht in Heessen

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Äpfel pflücken auf öffentlichen Grünflächen, vielleicht auch Kirschen oder Beeren ernten: Einen entsprechenden Antrag der Grünen, eine Fläche am Piebrockskamp zur Streuobstwiese zu machen, lehnte die Verwaltung erst ab, will nun aber doch prüfen.
Äpfel pflücken auf öffentlichen Grünflächen, vielleicht auch Kirschen oder Beeren ernten: Einen entsprechenden Antrag der Grünen, eine Fläche am Piebrockskamp zur Streuobstwiese zu machen, lehnte die Verwaltung erst ab, will nun aber doch prüfen. © Remmers

HEESSEN - Städtische Grünflächen als paradiesische Oasen, in denen Bürger Äpfel, Birnen und Walnüsse, Kirschen und Stachelbeeren ernten können. Das entspricht im Kern dem Antrag „Der essbare Stadtbezirk“ der Heessener Grünen. Der Verwaltung allerdings schien dieser Antrag nicht zu schmecken.

„Städtische Flächen stehen hierfür zurzeit nicht zur Verfügung“, heißt es lapidar in einer schriftlichen Stellungnahme des Grünflächenamtes, die am Dienstag Thema in der Bezirksvertretung Heessen war.

Nicht nur mit dieser Erklärung macht es sich die Stadt einfach, sondern besonders mit dem Hinweis auf Initiativen von Privatleuten: Kleingärtner und auch Pächter von Grabelandflächen. Sie allerdings sind nicht die Zielgruppe der Grünen-Anfrage und dürften sich alles andere als freuen, wenn Bürger deren Obst und Gemüse ernten.

„Grundsätzlich“ stehe die Verwaltung der Anlage von Streuobstwiesen zwar positiv gegenüber – allerdings nicht in der Nähe von Siedlungsbereichen: Streuobstwiesen gehören demnach an die „Siedlungsränder“ und müssten „im Übergang zur freien Landschaft“ angelegt werden.

Diese Antwort widerspricht völlig der Intention des Antrags, der mit der abgeholzten Fläche am Piebrockskamp bereits eine geeignete Fläche für eine Streuobstwiese definiert.

Völlig unter den Tisch fällt in der Stellungnahme eine Reaktion auf den ausführlichen Hinweis, dass seit 2010 in Andernach mit großem Erfolg Obst, Gemüse und sogar Kräuter auf Grünflächen im öffentlichen Raum angebaut und von den Bürgern mit der notwendigen Sorgfalt genutzt werden.

Darum äußerte Friedel Moor (Grüne) in der Bezirksvertretersitzung auch seine „Verwunderung“ über diese Stellungnahme. Die relativierte dann auch Christian Maßmann vom Tiefbauamt: Die Verwaltung stehe der Idee durchaus aufgeschlossen gegenüber und man wolle überlegen, wo im Bezirk Streuobstwiesen angelegt werden können. Außerdem solle ein Entwicklungsplan für den Bereich Piebrockskamp angelegt werden.  - san

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