Anrufe verhallen in der Hotline

Panne beim Vermieter: Mieter müssen zwölf Wochen ohne warmes Wasser auskommen

Hier geht nichts mehr: Madeline Ugur zeigt den Boiler in der LEG-Wohnung am Dohlenweg, der jetzt nach rund zwölf Wochen tatsächlich ausgetauscht wurde.
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Hier geht nichts mehr: Madeline Ugur zeigt den Boiler in der LEG-Wohnung am Dohlenweg, der jetzt nach rund zwölf Wochen tatsächlich ausgetauscht wurde.

Eine Familie mit zwei kleinen Kindern muss über Monate ohne warmes Wasser im Bad auskommen. Sie melden sich unzählige Male bei der Hotline ihres Vermieters, der LEG. Doch Hilfe gibt es erst, als sich unsere Redaktion einschaltet.

Bockum-Hövel – Dann ging es plötzlich ganz schnell: Seit dem 25. November hatte die Familie Ugur in ihrer LEG-Wohnung am Dohlenweg in Hamm kein heißes Wasser mehr im Badezimmer. Vielfache Kontaktaufnahmen mit dem Vermieter führten zu keiner Besserung. Als unsere Redaktion nachhakte, stand einen Tag später ein Handwerker vor der Tür und reparierte den Boiler.

Mieter ohne warmes Wasser im Bad: Monatelang keine Rückmeldung

„Wir sind gerade nach Hause gekommen, da kam jemand von der LEG zu uns, um sich das anzuschauen. Morgen will er vorbeikommen, um den Boiler zu reparieren. Wir waren total verwundert, weil das völlig unangekündigt war“, schilderte Madeline Ugur den Anfang vom guten Ende der Geschichte am Donnerstag. Am Freitag meldete sie Vollzug: „Der Boiler wurde heute von der LEG ausgetauscht und wir können wieder zu Hause duschen.“

Bis dahin waren die Mieter gezwungen, monatelang etliche Unannehmlichkeiten auf sich zu nehmen. Ihre Kinder sind noch klein, im November zehn Monate und fünf Jahre alt. Um sie zu zu waschen, musste Madeline Ugur das Wasser in der Küche heiß machen. „Es gab dann immer Katzenwäsche in der Badewanne. Man kann sich ja vorstellen, wie unangenehm es für sie im Winter war, gerade in den sehr kalten Tagen“, sagt sie. Für die gründliche Körperpflege ging die Familie entweder zu ihren Eltern oder zur Mutter von Ehemann Selim, die in der Nähe wohnen. „Ich habe morgens oft aber auch kalt geduscht“, schildert sie.

Mieter melden sich mehrmals pro Woche bei der LEG - ohne Erfolg

Nach der Schadensmeldung am 27. November sei ein Elektriker gekommen, der sagte, es müsse ein neuer Boiler eingebaut werden. Dies müsse jedoch ein Klempner tun, und die Bestellung könne eine Woche dauern. Als diese Woche vorüber war und sich niemand gemeldet hat, hätten ihr Mann Selim und sie mehrmals wöchentlich bei der LEG angerufen, jedoch ohne Erfolg. „Wir wurden immer mit neuen Ausreden abgespeist“, sagt sie.

Einen neuen Kontakt gab es nach Schilderung von Madeline Ugur dann vor Weihnachten: Am 23. Dezember habe die beauftragte Firma sich gemeldet und mitgeteilt, man habe vergeblich versucht, sie zu erreichen. „Dabei haben wir bei den Anrufen bei der LEG auch immer unsere Handynummer angegeben“, stellt sie fest. Ein Klempner schaute sich den Boiler dann am 25. Dezember erneut an. „Er sicherte zu, er werde sich in der kommenden Woche melden. Leider tat er dies nicht. Daraufhin haben wir wieder mehrmals die Woche die LEG angerufen, wieder ohne großen Erfolg“, schildert Ugur weiter.

Vermieter LEG: Keine Reaktion auf Schreiben der Mieter

Das ließ die Familie nicht auf sich sitzen: „Wir haben der LEG bereits eine Frist gesetzt und auch die Miete gemindert. Trotzdem meldete sich die LEG überhaupt nicht bei uns und reagierte auch nicht auf unsere Schreiben. Wenn wir dort anrufen, sagt man uns nur, sie würden es weiterleiten“, so Ugur. Als die größte Unverschämtheit empfand sie, dass die LEG dann zum 1. Januar 2021 eine Mieterhöhung ins Haus schickte und Anfang Februar noch einmal per Post eine Erinnerung zur Zustimmung nachsandte. „Wir wissen nicht mehr, was wir machen sollen“, endete der Hilferuf an unsere Zeitung.

Die Nachfrage unserer Redaktion bei der LEG brachte die Reparatur dann ins Rollen. Und am Ende zeigte sich das Wohnungsunternehmen kulant und versöhnlich. So teilte Pressesprecher Mischa Lenz mit: „Zunächst möchte ich betonen, dass wir selbstverständlich den Ausfall des Warmwassers im Bad bei Familie Ugur bedauern und uns für die ihr entstandenen Unannehmlichkeiten auch ausdrücklich an dieser Stelle noch einmal entschuldigen möchten. Auch entschuldigen möchten wir uns für den Umstand, dass sich die Beseitigung des Mangels, also der Austausch der defekten Therme, sowie die Kommunikation mit der Familie – entgegen unserer Standards für Kundenservice und Qualität – deutlich verzögert hat. Wir verstehen den Unmut der Familie Ugur vor diesem Hintergrund selbstverständlich.

Grund für Verzögerung: Laut LEG ein interner Absprachefehleer

Mit Einschalten der Presse sei man noch einmal auf das Problem aufmerksam geworden. Es habe sich um einen internen Absprachefehler gehandelt, gab Lenz als Erklärung an. Man habe dann unverzüglich mit der Familie Kontakt aufgenommen. „Um der Familie etwas entgegen zu kommen und als Zeichen unserer Wertschätzung, werden wir Familie Ugur eine angemessene Mietgutschrift erstatten“, sicherte Lenz zu.

Die LEG gehört zu den größten Vermietern in Hamm. Kürzlich hatte es Ärger um eine andere LEG-Wohnung gegeben: Mieter hatten sich über Kinderlärm beschwert. Doch auch in anderen Mietwohnungen kann es immer wieder Schwierigkeiten geben. So schneite es bei einer Mieterin in die Wohnung.

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