Paketaktion findet statt

Corona schluckt Helfer: Bei Hammer Tafel werden weniger Kräfte vermittelt

Tafel im Corona-Modus: Die Arbeit für Ehrenamtlichen in Hamm hat sich erschwert.
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Tafel im Corona-Modus: Die Arbeit für Ehrenamtlichen hat sich erschwert.

Wenn die Hammer Tafel sich etwas wünscht in Pandemie-Zeiten, dann sind es Ehrenamtler.

Hamm – Denn daran mangele es, sagt Sprecher Siegbert Künzel. Kräfte aus Maßnahmen würden aufgrund von Corona zurzeit nicht vermittelt. Sie hätten aber entscheidend dazu beigetragen, den täglichen Betrieb aufrechtzuerhalten. Das müsse nun kompensiert werden. Interessierte Personen können sich unter Telefon 3717031 an Tafel-Geschäftsführer Toni Ciotti wenden.

Das gesellschaftliche Leben hat sich durch Corona massiv verändert. Was bedeuten all die Einschnitte für soziale Einrichtungen wie die Tafel, die finanziell schwächer gestellten Menschen täglich dabei unterstützt, ihr Leben zu meistern? Bedeutet Corona Engpässe bei den Zulieferern, oder fallen bestimmte Angebote sogar komplett flach?

Spenden gegen Engpässe

„Noch gibt es keine Versorgungslücken“, sagt Künzel. Und natürlich wünscht er sich, dass die Situation auch in Zeiten der zweiten Welle entspannt bleibt. Dass die rund 1000 Kunden in Hamm (Stand Ende September) über die Tafel weiter mit Lebensmitteln und Haushaltsartikeln versorgt werden können, habe sowohl mit den Spendern als auch mit der guten Vernetzung der Tafeln in der Region zu tun.

„Sollte es auf der einen Seite Überschüsse und auf der anderen Bedarf geben, tauschen wir uns aus“, so Künzel. Um Hamsterartikel wie Toilettenpapier oder Mehl gehe es bei der Tafel nicht. „Diese Artikel haben wir ohnehin nur selten im Angebot“, sagt der Sprecher.

Weihnachtspakete als gelebte Solidarität

Festhalten wird die Tafel trotz Pandemie an ihrer Weihnachtspakete-Aktion. Rund 1500 von Bürgern gepackte Pakete mit Lebensmitteln und Haushaltswaren wurden 2019 an Kunden und ehrenamtliche Kräfte ausgegeben. „Jeder hat ein Päckchen erhalten“, sagt Künzel.

Er hofft, dass dies auch in Corona-Zeiten gelingt. Denn viele Pakete kamen aus Schulen und Kindergärten, von Caritas oder Diakonie aus den Gemeinden. Und gerade hier liegt aktuell ja vieles brach. „Wir werden Wege finden, damit wieder möglichst viele Pakete zusammenkommen“, so der Sprecher. Gerade diese Aktion sei ein schönes Zeichen für gelebte Solidarität in dieser Stadt. All die beigelegten Briefe und Weihnachtsgrüße – besonders auch von jungen Menschen – zeigten eine große Anteilnahme und hohe Bereitschaft zur Hilfe.

Pakete werden vom 9. November bis 12. Dezember bei der Tafel angenommen (wochentags bis 14 Uhr). Die Ausgabe erfolgt vom 14. bis 19. Dezember. Wegen Corona findet sie diesmal ohne Mitwirken von Promis statt.

Weitere Aktionen und bestehende Schutzmaßnahmen

Bereits angelaufen ist wieder die Aktion in den Rewe-Märkten, bei denen Kunden eine vorgepackte Tüte zum Preis von 5 Euro erwerben können. Die Tüten werden gesammelt und gehen dann an die Tafel.

Eingespielt im Alltag habe sich längst der Umgang mit den Corona-Schutzmaßnahmen, sagt Künzel. Abstände, Maskenpflicht und nur eine bestimmte Anzahl von Personen in den Räumlichkeiten – all das funktioniere. Die Mitarbeiter achteten auf die Einhaltung. Geschlossen ist wegen Corona die Cafeteria, Kaffee gibt es stattdessen aus dem Fenster.

Ausfallen wegen der Pandemie wird in diesem Jahr das Neujahrsessen für die Ehrenamtlichen. Auch das Sommerfest war schon wegen Corona abgesagt worden.

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