Heessener Pärchen mit 800 Gramm Heroin erwischt

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Die Vorwürfe gegen ein Pärchen aus Heessen sind beträchtlich, doch in Zeiten von Corona könnte das Strafverfahren gegen die beiden ein glimpfliches Ende nehmen.

Hamm/Dortmund – Den 34 und 39 Jahre alten Angeklagten wird vorgeworfen, von Juni 2013 bis April 2014 insgesamt rund 800 Gramm Heroin aus den Niederlanden geschmuggelt und in ihrer Wohnung am Schlagenkamp portioniert und weiter verkauft zu haben. Dabei ging das Pärchen zumeist arbeitsteilig vor.

Während ein Part mit einer mutmaßlichen Komplizin per Auto in die Niederlande fuhr, um bei einem „Baki“ das bestellte Rauschgift abzuholen, blieb der andere zu Hause, wartete auf Drogennachschub und kontaktierte die festen Abnehmer. Diese kaufen jeweils rund 20 bis 40 Gramm und erhielten teilweise das Rauschgift sogar zum Selbstkostenpreis als Gegenleistung für das Leihen eines Wagens.

Das rege Treiben fand am 29. April 2014 ein jähes Ende, als eine Polizeikontrolle die beiden und ihre mutmaßliche Mittäterin auf der Lipperandstraße stoppte und etliche Gramm Heroin bei ihnen entdeckte. Das Pärchen wanderte für einige Monate in Untersuchungshaft, wurde dann aber haftverschont. Seither vergingen rund fünf Jahre, in denen nichts passierte. Prozesse, bei denen die Angeklagten in Haft säßen, hätten immer Vorrang gehabt, so die Vorsitzende Richterin zur Erklärung der ungewöhnlich langen Verfahrensdauer. Nun habe der Prozess endlich angefangen, doch wegen der Corona-Krise seien manche Zeugen schlecht oder gar nicht zu laden.

Auf Anregung der Richter wollen die Prozessbeteiligten nun gemeinsam ausloten, wie man sich gegebenenfalls ohne aufwendige Beweisaufnahme auf ein Prozessende verständigen kann. Im Falle einer Verurteilung kann dies nur ein vergleichsweise mildes Urteil für die beiden Heessener bedeuten. Mit dem bis dahin ausgearbeiteten Lösungsvorschlag wird der Prozess am 8. Mai fortgesetzt.

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