Kundgebung für den Frieden erinnert an "Schlacht von Pelkum"

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Rund 100 Teilnehmer waren beim Ostermarsch 2018 dabei.

Hamm - 8,4 Kilometer für den Frieden und gegen Aufrüstung: In Hamm nahmen am Montag rund 100 Teilnehmer am Ostermarsch von der Innenstadt bis nach Pelkum teil. Dort ging es um den Tod von mindestens 100 Arbeitern.

Blaue Ballons mit weißen Friedenstauben, Regenbogen-Fahnen und dazwischen Transparente mit Forderungen wie „Nie wieder Krieg“ oder „Safe Afrin – Der vergessene Krieg“ prägten am Ostermontag das Bild am Bahnhofsvorplatz. Von dort aus brachen rund 100 Friedensfreunde zum 8,4 Kilometer entfernten Pelkumer Friedhof auf, um am dortigen Denkmal der Schlacht von Pelkum 1920 an den Tod der mindestens 100 Arbeiter, die für ihre sozialen und gewerkschaftlichen Rechte kämpften, zu erinnern. 

Der Ostermarsch 2018 stand auch in Hamm unter dem Motto „Abrüsten statt aufrüsten – Atomwaffen abschaffen – Friedenspolitik statt Konfrontation!“. „Warum sind wir auch in diesem Jahr am Ostermontag nicht bei Familie, Freunden und Festessen und stehen stattdessen für den Frieden auf?“, fragte Mitinitiator Wolfgang Garbers von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) bei seiner Rede in die Runde: „Die Antwort ist einfach: Weil wir es müssen.“ 

Ostermarsch 2018 in Hamm

Das, was heute zu sehen ist, sei alarmierend. Garbers kritisierte die Anhebung der Rüstungsausgaben auf zwei Prozent der Wirtschaftsleistung. Die 30 Milliarden Euro würden dann in anderen zivilen Bereichen fehlen. „Wer eine Bildungsrepublik in Deutschland will, der muss den Einfluss der Rüstungslobby zurückdrängen und Mittel freimachen für Kitas, Schulen und Hochschulen“, sagte Kathrin Vogler (Die Linke). 

Nach zwei musikalischen Beiträgen von Pfarrerin Annika Klappert setzten sich die Teilnehmer um kurz vor zwölf in Bewegung. Auf leisen Sohlen, ohne laute Parolen und Trillerpfeifen, um ein Zeichen gegen kriegerische Konflikte und für den Frieden zu setzen. Mit dabei war in diesem Jahr auch eine Gruppe afghanischer Flüchtlinge. Zwischenstationen wurden auf der Wilhelmstraße und dem Herringer Weg eingelegt, wo Mitorganisator Martin Güttner an die Schicksale, die sich hinter den Stolpersteinen verbergen, erinnerte. 

Am Wiescherhöfener Markt bedankte sich Jutta Reiter, Vorsitzende des DGB Dortmund-Hellweg, bei den Teilnehmern, die sich auf den Weg gemacht haben, um Antworten zu finden, die den Frieden möglich machen. Pfarrer Carsten Dietrich informierte in seiner Rede über die Ereignisse der Ruhrkämpfe oder „Die Schlacht von Pelkum“, wie sie hier in Hamm heißt. 

Er fand es richtig, den diesjährigen Ostermarsch zu nutzen, um an diese mutigen Menschen, denen bis heute keine historische Gerechtigkeit widerfahren sei, zu gedenken. „Von der Zivilcourage und dem Mut der Männer und Frauen können wir heute viel lernen.“ 

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