Osterfest 2020: "Anders, aber nicht weniger intensiv"

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Pfarrer Bernd Mönkebüscher allein in der Pfarrkirche St. Agnes.

Hamm - Wie feiert man Ostern ohne Gottesdienst? Hammer Pfarrer erleben ein ungewöhnliches, aber trotzdem intensive Osterfest.

Von einer Herausforderung hatte Pfarrer Robert Winschuh im Vorfeld des gottesdienstlosen Osterfestes gesprochen. Der Geistliche leitet die katholische Pfarrei Heilig Geist in Bockum-Hövel. Er hat die Zeiten, an denen Gottesdienste stattgefunden hätten, in der Kirche verbracht, war die meiste Zeit aber „wie alle anderen“ zu Hause.

Am Ostermontag spricht Winschuh von einem tatsächlich „besonderen“ Osterfest. Statt der direkten Begegnungen habe es in diesem Jahr viel indirekten Kontakt gebeben, der Austausch sei über E-Mail und Telefon erfolgt oder – wie beim Osterspaziergang am Montag – mit dem gebührenden Abstand. Solche persönlichen Begegnungen hätten für ihn dazu beigetragen, dass dieses Ostern für ihn letztlich „doch gut“ gewesen sei. Vergleiche man die eigene Situation mit der von Menschen, die um ihr Leben oder ihre Existenz bangen müssten, seien die Einschränkungen durchaus zu ertragen.

Das sieht auch Pfarrer Bernd Mönkebüscher so, Leiter des katholischen Pastoralverbundes Hamm-Mitte-Osten. „Es war anders, weil vieles Gewohnte fehlte“, sagt er am Ostermontag. „Aber trotzdem war es nicht weniger intensiv.“ Auch wenn keine Gottesdienste stattfanden, blieben die Kirchen zeitweise geöffnet.

Stiller als sonst sei es eben gewesen, sagt Mönkebüscher. Das Osterlicht hätten sich zwar nur wenige abgeholt. Ein Angebot, am Sonntagnachmittag ein symbolisches Brotstück mitzunehmen, sei aber gut angekommen. Rund 120 Gläubige hätten von der Möglichkeit Gebrauch gemacht. Viele, die sich aus den Gottesdiensten kannten, hätten sich bei dieser Gelegenheit wiedergesehen. „Eine starke Geschichte“, meint Mönkebüscher.

Am Ostermorgen folgt dann der ökumenische Besuch am Altenheim. Zusammen mit seiner evangelischen Amtskollegin Astrid Taudien lässt Mönkebüscher schriftliche Ostergrüße überbringen, die Altenpfleger verteilen sie an die Bewohner. Der Posaunenchor spielt dazu. Auch auf die Distanz, sagt Mönkebüscher, lasse sich Gemeinschaft erfahren.

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