Sperrstunde und Hygienregeln

Ordnungsdienst muss durchgreifen - und zwei Holländer fallen auf

Die Sperrstunde ist vor allem für Lokalbetreiber der Meile in Hamm eine harte Nachricht.
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Feierabend um 23 Uhr: Die Sperrstunde ist vor allem für alle Lokalbetreiber der Hammer Meile eine harte Nachricht – hier geht es erst ab Mittagnacht richtig rund.

Obwohl die Spielregeln inzwischen klar sein sollten, leisteten sich die Betreiber von acht gastronomischen Gewerben in unterschiedlichen Stadtbezirken am vergangenen Wochenende Verstöße gegen die Sperrstunde. Je nach Schwere des Verstoßes kann ein allzu oberflächlicher Umgang mit den Vorschriften die Betreiber nun teuer zu stehen kommen. Sie müssen mit Bußgeldern von 2500 Euro rechnen.

Hamm – Die Stadt Hamm will die alle Fälle nun im Detail bewerten und sie gegebenenfalls über das Rechtsamt abwickeln. „Es geht uns nicht um fünf Minuten, wenn jemand um fünf nach elf den Mantel anzieht und im Begriff ist, zu gehen. Wenn Gäste aber um Mitternacht und später noch gemütlich beisammensitzen, ist das eine andere Angelegenheit“, sagte Stadtsprecher Tom Herberg. Herberg machte deutlich, dass die Stadt es künftig nicht bei Ermahnungen belassen werde und weiter konsequent kontrolliere. Die Verstöße seien unter anderem auch in Imbissbetrieben und Pizzerien festgestellt worden. Zuletzt hatte es bereits Klagen gegen die Sperrstunde gegeben. Allerdings ohne Erfolg.

Ob die Geschäftsidee von zwei Niederländern auf die Corona-Situation zurückgeht, vermochte Herberg letztlich nicht zu beurteilen. Jedenfalls hatten Mitarbeiter der Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) das Duo angetroffen, wie es aus einem Sprinter heraus Waren auf der Straße verkaufte. Weil sie dies ohne Maske taten, wurden zwei Mal 50 Euro Bußgeld fällig. Weil sie keine Konzession hatten und zudem gegen Hygieneauflagen verstießen, war der Verkauf dann auch schnell beendet. Kundschaft, die teils ebenfalls ohne Maske ins Geschäft kommen wollte, verflüchtigte sich ebenso schnell. Die illegalen Handelsreisenden wurden durch den KOD zur Stadtgrenze eskortiert.

Verstöße wegen der Zusammenkunft in größeren Gruppen wurden am Wochenende nicht geahndet. In Einzelfällen sei der Nachweis erbracht worden, dass es sich bei der Zusammenkunft um Familienmitglieder beziehungsweise Angehörige aus zwei Haushalten gehandelt habe. Zum Teil allerdings, so Herberg, hätten sich Gruppen beim Eintreffen des KOD-Fahrzeugs schnell aufgelöst. Vermutlich in dem Wissen dass sonst Bußgelder in Höhe von 250 Euro pro Kopf fällig gewesen wären. In der vergangenen Woche hatte die Stadt mehrmals Bußgelder verhängt.

Auffälligkeiten bei genehmigten Feiern habe es nicht gegeben. Auch die Orte von der Stadt untersagter Feiern seien kontrolliert worden. Auch hier seien keine Verstöße festgestellt worden. Der Sprecher erklärte, die Stadt werde auch zum Thema Feiern weiter konsequent und scharf vorgehen.

Die Einführung der Sperrstunde hatte in Hamm schon früh für große Skepsis gesorgt. In manchen Betrieben wird erst ab Mitternacht richtig was umgesetzt. Dementsprechend waren die Stimmen, wie Sie hier lesen können.

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