Bahnhofsumfeld im Blick

Ordnungsdienst für „Hotspots“: Polizei und Stadt wieder auf Streife

Der Kommunale Ordnungsdienst soll mehr Personal erhalten, um für mehr Sicherheit zu sorgen – am Bahnhof, im Lippepark, an der Sachsenhalle und an weiteren „Hotspots“ im Stadtgebiet.
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Der Kommunale Ordnungsdienst soll mehr Personal erhalten, um für mehr Sicherheit zu sorgen – am Bahnhof, im Lippepark, an der Sachsenhalle und an weiteren „Hotspots“ im Stadtgebiet.

Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) in Hamm soll um zehn bis zwölf neue Stellen aufgestockt werden. Das bestätigte ein Stadtsprecher jetzt auf Anfrage unserer Zeitung. Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann hatte die Aufstockung für so genannte „Hotspots“ beim Blaulicht-Gespräch mit NRW-Innenminister Herbert Reul angekündigt.

Hamm-Mitte – Als „Hotspots“, also Einsatzorte mit besonderem Bedarf, gelten laut Stadt das Bahnhofsumfeld, der Lippepark, der Marktplatz inklusive des Umfelds wie dem Chattanoogaplatz, die Sachsenhalle und der Bockumer Weg. All diese Orte sind als Treffpunkte von Personengruppen aus bestimmten Milieus bekannt.

Die zusätzlichen Stellen für den KOD sollen in die Haushaltsplanung 2021/22 eingebracht werden. Ziel sei ein Dienstantritt 2021, so ein Stadtsprecher, abhängig von der Verfügbarkeit des Personals und der Haushaltssituation. Wie viele Köpfe sich dahinter verbergen, ist noch offen. Theoretisch könnten es je nach Stellenzuschnitt, zum Beispiel durch Teilzeit, deutlich mehr werden.

Bahnhofsumfeld im Blick

Auf Nachfrage bekräftigten sowohl Stadt als auch Polizei, das Sicherheitskonzept für das Bahnhofsumfeld sei nicht zu den Akten gelegt worden. Im Februar 2018 hatten beide Behörden ihr Konzept „Gemeinsam sicher im Bahnhofsviertel“ öffentlichkeitswirksam vorgestellt. Dazu gehört auch ein periodisch erscheinender Sicherheitsreport mit Daten und Fakten.

Weil im Zuge der Coronakrise Aufgaben des KOD und auch der Polizei anders gebunden waren, wurden beispielsweise die gemeinsamen „Drei-Stunden-Streifen“ vorläufig ausgesetzt. Diese gemeinsamen Streifen in der Ordnungspartnerschaft von KOD und Polizei in der Innenstadt werden laut Stadt in den kommenden Tagen wieder aufgenommen. Das bestätigte auch Polizeisprecher Hendrik Heine.

Bahnhof als Drogen-Hotspot

Passanten hatten sich zuletzt an die Polizei und an unsere Zeitung gewandt, weil sie am Willy-Brandt-Platz an einem Sonntagnachmittag gleich mehrere Drogendeals beobachtet haben wollten. Auf der Leitstelle der Polizei habe man entgegnet, das sei ein „altbekanntes Problem“. Die Zeuginnen beobachteten das Geschehen weiter und berichten von fünf bis sechs offensichtlichen Situationen.

Polizeisprecher Hendrik Heine bestätigte den Anruf auf der Wache. Ein Zivilfahrzeug sei zum Willy-Brandt-Platz gefahren, die Kapazitäten seien zu diesem Zeitpunkt begrenzt gewesen. Die Beamten hätten dort „bekannte Gesichter“ angetroffen, aber nicht eingegriffen.

Heine lobte ausdrücklich den Anruf der Passantinnen. Sie seien ihrer Bürgerpflicht nachgekommen und die Polizei habe die Szene sehr wohl im Blick, auch wenn in diesem Fall nicht eingegriffen worden sei. Auch in Zukunft werde es Sondereinsätze und „observierende Maßnahmen“ in der Innenstadt geben. Ziel sei es, Strukturen aufzudecken, erklärte der Sprecher.

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