Versuchte Erpressung

Bandidos-Prozess geht weiter: Zeugen erinnern sich nicht mehr

+

Mehrere junge Zeugen gaben sich am Verhandlungstag am Montag, 5.Mai gegen drei mutmaßliche Bandidos nacheinander die Klinke zum Gerichtssaal in die Hand. Doch die Zeugen erinnern sich nicht mehr und machten vage Aussagen.

Hamm/Dortmund –  Sie waren Augenzeugen oder Bekannte des jungen Lüners, der Anfang Juni das Opfer einer versuchten Erpressung durch den Hauptangeklagten und weiterer Mittäter gewesen sein soll. Tenor der Aussagen: „Ich kann mich nicht genau erinnern!“

Insbesondere ein 23-jähriger Nachbar des mutmaßlichen Opfers war sich sicher: „Von den Dreien auf der Anklagebank war mit Sicherheit niemand dabei!“ Trotz der Mahnung der Richter, dass Falschaussagen bestraft würden, blieb der Zeuge bei seinen schwammigen Angaben, beteuerte, dass ihn niemand vor seiner Aussage vor dem Dortmunder Landgericht unter Druck gesetzt habe.

Vermeintliches Opfer unglaubwürdig?

Ein anderer Zeuge beschrieb das vermeintliche Erpressungsopfer als einen „Drogensüchtigen, der immer viel wirres Zeug“ rede. Dieser habe ihm erzählt, dass drei Männer wiederholt rund 3000 Euro für irgendwelche Drogengeschäfte von ihm gefordert hätten. Zuletzt habe man ihm sogar einen Schweinekopf nach Hause geschickt.

Angesichts der schwierigen Beweislage und der vagen Zeugenaussagen ist ein Ende des Strafverfahrens gegen die drei Männer aus Hamm nicht absehbar. Sie sollen in wechselnder Beteiligung mit 64 Kilogramm Amphetamine gehandelt sowie mehrere Männer in ihrem Umfeld um Geldzahlungen zu erpressen versucht haben. Der Prozess wird am 14.Mai fortgesetzt.

Pöbeleien, wechselseitige Beleidigungen, feixende Mienen

Die Prozessbeteiligten im Verfahren gegen drei mutmaßliche Bandidos sind nicht zu beneiden. Auch am Verhandlungstag am Montag, den 27.April, als ein mutmaßliches Opfer als Zeuge vor dem Dortmunder Landgericht aussagte herrschte angespannte Stimmung.

Bereits am 21.April schilderte ein Opfer die Geschehnisse vor Gericht unter abschätzigen Blicken von Bandidos-Rockern. Trotz vieler Wachleute beim Prozess Ende März pfiffen die Angeklagten auf die "Corona-Regeln".

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare