Hammer Raubprozess

Aussage unter abschätzigen Blicken von Bandidos-Rockern

+

Im Raubprozess um drei Mitglieder und Sympathisanten der Rockergruppe "Bandidos" wurde jetzt ihr mutmaßliches Opfer gehört. Dabei stand er nur wenige Meter entfernt von seinen angeblichen Peinigern.

Dortmund /Hamm - Als Zeuge vor dem Dortmunder Landgericht machte der 34-jährige seine Aussage; seine angeblichen Peiniger starrten ihn dabei mit abschätzigen Blicken unentwegt an. Der Hammer schilderte, wie er am 17. September 2019 in seiner Wohnung an der Südstraße von dem angeklagten Trio in seiner Wohnung überfallen worden sei. Einer der drei Rocker hätte ihn mit einem Faustschlag zu Boden geschlagen und ihm dadurch eine blutende Augenverletzung zugefügt; seither habe er an einem Auge nur noch eine stark eingeschränkte Sehkraft.

Hintergrund für die brutale Attacke seien Geldforderungen gewesen: "Es wurde aber nie eine genaue Summe genannt. Auch hatte ich keinerlei Schulden bei einem von ihnen!"

Der Zeuge beschrieb, dass er anfänglich Interesse gehabt hatte, bei den Bandidos oder einer Unterstützergruppe mitzumachen, er sich daher auch im Vereinsheim regelrecht vorgestellt habe. Mit seinem Interesse an der Rockerszene sei es jedoch schnell vorbei gewesen, als er um einen kriminellen "Gefallen" gebeten worden sei: Für einen der Angeklagten hätte er in seiner Wohnung kiloweise Amphetamine verstecken sollen. Eine Forderung, die der Familienvater mit Blick auf seine kleinen Kinder offenbar sofort und definitiv ablehnte.

"Dann kamen die Drohungen"

"Dann kamen die Drohungen, persönlich und am Telefon. Ich müsse Geld zahlen, sonst werde man mich zusammen schlagen, mich umbringen", fasste das mutmaßliche Raubopfer seine Erinnerungen an diverse bedrohliche Begegnungen auf der Südstraße zusammen. Tatsächlich habe er sogar rund 300 Euro in Raten gezahlt. Warum und wofür letztlich Geld fließen sollte, konnte der Zeuge nicht sagen.

Der mutmaßliche brutale Geldeintreiber hatte zu Prozessbeginn behauptet, dass er - zugegebenermaßen etwas gewalttätig - berechtigte private Schulden habe eintreiben wollen.

Der Prozess wird Ende April fortgesetzt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare