Ominöse Kügelchen in allen Proben am alten Kraftwerk

HAMM/WELVER ▪ Im Fall der nahe des Uentroper Kernkraftwerks gefundenen Kügelchen ist Diplom-Biologe Achim Hucke in sämtlichen untersuchten Proben auf die winzigen Partikel gestoßen, deren Herkunft noch nicht geklärt ist. Die zuständige Aufsichtsbehörde des Landesministeriums hat sich inzwischen eingeschaltet.

Zusammen mit der elfjährigen Schülerin Samantha Seithe aus Scheidingen war Achim Hucke bei den Arbeiten zum Wettbewerb „Jugend forscht“ auf die seltsamen, winzigen Kügelchen gestoßen (der Anzeiger berichtete). Die Partikel ähnelten so genannten Pac-Kügelchen, die vor einigen Jahren mit einer Häufung von Krebsfällen in Verbindung gebracht wurden.

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Nachdem die junge Forscherin bei der genaueren Untersuchung einer Probe eben jene Kugeln entdeckt hatte, hatte Hucke als betreuender Wissenschaftler das Projekt für die Schülerin aus Sicherheitsgründen abgebrochen. Der Biologe selbst untersuchte jedoch auch die weiteren, rund um das Kraftwerk genommenen Bodenproben mit der so genannten Schlämmanalyse. „Ich habe sämtliche Proben von Samantha ausgearbeitet, zusätzlich noch eigene Proben genommen“, so Hucke, der dabei mit erhöhter Vorsicht zu Werke ging: „Ich habe mit viel Wasser gearbeitet, so dass sich kein Staub bildet, den man einatmen könnte.“ Das Ergebnis: In sämtlichen Proben stieß der Biologe auf die ominösen Kügelchen.

Deren Herkunft will nun die zuständige Atomaufsichtsbehörde des Landesministeriums klären: „Die haben Kontakt zu mir aufgenommen“, bestätigt Hucke. Noch ist unklar, welche Methode zur Untersuchung am besten geeignet ist – und welche Proben dazu verwendet werden. Zwar würde Achim Hucke seine Exemplare zur Verfügung stellen. Noch lieber wäre ihm jedoch, wenn er gemeinsam mit den Behördenmitarbeitern und Wissenschaftlern unter Zeugen frische Proben nehmen könnte: „Ich möchte unbedingt vermeiden, dass hinterher gesagt wird, da sei irgend etwas unstimmig gewesen“, so Hucke. Außerdem sei auf diese Weise genügend Forschungsstoff vorhanden: „Bei anderen Fällen bestand bei den Messungen das Problem, dass es einfach zu wenig Material gab. Das möchten wir vermeiden.“ Die ohnehin winzigen, von einer Hülle umgebenen Partikel – wenn es sich um Pac-Kügelchen handele – bestünden in ihrem Kern nur zu einem kleinen Prozentsatz aus radioaktivem Material: „Da braucht man eine ganze Menge, um etwas messen zu können“, weiß Hucke, der das genaue Vorgehen aber den Fachleuten überlassen möchte: „Da müssen wir abwarten, was die Experten vorschlagen.“

Das Prüfungsverfahren zu einer an die Politik gerichteten Petition läuft derweil noch. Durch diese möchte Hucke mithilfe zahlreicher Unterzeichner eine unabhängige Untersuchung einfordern. ▪ tob

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