Unsere Serie „Was braucht Bockum-Hövel?

Ohne Auto unterwegs in Bockum-Hövel - wie gut geht das?

Bauarbeiten Hammer Straße in Hamm Bockum-Hövel
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Großprojekt Hammer Straße: Die Bauarbeiten finden derzeit zwischen der Friedrich-Ebert-Straße und der Bäumerstraße statt.

Lohnt es sich, in Bockum-Hövel das Auto stehen zu lassen? Auf Bus oder Bahn umzusteigen? Oder auf das Rad oder die eigenen Füße zu setzen? Unser Reporter sieht bei den örtlichen Gegebenheiten durchaus Licht, aber auch viel Schatten. Wie sehen Sie das? Diskutieren Sie mit! (Formular unten im Artikel)

Bockum-Hövel – Wer sich umweltfreundlich – gemeint ist: ohne Auto mit Verbrennungsmotor – durch den Stadtbezirk bewegen will, hat dazu die üblichen Möglichkeiten: Busse und Bahnen, Fahrrad oder E-Bike, zu Fuß und – wer eines besitzt – Elektroauto. Je nachdem wo man gerade wohnt, sind die Bedingungen allerdings sehr unterschiedlich.

Unterwegs in Bockum-Hövel: Fußwege weisen oft Mängel auf

Es gibt gute, breite und ebene Fußwege in Bockum-Hövel, auf denen auch Begegnungsverkehr von Rollstuhl- und Kinderwagenfahrern oder Schirmträgern gut möglich ist. Doch oft haben die Gehwege große Mängel. Wege sind zu schmal, sehr holprig, weil schlecht gepflegt und/oder nicht befestigt, sie werden durch legal oder illegal parkende Autos zusätzlich eingeengt, sie dienen als Abstellflächen für Mülltonnen, Sperrmüll wird auf ihnen abgestellt, Laternen und Straßenschilder sind mitten auf ihnen aufgestellt. Vor allem bei Grundstückseinfahrten weisen die Gehwege starke Längsneigung auf und manchmal haben sie eine zu starke Querneigung. Beides ist vor allem für Menschen mit Gehbehinderung und Rollatorfahrer gefährlich und erhöht die Sturzgefahr.

Ein Schatz für Fußgänger sind die vielen Pättkes, die sich durch den Stadtbezirk ziehen. Abseits des Verkehrs dienen sie als schnelle Verbindungswege. Auch in Neubaugebieten werden zum Glück stets neue Pättkes angelegt.

Unterwegs in Bockum-Hövel: Gefährliche Stellen für Radfahrer

Auch hier gibt es Licht und Schatten. So hat Bockum-Hövel eine der wenigen Fahrradstraßen. Als solche ist die Rautenstrauchstraße zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Hochstraße ausgewiesen. Auch Fahrradfahrer profitieren von den Pättkes und anderen abseits der Straßen liegenden Verbindungen. Beispiele: Kornmersch und Kohlenbahntrasse. Zudem gibt es zahlreiche straßenbegleitende Radwege in Bockum-Hövel. Doch selbst bei erst vor kurzem fertiggestellten Straßensanierungen stand immer noch das Auto im Vordergrund, und für Radfahrer wurden gefährliche Stellen geschaffen.

Ein Beispiel: Vor den Mittelinseln auf der sanierten Bülowstraße verschwindet der Mehrzweckstreifen, auf dem Radfahrer sich recht sicher bewegen können, wenn dort keine Autos geparkt sind. Bei einer Befahrung mit dem ADFC wurde dessen Vorsitzender Klaus Peter Kappelt an einer solchen Mittelinsel von einem schweren Lkw mit einem Abstand von wenigen Zentimetern überholt: Das ist lebensgefährlich. Solche Situationen ereignen sich an vielen Mittelinseln. Für Pedelec-Fahrer fehlen öffentliche Ladestationen.

Unterwegs in Bockum-Hövel: Bald deutliche Verbesserungen für den Busverkehr

Ob man die Verbindungen als gut oder schlecht beurteilt, hängt vor allem davon ab, wo man wohnt. Die Außenbereiche haben deutlich weniger Verbindungen.

Mit dem Fahrplanwechsel, der im August dieses Jahres erfolgt, wird sich die Situation weiter verbessern.

  • 2 (Bf. Bockum-Hövel - Hbf - Rhynern-Gewerbepark beziehungsweise Haselnussstraße),
  • 4 (Hbf - Rautenstrauchstraße - Barsener Straße/Ringverkehr in Bockum-Hövel mit Linie 9),
  • 9 (Hbf - Barsener Straße - Rautenstrauchstraße/Ringverkehr in Bockum-Hövel mit Linie 4),
  • 15 (Maxipark - Heessener Markt - Bf. Bockum-Hövel - Herringer Markt - Pelkum, Selbachpark - Rhynern/Mitte - Maxipark/Ringbuslinie Hamm),
  • R14 (Werne - Hammer Straße - Hbf.),
  • S10 (Werne - Bockum-Hövel - Hbf.),
  • T34 (Hbf. - Hafen - Bromberger Straße),
  • T114 (Haberkampstr. - Rautenstrauchstraße - St.-Josef-Krankenhaus).

Es wird Verbesserungen im Abend- und Nachtverkehr geben. Nachtbusse fahren künftig jeden Werktag um 24 Uhr. In alle Hammer Stadtteile wird es um Mitternacht eine Verbindung geben. Und ein zusätzlicher Nachtbus wird an den Wochenenden um 3 Uhr fahren. Auf den stark befahrenen Routen fahren die ersten Busse schon jetzt am Sonntag zwischen 8 und 9 Uhr. Das ist deutlich besser als in manchen anderen Stadtbezirken.

Eine gute Verbindung – auch in die Stadtmitte: Dennoch gibt es am Bahnhof noch viel Optimierungsbedarf.

Werner Reumke hatte kürzlich vorgeschlagen, alle Linien im Höveler Zentrum an einem kleinen Busbahnhof zusammenzuführen und einen Knotenpunkt unter anderem mit Infotafeln und E-Bike-Ladestationen zu schaffen, um den Öffentlichen Personennahverkehr attraktiver zu machen. Das wurde politisch abgelehnt. Spätestens, wenn das St.-Josef-Krankenhaus geschlossen wird, muss eine direkte Verbindung zur Barbaraklinik nach Heessen geschaffen werden.

Unterwegs in Bockum-Hövel: Die Bahn - auch eine Alternative für die Kurzstrecke

Die Bahn ist nicht nur die Verbindung zu entfernten Zielen, sondern auch eine schnelle Nahverkehrsverbindung in die Stadtmitte. Allerdings weist der Bahnhof noch erhebliche Mängel auf. Die elektrische Anzeige der Züge ist öfter defekt als funktionsfähig. Am Bahnhof sind keine Hinweise für Ortsunkundige, wo sich wichtige Punkte in Bockum-Hövel befinden und wie sie zu erreichen sind. Positiv sind die „Fahrradkäfige“, wo Pendler ihre Fahrräder sicher abstellen können. Dieses Angebot wird rege genutzt. Sehr gut belegt sind ebenfalls die Pendlerparkplätze, deren Zahl noch erweitert werden soll.

Unterwegs in Bockum-Hövel: Es braucht mehr Ladesäulen für E-Autos

Eigentümer eines rein batterieelektrisch betriebenen Autos sollten auch eine eigene Ladestation besitzen. Öffentliche Ladestationen sind Mangelware. Die Stadtwerke haben eine Säule am Rathauscenter aufgestellt.

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Mehr zum Thema lesen Sie in der Print-Ausgabe des Westfälischen Anzeigers vom 24. April. Der nächste Schwerpunkt unserer Serie „Was braucht Bockum-Hövel?“ erscheint am 8. Mai im Print und Online. Dann geht es um das Thema Bildung.

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