Offener Brief der BG Weetfeld

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Neben Fußgängern und Radfahrern haben auch Autos auf der Autobahnbrücke derzeit freie Fahrt. ▪

WEETFELD ▪ In einem offenen Brief an die Pelkumer Bezirkspolitiker hat die Bürgergemeinschaft (BG) gegen die Zerstörung der Weetfelder Landschaft die Öffnung der Autobahnbrücke Poilstraße/Osterbönener Weg kritisiert. Und nicht nur das: Das gesamte Verkehrskonzept für den Inlogparc bezeichnete die BG als „insgesamt unausgewogen.“ In diesem Zusammenhang bedauerte sie es, dass in der Öffentlichkeit „langsam der irrtümliche Eindruck entsteht, dass die BG dafür verantwortlich sei“.

Trotz des Widerstands der Bürgergemeinschaft hatte der Rat der Stadt Hamm mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP am 2. September 2008 den Bebauungsplan verabschiedet. Im Vorfeld habe man immer wieder bemängelt, dass kein schlüssiges Verkehrskonzept vorliegt, verwies die BG Weetfeld in dem Schreiben an die Politiker unter anderem auf das Fehlen der B 63n. „Eher zu unserer Überraschung beinhaltet das Verkehrskonzept die Abbindung des Osterbönener Wegs durch einen Wendehammer, um sämtliche Verkehre aus Richtung Süden – bis auf Radfahrer und Fußgänger – aus dem Bereich Wiescherhöfen/Weetfeld herauszuhalten.“ Auf mehreren Veranstaltungen sei dieses Konzept Bürgern und Politikern vorgestellt worden, unter anderem in der Bürgerhalle Pelkum sowie im Technischen Rathaus. Außerdem lägen jedem Ratsmitglied und jedem Bezirksvertreter die Beschlussvorlagen vor. Erst in diesem Jahr habe SPD-Ratsherr Marc Herter öffentlich erklärt, dass „die SPD zu den Straßensperrungen steht“. „Nach über zehnjähriger Diskussion zum Bebauungsplan ,Industriegebiet Weetfeld‘ sich auf Unwissenheit zu berufen klingt wenig glaubwürdig und wäre auch blamabel, wenn es tatsächlich so wäre“, will die BG die Entschuldigung einiger langjähriger Bezirksvertreter nicht gelten lassen, dass ihnen die Abbindung des Osterbönener Wegs „so nicht bewusst war“.

Insgesamt vertritt die BG die Auffassung, dass die Öffnung der Brücke für den Pkw-Verkehr bereits jetzt gegen geltendes Recht verstößt: „Mit dem Inkrafttreten am 31. Dezember 2008 ist der Bebauungsplan geltendes Recht geworden, was dem Status eines Gesetzes entspricht. Selbst eine Nutzung als Umleitung kann nicht in Betracht kommen.“ Die Politik sollte zu dem stehen, was sie beschlossen hat und dies den Bürgern gegenüber auch vertreten. „Denn in letzter Instanz hat nicht die Verwaltung der Bebauungsplan zu verantworten und schon gar nicht die Bürgergemeinschaft, sondern einzig und allein die Politik.“ ▪ WA

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