Förderung wirkt: Wohnungsnot in Hamm immer weniger akut

+
Wohnungsnot gehört in Hamm der Vergangenheit an.

Wohnungsnot gehört in Hamm – zumindest wenn man der Verwaltungsspitze glaubt – der Vergangenheit an. Mit gezielter öffentlicher Förderung beim Wohnungsbau sei erfolgreich gegengesteuert worden. Das belegen auch Zahlen, die die Verwaltung jetzt dem WA vorlegte.

Hamm – Hatte der Rat im September 2018 noch beschlossen, dass 35 Prozent der stadtweit neu geschaffenen Wohneinheiten gefördert sein müssen, waren es im Jahr 2019 sogar 50 Prozent. „Was wir da geschafft haben, ist beispielhaft“, sagt Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann. Möglich wurde der hohe Anteil an Sozialwohnungen allerdings erst dadurch, dass andere Kommunen die für sie eingeplanten Mittel beim Land nicht beanspruchten. Hamm sicherte sich deshalb insgesamt knapp 34 Millionen Euro an Förderungen. Das ist fast sechsmal so viel wie das ursprüngliche Budget von sechs Millionen Euro.

Im vergangenen Jahr sind 299 öffentlich geförderte Mietwohnungen bewilligt worden. Die Modernisierung im Bestand war dabei ein großer Faktor. Dass dafür mit 15 Millionen fast die Hälfte der Fördermillionen ausgegeben wurde, verdeutlicht das.

Zahl der Menschen ohne Wohnung auf 678.000 gestiegen

Wohnberechtigungsschein beantragen

Die Zielgruppe von sozialem Wohnungsbau wird in Hamm derweil immer größer. In Hamm sind 55 bis 60 Prozent der Haushalte berechtigt, einen Wohnberechtigungsschein zu beantragen (Landesschnitt: 47 Prozent). Viele von ihnen sind Auszubildende, Studenten und junge Familien. Von den Berechtigten erhalten nur knapp ein Viertel Sozialleistungen. Deshalb betont Stadtbaurätin Rita Schulze Böing auch: „Das sind Wohnungen für breite Teile unserer Stadtbevölkerung.“ Einen Wohnberechtigungsschein bei der Stadt beantragen kann, wer als Alleinstehender maximal 30.300 Euro brutto im Jahr verdient. Bei Drei-Personen-Haushalten mit einem Kind sind es 45.500 Euro.

Tiny House als XS-Eigenheim

Aus diesem Grund werde auch darauf geachtet, dass keine reine Sozialwohnungsquartiere entstünden. „Wir brauchen eine gute Durchmischung. Bei geförderten Reihenhäusern sieht man heute gar nicht, dass das öffentlich geförderte Wohnungsbau ist. Wir wollen die Plattenbau-Sünden der 60er-Jahre nicht mehr wiederholen“, so Hunsteger.

In den zurückliegenden Jahren hatten vor allem Singles mit geringem Einkommen, ältere Alleinwohnende und Studenten vermehrt Probleme, eine passende und bezahlbare Wohnung zu finden. Für Letztgenannte wird an der Neuen Bahnhofstraße auf der Rückseite des Gesundheitsamtes deshalb ein gefördertes Wohnheim mit geringen Mieten gebaut.

Kleine Wohnungen stark nachgefragt

Nach wie vor sind allerdings kleine Ein- und Zweiraumwohnungen stark nachgefragt. Das liegt daran, dass durch den demografischen Wandel die Zielgruppe wächst, gleichzeitig aber nur wenige neue Wohnungen dieser Größe gebaut werden. Ende 2016 gab es davon 6441 Einheiten in Hamm (rund 7,5 Prozent), Ende 2018 waren es nur 57 mehr.

Für Ältere wirkte sich die hohe Quote von gefördertem Wohnungsbau positiv aus. Anfang 2020 waren 552 Menschen über 60 Jahre bei der Stadt wohnungssuchend gemeldet. Ein Jahr vorher waren es noch 668 Personen.

Übrigens: Auch das Ziel der Wohnbaulandinitiative ist übertroffen worden. 484 Wohneinheiten sind im Jahr 2019 gebaut worden. 400 waren die Vorgabe.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare