Tötungsdelikt

Schlimme Details im Prozess um toten Rentner in der Badewanne

Die Kriminologen durchsuchten die Wohnung in der Sachsenschleife.
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Im Frühjahr ereignete sich das Tötungsdelikt an der Sachsenschleife.

Im Prozess um den gewaltsamen Tod eines pflegebedürftigen Rentners in seiner Badewanne hat das Dortmunder Schwurgericht den Rechtsmediziner vernommen. Der sagt, das 75 Jahre alte Opfer müsse um sein Leben gekämpft haben. Es sind schlimme Details, die an diesem Verhandlungstag ans Licht kommen.

Dortmund/ Hamm – Die 47-jährige Tochter des Verstorbenen, die sich wegen Totschlags vor Gericht verantworten muss, sagte auch am Dienstag kein einziges Wort. Die Frau ließ nicht einmal erkennen, ob es ihr naheging, als Rechtsmediziner Ralph Zweihoff die Ergebnisse der Obduktion wiedergab.

Bei der Untersuchung der Leiche stellten Zweihoff und sein Ende März zahlreiche schwere Verletzungen fest, die auf stumpfe Gewalteinwirkung hindeuten. Das linke Schläfenbein sei nicht nur gebrochen, sondern regelrecht zertrümmert gewesen, sagte der Rechtsmediziner.

Die 47-jährige Angeklagte verdeckt ihr Gesicht.

Zweihoff fand bei der Obduktion außerdem „typische Abwehrverletzungen an den Unterarmen und den Händen“, die zeigen, dass sich der Rentner nicht kampflos ergeben hat. Letztendlich habe der 75-Jährige aber keine Chance gehabt, den Angriff zu überleben. Zumal sein Herz und andere innere Organe auch schon erheblich vorgeschädigt gewesen seien.

Ob die Angeklagte wirklich die Täterin ist, steht natürlich noch nicht fest. Die Polizei hat zwar die Videos der Überwachungskamera am Haus des Rentners ausgewertet. Eindeutig ist die 47-Jährige auf den Bildern jedoch nicht zu erkennen.

Die Person hat alles dafür getan, nicht erkannt zu werden und sich unter anderem mit einem Kopftuch maskiert

Aussage eines Polizisten

Die Person, die am 30. März um 13.43 Uhr das Haus betritt und um 15.02 Uhr wieder hinausgeht, weise jedoch die Statur der 47-Jährigen auf, sagte ein Polizist am Dienstag als Zeuge. Mehr könne man jedoch nicht sagen, denn: „Die Person hat alles dafür getan, nicht erkannt zu werden und sich unter anderem mit einem Kopftuch maskiert.“

Offensichtlich muss es sich bei der Täterin oder dem Täter also um eine Person handeln, die von der Überwachungskamera wusste. Der Prozess wird fortgesetzt.

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