OB-Kandidat Worch: „Für das Amt wollte niemand aus Hamm kandidieren"

Christian Worch
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Der Neonazi Christian Worch aus Parchim kandidiert für das OB-Amt in Hamm. Die Stadt kennt er nur von ein paar Demonstrationen über seine Partei Die Rechte.

Christian Worch war nach eigenen Angaben „drei- oder viermal“ bei Demonstrationen in Hamm. Trotzdem kandidiert er in diesem Jahr für das Amt des Oberbürgermeisters. Warum?

Hamm - Auf die eingangs genannten Besuche beschränkt sich Christian Worchs Eindruck von der Stadt Hamm. „Da konnte ich mir nicht so gut ein Bild machen, wie wenn ich Hamm als Tourist bereist hätte. Da hätte man einen ganz anderen Eindruck bekommen ohne die viele Polizeipräsenz“, erklärte Worch auf WA-Anfrage.

Hoffnungen auf Erfolge seiner Partei bei der Wahl macht sich Worch keine. „Der olympische Gedanke zählt. Dabei sein ist alles“, erklärte er. Seine Partei habe das Problem, nur in einem Drittel der Wahlbezirke antreten zu können. Sympathisanten würden aus familiären und beruflichen Gründen nicht namentlich mit der Partei öffentlich in Verbindung gebracht werden wollen. „Für das Amt des Oberbürgermeisters wollte auch niemand aus Hamm kandidieren, also wurde ich gefragt“, so Worch.

Er hat nach eigener Aussage bislang zwei Stunden Zeit in seine Kandidatur investiert – um eine sogenannte Wählbarkeitsbescheinigung zu organisieren. Wahlkampfauftritte oder Reisen nach Hamm seien bislang nicht geplant, das könne sich aber noch ändern. „Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ich gewählt werde, mache ich mir blitzartig einen Eindruck von der Elefantenstadt“, erklärte der 64-Jährige.

Worch lebt in der mecklenburgischen Provinz im Städtchen Parchim (18 000 Einwohner). Er ist Mitbegründer der Kleinstpartei Die Rechte und seit den 1970er Jahren im rechtsextremen Spektrum in unterschiedlichen Gruppierungen aktiv. Von 2012 bis 2017 war er Vorsitzender von Die Rechte und damit direkter Vorgänger des Hammer Neonazis Sascha Krolzig. Dieser befindet sich derzeit in Haft. Auch Worch wurde mehrfach verurteilt – unter anderem wegen Volksverhetzung – und saß wiederholt im Gefängnis.

Im Jahr 2017 wollte er Bürgermeister im baden-württembergischen Au am Rhein werden. Acht Personen gaben dem Neonazi damals ihre Stimme.

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