Tinder und Co.: Hammer Jugendliche bleiben vorsichtig

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Symbolbild

Hamm - Wie spricht man einen anderen Menschen auf der Straße oder im Club an? Schwierige Frage, und viele wissen die Antwort darauf auch nicht. Deshalb greifen immer mehr Menschen auf Dating-Portale zurück, denn eine Nachricht zu schreiben, ist einfacher, als jemanden anzusprechen.

Das finden auch Janine Spanier (18), Abiturientin des Märkischen Gymnasiums, Philip Beer (18), Auszubildender zum Groß- und Außenhandelskaufmann, und Sharina Löwen (17), Auszubildende zur Optikerin. Im Interview mit den drei Jugendlichen erfuhren die yourzz-Reporterinnen Anna-Lena Schienbein, Judith Kiene und Carolin Drees, worin sie die größten Probleme und Vorteile beim Kennenlernen im Internet sehen.

Lovoo, Tinder und Co. findet man auf so ziemlich jedem Smartphone. Nutzt du die Plattformen?

Sharina Löwen

Janine: Online-Dating-Plattformen nutze ich nicht. Mir ist es wichtig, Menschen persönlich kennenzulernen und nicht über die Anonymität des Internets. Dadurch weiß man nicht, wer wirklich hinter diesem Namen oder diesem Bild steckt.

Philip:  Nein, ich nutze keins von den Dating-Portalen. Es sei denn, es geht auch um Facebook, das ist ja mittlerweile heute schon alltäglich.

Sharina: Ich hab diese Plattformen bis vor kurzem benutzt, vor allem Lovoo, und würde es auch auf jeden Fall weiterempfehlen für alle, die neue Leute kennenlernen wollen. Besonders eignen sich Dating-Plattformen für schüchterne Menschen. Ich hab mich jetzt aber wieder da abgemeldet, weil es zu viele Fake-Profile gab.

Denkst du, dass man im Internet schneller einen Partner findet als im echten Leben?

Philip Beer

Sharina: Ja, auf jeden Fall. Wenn man feiern ist, dann traut man sich fast nie, jemanden anzusprechen. Es fällt ja viel leichter, einfach nur auf einen Knopf zu drücken und eine Nachricht abzuschicken als auf jemanden zuzugehen, der vielleicht auch noch bei seinen Freunden ganz anders ist als allein. Wenn man im Internet einen Korb bekommt und jemand nicht antwortet, dann ist die Demütigung nicht so groß wie im echten Leben. Im Internet braucht man einfach weniger Überwindung und Selbstbewusstsein, um neue Leute kennenzulernen.

Janine: Es ist alles anonymer, deshalb könnte ich mir vorstellen, dass es Menschen gibt, denen es im Internet leichter fällt, jemanden anzusprechen oder mit jemandem in Kontakt zu bleiben. Die Anonymität des Internets bietet einigen Menschen einfach die Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen.

Philip: Meiner Meinung nach lernt man im Internet nicht schneller einen Partner kennen als im echten Leben. Im Internet Personen kennenzulernen ist nur viel leichter und kostet nicht so viel Überwindung, wie jemanden auf der Straße anzusprechen. Daher gibt es ja auch diese ganzen Plattformen.

Worin siehst du das größte Problem beim Online-Dating?

Philip:  Das größte Problem liegt darin, dass man sich nie sicher sein kann, welche Person hinter dem Profil steckt. Außerdem ist es schwierig, ein Treffen zu organisieren, wenn einer der beiden Personen schüchtern ist. Ich persönlich hätte kein Problem meinen Eltern oder Freunden davon zu berichten, wenn sie mich fragen sollten. Wenn es passt, dann passt es eben, ganz egal wo, wann und wie man sich kennenlernt.

Janine Spanier

Sharina: Erst mal empfinde ich es als peinlich, vor seinen Eltern und Freunden zuzugeben, dass man sich im Internet kennengelernt hat. Das zeigt ja irgendwie einen Mangel an Selbstbewusstsein. Außerdem gibt es mittlerweile zu viele Fake-Profile und auch Leute, die zum Beispiel alte Bilder von sich zeigen, auf denen sie besser aussehen, also Leute, die ihr wahres „Ich“ nicht zeigen. Viele sind auch auf nichts Ernstes hinaus und wollten von Anfang an nur Spaß.

Janine: Im Internet sieht man einen Menschen nur so, wie er sich selber darstellt. Im realen Leben und in Interaktion mit anderen kann er sich ganz anders benehmen. Man kennt jemanden erst richtig, wenn man ihn in einem normalen sozialen Umfeld erlebt und das ist beim Online-Dating nicht der Fall und daher das größte Problem.

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