Verhandlung platzt

Nach Massenunfall: Frau aus Hamm muss sich verantworten - doch Corona steht im Weg

Eine junge Frau aus Hamm hat in Bergkamen einen schweren Unfall verursacht. Sie sollte sich dafür jetzt in Kamen vor Gericht verantworten. Allerdings sorgte das Thema Corona, das unerwartet aufkam, dafür, dass der Richter den Prozess in einem schriftlichen Verfahren erledigte.
+
Eine junge Frau aus Hamm hat in Bergkamen einen schweren Unfall verursacht. Sie sollte sich dafür jetzt in Kamen vor Gericht verantworten. Allerdings sorgte das Thema Corona, das unerwartet aufkam, dafür, dass der Richter den Prozess in einem schriftlichen Verfahren erledigte.

Eine junge Frau hat einen Massenunfall verursacht. Als sie sich jetzt dafür in Kamen verantworten soll, steht plötzlich das Thema Corona bedrohlich im Raum.

  • Eine Autofahrerin aus Hamm steht wegen eines Unfalls in Bergkamen vor Gericht.
  • Sie soll sich in Kamen vor Gericht dafür verantworten.
  • Plötzlich steht das Thema Corona bedrohlich im Raum.

Hamm/Bergkamen/Kamen - „Wir werden die Hauptverhandlung heute nicht durchführen können – coronabedingt“, verkündete der Richter im Amtsgericht Kamen. Eigentlich hätte sich eine Angeklagte aus Hamm wegen Gefährdung des Straßenverkehrs verantworten sollen.

Die Frau aus Hamm hatte am 3. Dezember 2019 an einer Kreuzung auf Höhe des Forellenhofs in Bergkamen-Rünthe einen schweren Verkehrsunfall verursacht.

Hamm/Bergkamen/Kamen: Coronavirus-Sorge sprengt Unfall-Verhandlung vor Gericht

Die 25-jährige aus Hamm und ihr Ehemann erschienen auch pünktlich am Gericht in Kamen. Das Gebäude betraten sie allerdings nicht. Grund: Der Ehemann, der mit der Angeklagten aus Hamm zusammen lebt und als Zeuge aussagen sollte, arbeitete zum Zeitpunkt des Corona-Ausbruchs in Gütersloh an den Unterkünften der Tönnies-Mitarbeiter.

Er könne nicht ausschließen, sich mit Corona infiziert zu haben, sagte er. Einen Test konnte er nicht vorweisen. Da der Richter keine Ansteckung riskieren wollte, erledigte er den Prozess im schriftlichen Verfahren, indem er einen Strafbefehl über 1200 Euro Geldstrafe gegen die Frau aus Hamm erließ.

Hamm/Bergkamen/Kamen: Um diesen Unfall geht es 

Die 25-Jährige hatte am Tattag mit hoher Geschwindigkeit die Autobahn A1 an der Ausfahrt Bergkamen verlassen. An der ersten Kreuzung überholte sie einen Linksabbieger – ohne Folgen. Gegen 16.40 Uhr erreichte sie die Kreuzung, an der es rechts nach Werne geht. Dort fuhr die Frau aus Hamm an einem Linksabbieger vorbei und berührte dessen Heck.

Sie befuhr bei roter Ampel die Kreuzung, geriet in den Gegenverkehr und kollidierte mit einem aus Richtung Kamen kommenden Fahrzeug. Beide Autos rammten anschließend einen an der Ampel wartenden Wagen mit Anhänger. Es kam zu Verletzungen der Beteiligten und der entstandene Gesamtschaden bei dem Unfall in Bergkamen belief sich auf mehr als 40.000 Euro.

Vorstrafen hat die Frau aus Hamm nicht. Allerdings brachte sie zwei Eintragungen im Verkehrszentralregister mit: Nutzung des Handys am Steuer und Geschwindigkeitsüberschreitung.

Nach einem schweren Unfall in Bergkamen: Der Prozess im Amtsgericht Kamen (NRW), in dem sich eine 25-jährige Unfallverursacherin aus Hamm verantworten sollte, wurde wegen eines plötzlichen Corona-Risikos im schriftlichen Verfahren erledigt. 

Hamm/Bergkamen/Kamen: Unfall-Fahrerin aus Hamm noch etliche Monate ohne Führerschein

Direkt am Unfalltag hatte die Angeklagte ihren Führerschein abgegeben. Damit ist sie seit etwa sieben Monaten ohne. Das wird sie auch noch sechs weitere Monate sein. So hoch ist die Sperre zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis, die der Richter verhängte.

Ist die Angeklagte aus Hamm nicht einverstanden mit dem Urteil, kann sie binnen zwei Wochen Einspruch einlegen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare