Jetzt äußert sich der Träger der Kita

Wahllokal Kita St. Ida: Wo die AfD mehr als 20 Prozent holte

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Die Kita St. Ida. Hier befand sich das Wahllokal, in dem die AfD mehr als 20 Prozent der Stimmen holte.

Bockum-Hövel - Mit 20,8 Prozent hat die AfD im Wahllokal Kita St. Ida stadtweit ihr bestes Ergebnis erreicht. Das löste nicht nur bei den etablierten Parteien Entsetzen aus. Auch die Caritas als Betreiber der Kita will nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.

Elmar Marx, Vorstand der Caritas Hamm, schreibt in einer Stellungnahme: „Einerseits überrascht uns dieses Ergebnis nicht, da in dem Quartier unserer Wahrnehmung nach viele Menschen wohnen, deren Leben von Perspektivlosigkeit geprägt ist. 

Die Kita St. Ida

Andererseits beschäftigt uns dieses Ergebnis sehr vor dem Hintergrund, dass wir als Träger der Kita St. Ida mit vielen Familien aus dem Quartier in einer engen Beziehung stehen.“ 

Menschen aus vielen anderen Kulturen und Religionen

In der Kita begegneten sich täglich Menschen anderer Kulturen und Religionen. Sie erlebten Zusammenhalt und Unterstützung in der Bewältigung von Alltagsfragen. „Unsere Beobachtung ist, dass sie in der Kita genau solche Begegnungen wirklich als Bereicherung erfahren und sie als positiv besetzte Erlebnisse mit nach Hause nehmen. Scheinbar gelingt die Übertragung solcher positiven Erfahrungen in den gesellschaftspolitischen Kontext nicht, sodass viele Bewohner im Quartier empfänglich für populistische Aussagen sind“, lautet sein Befund. 

Caritas will vor der Bundestagswahl aktiv werden

Die Caritas wolle dazu beitragen, dass die bevorstehende Bundestagswahl nicht als sinnlose Aufgabe oder Abrechnung verstanden werde, sondern als Möglichkeit, das vielfältige Leben im Land zu sichern und zu gestalten, so Marx. Zuvor hatten sich Vertreter der Hammer Parteien ähnlich geäußert (Bericht hier)

Lange Tradtion von Protestwählern

Wenn er die Menschen rund um St. Ida zum Kreuz bei den etablierten Parteien bewegen will, hat er eine harte Nuss zu knacken. Denn bei allen vorangegangenen Wahlen haben sie großes Protestpotenzial gezeigt. Im Jahr 2012 gaben sie nicht nur den Piraten 15 Prozent ihrer Zweitstimmen. Auch die Linke erhielt knapp sechs Prozent. Bei der Bundestagswahl im Jahr 2013 erhielten die NPD 4,4 Prozent, die AfD 4,8 Prozent und die Linke 9,7 Prozent. 

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