Alles im Fluss: Reinigung und neue Rohrleitung am Nordring-Teich

Mit einem Bagger wurde die alte Rohrleitung im Nordring-Teich freigelegt.
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Mit einem Bagger wurde die alte Rohrleitung im Nordring-Teich freigelegt.

Wer hat denn in den Nordringteichen den Stöpsel gezogen? Und warum? Das Umweltamt und der Sportfischerverein Hamm waren es – aus gutem Grund. Neben der turnusmäßigen Reinigung der Gewässer wurde im Teich gegenüber des Allee-Centers eine neue Rohrleitung verlegt, die die Speisung mit Frischwasser aus dem Datteln-Hamm-Kanal verbessert. So wird verhindert, dass sich Fische in uralten Leitungssystemen verirren und dort verenden.

Hamm – Die Nordring-Anlage, die mit ihren lang gestreckten Teichen den alten Lippeverlauf abbildet, und zu der mit dem nahezu runden Teich im Westen ein Restgewässer eines ehemaligen Mühlenkolks gehört, wird über eine mehrere hundert Meter lange Rohrleitung aus dem Kanal gespeist. Der Wasserabfluss aus den Teichen erfolgt über eine weitere Rohrleitung in die Lippe. Der alte Zufluss aus dem Kanal war im letzten Teilstück ein umständliches, so nicht mehr benötigtes Rohrgebilde, aus dem Fische nicht mehr herausfanden.

Je nach Bedarf, zum Beispiel in heißen Sommern, lässt sich der Wasserstand regulieren und die Teichanlage mit sauerstoffreichem Wasser befüllen. „Die Versorgung mit Sauerstoff ist hier sehr wichtig. Der Verbrauch durch Abbauprozesse ist hoch“, sagt der Leiter des Umweltamts, Dr. Oliver Schmidt-Formann. Einerseits habe das mit dem Laubaufkommen zu tun, andererseits mit dem hohen Besatz an Wasservögeln und deren Fütterung.

Wasserqualität

Dirk Bergmeier, selbst Sportfischer und bei der im Umweltamt angedockten Unteren Wasserbehörde zuständig für Gewässerschutz und Gewässerüberwachung, beurteilt die Wasserqualität in der Anlage als „in Ordnung“. Gleiches gelte für den Fischbestand, der sich in den Teichen selbst reproduziere. Zu den vorhandenen Arten gehören Hecht, Schleie, Barsche und Brassen – aber leider auch die unbeliebte Grundel, die mit dem Kanalwasser in die Teiche gelangt. Sie verdrängt heimische Arten aus ihren Lebensräumen. Die Brassen hingegen wollen die Sportfischer fördern und sie später eventuell in die Lippe umsiedeln.

Um den Fischbestand auf einem verträglichen Niveau zu halten, sind den Teichen diesmal rund 30 Kilogramm Fische entnommen und in andere Gewässer umgesetzt worden. Die Nordring-Anlage darf genauso wie der Teich im Hallohpark in Bockum-Hövel, der ebenfalls ein städtisches Gewässer ist, nicht befischt werden. Die Sportfischer sind in Abstimmung mit dem Umweltamt für alle städtischen Teichanlagen zuständig. „Die Kooperation mit dem Verein und seinen Ehrenamtlichen ist der Stadt sehr wichtig“, sagt Schmidt-Formann. „Die Sportfischer leisten einen wichtigen Beitrag zur Gewässerökologie und zum Artenschutz.“

Erste Pflanzungen

Aktuell sind erste Pflanzungen für einen Schilfgürtel vorgenommen worden. Dieser soll sich im nördlichen Bereich langsam entwickeln.

Die Säuberung der Teiche am Wochenende förderte diesmal (erfreulich) wenig Spektakuläres an die Wasseroberfläche: Fahrräder tauchten nicht auf, lediglich die obligatorischen Handtaschen und Geldbörsen, die vermutlich nach Diebstählen in den Teichen entsorgt worden sind. Persönliche Dokumente enthielten sie laut Bergmeier nicht mehr.

Die Teiche wurden darüber hinaus von Laub und weiterem Unrat befreit.

Quappe: Erfolgreiche Artenschutzmaßnahme

Der Sportfischerverein Hamm  engagiert sich in Kooperation mit Stadt und Verbänden ehrenamtlich für den Artenschutz. Ein erfolgreich verlaufenes Projekt ist die Wiederansiedlung der Quappe in heimischen Gewässern. Regelmäßig hatten die Fischer den gefährdeten Süßwasserfisch beispielsweise im Schillerteich herangezogen und sie später in Fließgewässer umgesetzt. In ausgewählten Gewässern im Regierungsbezirk Arnsberg darf der Speisefisch seit Ende Februar nun wieder beangelt werden, weil die Bestände groß genug sind.

Die Sportfischer verlegen neue Leitungen Nordring Teich

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