Noch ein "Grauer Wolf" in Hammer CDU

HAMM - In der Hammer CDU gibt es neben Zafer Topak mindestens ein weiteres Mitglied, das sich selbst als „Grauer Wolf“ bezeichnet. Das haben Recherchen des WA ergeben. „Ja, ich bin CDU-Mitglied. Und ja, ich bin Grauer Wolf, ich bin Idealist“, sagte am Dienstag Turan Sengül auf Anfrage unserer Zeitung.

Der Vorsitzende des türkischen Kulturvereins bestätigte damit entsprechende Hinweise. Wie berichtet, läuft gegen Topakaufgrund seines Bekenntnisses zu den „Grauen Wölfen“ ein Parteiausschlussverfahren.

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„Der Wolf ist nach der türkischen Geschichte ein heiliges Tier, so wie der Adler in Deutschland, der Bär in Russland oder der Hahn in Frankreich“, sieht Sengül kein Problem darin, Idealist zu sein. Zu dem Umstand, dass die „Förderation der Demokratischen Türkischen Idealistenvereine“ dem rechtsextremistischen Spektrum zugerechnet und deshalb vom NRW-Verfassungsschutz beobachtet wird, wollte sich Sengül am Telefon nicht äußern, dafür sei das Thema zu komplex. Zum Fall Topak wollte sich der 1972 in der Türkei geborene Sengül ebenfalls nicht äußern. „Ich weiß nicht, was zwischen Herrn Topak und der CDU vorgefallen ist. Da kann ich nichts zu sagen.“

Turan Sengül

Nach Bekanntwerden des Parteiausschlussverfahrens Anfang September hatte Topak öffentlich erklärt, dass in der CDU Hamm ungefähr 40 Idealisten und IGMG-Mitglieder (Islamische Gemeinschaft Milli Görüs) seien. Die CDU sah damals trotz dieser Behauptung und entsprechenden Forderungen von Seiten der Grünen und der Jusos nach Aufklärung keinen Grund, aktiv nach weiteren Grauen Wölfen in der Partei zu suchen. Es gelte zunächst die Unschuldsvermutung, sagte damals Werner Thies. Nur bei konkreten Anhaltspunkten würde man aktiv werden.

Noch bis Dienstag hielt der Kreisgeschäftsführer der Partei an dieser Linie fest. „Mir gegenüber hat Zafer Topak keine Namen genannt. Ich kann nicht verbindlich dafür meine Hand ins Feuer legen, dass keiner in der CDU mit den Grauen Wölfen sympathisiert. Ich kenne aber niemanden, der sich öffentlich zu den Grauen Wölfen bekennt“, sagte Thies im Gespräch mit dem WA. Grundsätzlich, so Thies weiter, schließe sich eine Mitgliedschaft in beiden Organisationen aber aus. Wenn sich jemand öffentlich als „Grauer Wolf“ bezeichnet, müsse man schauen, wie man damit umgeht. - asc

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