Hammer Forum: Im Rettungswagen nach Idomeni

Nikolaos Kolovos vom Hammer Forum machte sich in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch auf zum Flüchtlingscamp nach Idomeni.
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Nikolaos Kolovos vom Hammer Forum machte sich in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch auf zum Flüchtlingscamp nach Idomeni.

Hamm - Vor der Wegstrecke von rund 2.100 Kilometern hat Nikolaos Kolovos Respekt, abhalten können ihn die vielen Kilometer aber nicht. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch machte sich das Vorstandsmitglied des Hammer Forums auf den Weg nach Idomeni – zu jenem Flüchtlingslager in Griechenland, dessen Räumung durch die Behörden gerade begonnen hat.

„Die Situation dort unten ist eine Katastrophe“, sagt Kolovos. „Im Hammer Forum waren wir uns einig, dort Hilfe zu leisten.“ Unterwegs ist der Grieche allein in einem Rettungswagen, den das Hammer Forum extra für das Projekt anschaffte. Ursprünglich stammt das Fahrzeug aus dem Bestand der Feuerwehr in Unna.

In Triest wechselt er vom Land- auf den Wasserweg, der ihn schließlich nach Thessaloniki führt. Dort trifft er auf den Mediziner Dr. Gebhard von Lanzenauer aus Görlitz, mit dem er im Grenzgebiet zu Mazedonien dann die nächsten Wochen zusammenarbeiten wird. Der Entschluss, in der Flüchtlingssituation in Griechenland zu helfen, sei vor etwa drei Monaten gefallen. „Der Vorstand hat sich damals ein Bild von der Lage gemacht, unter anderem auf Lesbos“, sagt Kolovos.

"Wir können hier nicht zuschauen."

Er selbst sei vor zwei Monaten schon einmal in Idomeni gewesen. Am Ende sei man sich einig gewesen. „Es stand fest: Wir können hier nicht zuschauen.“ In erster Linie wollen sich Kolovos und von Lanzenauer um das Wohl der Kinder kümmern. „Natürlich werden wir anderen Hilfebedürftigen, beispielsweise schwangeren Frauen ebenfalls helfen, sollte es nötig sein“, sagt Kolovos. Mit an Bord in seinem RTW hat der 68-Jährige Verbandsmaterial. Medikamente werden nach Bedarf in Thessaloniki gekauft. „Der griechische Staat ist zwar finanziell nicht in der Lage die Krankenhäuser damit zu versorgen, die Apotheken sind aber voll davon“, sagt Kolovos. Mit Engpässen sei also nicht zu rechnen.

Hammer Forum als Hilfsorganisation in Idomeni

Am Sonntag wird er in Thessaloniki eintreffen und das Hammer Forum ordnungsgemäß als Hilfsorganisation registrieren lassen. „Sonst kommen wir nicht weiter, weil aufgrund von Missbrauch streng kontrolliert wird.“ Mit der Ankunft in Idomeni rechnet Kolovos Mittwoch nächster Woche. „Dann wird dort sicher noch genug Hilfe benötigt“, meint er. Kolovos glaubt nicht, dass die Behörden das wilde Camp am mazedonischen Grenzzaun so schnell geräumt haben wie angekündigt. Das Hammer Forum werde sich darüber hinaus an verschiedenen Standorten in der Region engagieren. Kolovos bleibt zunächst bis zum 16. Juli in Griechenland. Nach einer kurzen Rückkehr geht seine Arbeit dann mit anderen Medizinern weiter.

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