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"Krone"-Elefant vor Gastspiel in Hamm in Wohngebiet ausgebüxt

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Der ausgebüxte Elefant am Dienstag in Neuwied.

Hamm/Neuwied - Riesige Aufregung um einen riesigen Elefanten, der ohne Begleitung durch Anwohnerstraßen der Stadt Neuwied trottet. So geschehen am Dienstag. Ausgebüxt war er im Circus Krone - und der gastiert in Kürze auch in Hamm. Müssen wir uns jetzt Sorgen machen?

Von dem etwa einen Kilometer langen unverhofften Spaziergang des Dickhäuters "Kenia" zeugen Augenzeugenberichte, Fotos und Videos unter anderem bei Twitter (siehe unten im Artikel). Ein Polizeisprecher der rheinischen Stadt beruhigt: Das Tier habe nicht hektisch gewirkt; ein Zirkusmitarbeiter habe Kenia relativ mühelos wieder einfangen können. Auch der Straßenverkehr sei nicht gefährdet gewesen.

Zum Glück wurde bei dem tierischen Abenteuer niemand verletzt. Dabei hatten einige verblüffte Passanten den gebührenden Sicherheitsabstand zu dem wuchtigen Tier nicht eingehalten und sich ihm bis auf kurze Distanz genähert.

Keine Antworten auf konkrete Fragen

Doch wie konnte Kenia überhaupt aus dem Zirkus entkommen? "Der Elefant hat den Elektrozaun seines Geheges zerrissen", bestätigte eine Polizeisprecherin in Neuwied auf Anfrage von WA.de. Weitere Fragen (Wie genau lief der Ausbruch ab? War Nachlässigkeit der Grund? Wurde der Elefant eventuell gereizt?) konnte sie auch am Freitag nicht beantworten. Man sei einfach "heilfroh, dass alles friedlich blieb".

Circus Krone lockt mit dressierten Raubtieren und Flug-Akrobatik

Und der Zirkus selbst? Dort weiß man sicherlich mehr. Auf konkrete Fragen von WA.de mit Blick auf die ab 21. Juni geplanten Termine an den Zentralhallen (Sehen wir auch Wildtiere auf Hammer Straßen? Wie konnte das passieren? Wird der Schutz nach dem Vorfall verstärkt?) erreichte uns von den Verantwortlichen jedoch leider nur eine allgemeine und beschwichtigende Stellungnahme.

Tierschutzbund spricht von "großem Glück"

Ein Elefant des Circus Krone.

„Der Vorfall zeigt einmal mehr, dass ein Wildtierverbot im Zirkus nicht nur aus Tierschutzgründen, sondern auch im Hinblick auf die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit unumgänglich ist“, sagt James Brückner, Leiter des Artenschutzreferats beim Deutschen Tierschutzbund. „Es war großes Glück, dass niemand zu Schaden kam, denn verschiedenste Beispiele aus der Vergangenheit zeigen, dass solche Vorfälle für Mensch und Tier drastisch ausgehen können.“ Der Tierschutzbund fordert ein grundsätzliches Wildtierverbot im Zirkus.

Zirkustiere brechen immer wieder mal aus

Dass Tiere aus ihrem Zirkus ausbrechen, kommt häufiger vor. Im März büxten zwei Zebras aus einem Zirkus in Ludwigshafen aus. In Aldenhoven beschäftigten im Dezember 2017 drei ausgebrochene Kamele die Polizei - sie hatten es sich in einem Wohngebiet bequem gemacht. Im Mai 2017 hatten ausgebrochene Kamele bereits im sächsischen Pulsnitz für Aufsehen gesorgt: In aller Ruhe fraßen sie an einem Baum, bevor Zirkusmitarbeiter sie wieder einfingen.

Doch nicht immer verlaufen ungeplante Begegnungen mit Zirkustieren positiv. 2015 tötete eine ausgerissene Elefantenkuh in Buchen (Neckar-Odenwald-Kreis) einen 65 Jahre alten Spaziergänger.

Elefanten in Werl beschlagnahmt

Vor elf Jahren sorgte in Werl ein Fall mit Zirkus-Elefanten für bundesweite Aufmerksamkeit. Im dort gastierenden Zirkus Apollo aus Hamm wurden die Elefanten Rekka und Indra beschlagnahmt und mit Polizeischutz abgeholt. Die Tiere waren in einem sehr schlechten gesundheitlichen Zustand und wurden wohl nicht artgerecht und ohne genügend Auslauf gehalten. Sie wurden in einen Zoo nach Arnhem gebracht, wo sie wieder aufgepäppelt werden mussten.

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