Wie sich die Gesamtkosten zusammensetzen

Hammer ZUE kostet im Jahr neun Millionen Euro

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Eine Teilansicht der ZE im Hammer Osten.

Hamm/Arnsberg - Die monatlichen Gesamtbetriebskosten in der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) des Landes für Flüchtlinge belaufen sich auf knapp 750.000 Euro. Dies teilte die Bezirksregierung Arnsberg auf WA-Anfrage mit.

Das sind im Jahr 9 Millionen Euro. Die ZUE am Alten Uentroper Weg bietet 900 Plätze, pro Platz betragen die Kosten also im Monat 833 Euro. Die Stadt Hamm gibt nach eigenen Angaben, wie bereits berichtet, 972,50 Euro pro Flüchtling und Monat aus.

Mit Verweis auf die derzeit laufenden Vorbereitungen für die zweite Ausschreibungsrunde der Zentralen Unterbringungseinrichtungen schlüsselte die Bezirksregierung die einzelnen Kostenpunkte nicht wie vom WA gewünscht weiter auf. Die exakt 749.138,50 Euro Kosten pro Monat umfassen sämtliche Kosten für die Einrichtung. Dazu gehören im Wesentlichen die Kosten für den Betreuungsverband, in diesem Fall die Malteser, aber auch Miet- und Nebenkosten für Strom, Wasser und Müllentsorgung.

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Kosten unabhängig von aktueller Belegung

Die Höhe der Kosten ist derzeit laut Bezirksregierung unabhängig von der tatsächlichen Belegung. Nach Abschluss des Vergabeverfahrens werde den Betreuungsverbänden jeweils nur eine reduzierte Grundpauschale gezahlt, die dann um eine Pro-Kopf-Abrechnung ergänzt werde.

In den Unterbringungseinrichtungen wie der ZUE in Hamm werden Zufluchtsuchende maximal drei Monate untergebracht und versorgt. Anschließend werden sie einer Kommune in Nordrhein-Westfalen zugewiesen. Hier bleiben sie, bis das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) über ihren Asylantrag entschieden hat.

Kosten für Fischer-Halle noch höher

Noch höher waren die Kosten für das Land in der Alfred-Fischer-Halle, die bis Ende 2016 als Notunterkunft genutzt wurde. Hier beliefen sich die monatlichen Gesamtbetriebskosten auf exakt 783.078,38 Euro. Dabei fiel fürs Land übrigens keine Miete an. Die Stadt Hamm hatte die Alfred-Fischer-Halle mietfrei zur Verfügung gestellt.

Als Kommune gibt die Stadt Hamm 972,50 Euro pro zugewiesenem Flüchtling und Monat aus, macht im Jahr 11.670 Euro. Diese Summe setzt sich wie folgt zusammen: 3480 Euro entfallen auf die Unterbringung inklusive Hauswarte, 6940 Euro entfallen auf Transfer- und Sozialleistungen, 1250 entfallen auf Personalaufwendungen rund um Leistungen für Flüchtlinge.

9400 Euro je Flüchtling in Essen

Kürzlich hatte die Stadt Essen für Schlagzeilen gesorgt. Laut einem Bericht der Bild-Zeitung konnte der Betreiber eines Flüchtlingsheims bis zu 9400 Euro im Monat pro Flüchtling kassieren. Es waren Zeltdörfer und Unterkünfte in Leichtbauhallen mit Trennwänden. Das Heim in Essen wurde von Deutschlands größtem Asylheim-Betreiber European Homecare (EHC) betrieben, der Vertrag zwischen Essen und EHC ist inzwischen ausgelaufen.

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